Im zweiten Lauf der World Games in Kaohsiung (Taiwan) trumpfte Daniel Hubmann auf und gewann das Mitteldistanz-Rennen mit über einer halben Minute Vorsprung auf den Russen Dmitry Tsvetkov (RUS). Matthias Müller lag nach halber Distanz in Führung, beging jedoch im Schlussteil zwei grobe Fehler und rutschte auf den 9. Rang ab.
"Ein sensationell guter Lauf", freute sich Daniel Hubmann, der erstmals im einem Mitteldistanzlauf zuoberst auf dem Podest stand. "Technisch bin ich von A bis Z super gelaufen. Es war bezüglich Hitze zwar etwas angenehmer als am Vortag, aber dennoch eine mentale Sache. Man musste kämpfen, vor allem auf jenen Strecken, wo es kaum etwas zu studieren galt. Ich habe zwischenzeitlich bewusst etwas Tempo zurücknehmen müssen", sagte der Langdistanz-Weltmeister, der vor vier Jahren an den World Games im selben Wettkampf Silber gewonnen hatte. "Ich bin überglücklich. Die Sekunde im Sprint hat mich schon etwas genervt und beschäftigt."
Lange Zeit hatte es sogar nach einem doppelten Schweizer Triumph ausgesehen. Bis zur Zwischenzeit bei Zielpassage und Kartenwechsel lag Matthias Müller noch 6 Sekunden vor Hubmann, und nach dem ersten längeren Teilstück zu Posten 13 betrug die Differenz der beiden Spitzenreiter zum Drittschnellsten noch 16 bzw. 17 Sekunden. Während Hubmann von diesem Punkt an aufdrehte und auf den meisten Abschnitten eine Bestmarke aufstellte, beging Müller zwei grössere Schnitzer vor Posten 21 (23 Sekunden) und zur zweitletzten Kontrolle (eine Minute), was ihn klar aus dem Medaillenrennen warf. Dazu kam, dass der zweite Teil vor allem läuferisch ausgerichtet war. "Ich bin voll am Anschlag gelaufen, da ist der Grad schmal", kommentierte Müller seine beiden Aussetzer im Postenraum.
Andreas Rüedlinger war lange Zeit im Mittelfeld positioniert, steigerte sich dann nach der Zwischenzeit auf den 13. Rang, büsste beim 20. Posten mit einem grösseren Bogen wieder einige Ränge ein und vermochte sich schliesslich als 14. einzureihen.
Wie erwartet entsprach dieser Lauf dem Charakter eines Sprints, sowohl bezüglich Laufgelände im Park, wie auch bezüglich der Karte und deren Massstab. Die weissen Kartenbereiche entsprachen hohen Bäumen mit sehr guter Belaufbarkeit, dazu waren viele Teilstrecken auf den Strassen und Wegen zurückzulegen. Als Besonderheit kam jedoch hinzu, dass die Karte im Massstab 1:5000 wie eine Sprintkarte aufgenommen war, die Regeln jedoch jenen der Mitteldistanz entsprachen. Das heisst, das Grün durfte durchquert und begehbare Felsbänder passiert werden.
Wettermässig hatte sich der nahe Taifun mit Winden bemerkbar gemacht, die wenigstens unter die 30-Grad-Marke kühlten und die Verhältnisse weniger drückend machten als am Vortag. (Text Nicolas Russi, Fotos Erik Borg)
Rangliste Herren
1 Daniel HUBMANN SUI 11:39,4 24:15,4 27:43,4
2 Dmitry TSVETKOV RUS 11:51,4 24:50,4 28:16,6
3 Andrey KHRAMOV RUS 11:54,4 25:08,4 28:51,8
4 Tero FOEHR FIN 11:50,2 25:13,2 29:00,3
5 Mattias MILLINGER SWE 11:56,7 25:21,7 29:01,2
6 Oeystein Kvaal OESTERBOE NOR 11:52,5 25:46,5 29:32,1
7 Simonas KREPSTA LTU 12:08,1 26:00,1 29:38,4
8 Jonas Vytautas GVILDYS LTU 12:11,2 26:08,2 29:52,2
9 Matthias MUELLER SUI 11:33,6 25:29,6 30:15,9
10 Peter OEBERG SWE 12:29,4 26:57,4 30:49,2
11 Tomas DLABAJA CZE 12:20,9 26:46,9 30:54,8
12 Scott FRASER GBR 12:17,3 26:58,3 30:55,5
13 Julian DENT AUS 12:15,5 26:49,5 31:08,5
14 Andreas RUEDLINGER SUI 12:31,8 27:29,8 31:13,2
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