Simone Niggli und Daniel Hubmann, die Leader in der Swiss Orienteering Elite League, liessen sich am letzten Lauf in Schwarzenburg nicht von der Spitze verdrängen. Niggli siegte im Scheidwald vor Judith Wyder, Hubmann genügte der 2. Platz hinter Fabian Hertner (Bild) für den Gesamtsieg.

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Simone Niggli startet am schnellsten
Das Massenstartrennen blieb für die Tagesbeste mehrheitlich ein Einzellauf. "Ich war von Anfang an allein, nur in den beiden Schmetterlingen hat man andere Läuferinnen gekreuzt. Erst auf dem Weg zu Posten 20, wo ich nicht die beste Route wählte, habe ich Judith Wyder gesehen", erklärte Niggli. "Deshalb war mir auch klar, dass ich mir bei den letzten, heiklen Posten keinen Fehler erlauben darf." Generall hätte sie den Lauf gut im Griff gehabt, und die Anforderungen seien einem Schlusslauf würdig gewesen.

"Bei Posten 21 ist mir Simone entgegengekommen. Da wusste ich, dass ich nahe dran bin, aber der Schluss war recht technisch und der Abstand doch zu gross, um aufholen zu können. Zudem wollte ich auch nicht zuviel riskieren", sagte Judith Wyder. Dazu kam, dass sich die Zweitplatzierte schon beim siebten Posten das Knie aufgeschlagen hatte. "Aber mit zunehmender Dauer des Rennens gingen die Schmerzen wieder zurück."

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Start der Männer mit Tagessieger Fabian Hertner (links) und Gesamtsieger Daniel Hubmann (rechts)
In Abwesenheit von Matthias Kyburz (Familienfest) und von Matthias Merz (leicht verletzt), die Nummern 3 und 4 im Zwischenklassement, war ein Duell der zwei Bestklassierten Daniel und Martin Hubmann zu erwarten. Doch der Tagessieg ging an Fabian Hertner, der sich zwischen Posten 16 und 17 von der Konkurrenz abzusetzen vermochte. "Zwar kam mir Martin Hubmann im anschliessenden Schmetterling entgegen, und da habe ich auch Daniel gesehen, aber sie vermochten mich trotz einer kleinen Unsicherheit bei Posten 25 nicht mehr einzuholen", sagte Hertner.

"Beim fünften Posten hatte ich einen Zeitverlust von einer Minute, dort verlor ich den Anschluss, und im zweiten Schmetterling büsste ich nochmals eine Minute ein", beschrieb Daniel Hubmann. Da er sich zwischenzeitlich auf Position 5 wähnte und bei einem Sieg von Bruder Martin mindestens Rang 4 benötigt hätte, habe er unterwegs sogar zu rechnen begonnen. "Aber am Schluss vermochte ich sie noch abzufangen", erklärte Hubmann, der rund eine Minute hinter Hertner im Ziel eintraf.

Die von Nectaflor gesponserte erste Ausgabe der Swiss Orienteering Elite League wurde auch vom OL-Gönnerclub unterstützt. Der OL-Gönnerclub fördert nicht nur Wettkämpfe in peripheren Gebieten, sondern auch Projekte des Leistungssportes der Elite und der Junioren. Mehr Infos auf www.goennerclub.ch. (Text und Fotos Nicolas Russi)

Resultate

Schwarzenburg. Berner Einzel-OL/letzter Lauf der Swiss Orienteering Elite League. Männer
(9,0 km/400 m Steigung/30 Posten): 1. Fabian Hertner (OLV Baselland) 1:06:22. 2. Daniel Hubmann (OL Regio Wil) 1:14 zurück. 3. Andreas Rüedlinger (OLK Rafzerfeld) 1:56. 4. Martin Hubmann (OL Regio Wil) 2:00. 5. Florian Howald (OLG Herzogenbuchsee) 8:17.

Frauen (6,6/300/23): 1. Simone Niggli (OLV Hindelbank) 58:02. 2. Judith Wyder (OLG Thun) 0:06. 3. Sara Lüscher (OLC Kapreolo) 1:52. 4. Sabine Hauswirth (ol norska) 3:20. 5. Rahel Friederich (OLG Basel) 4:06.

Junioren (7,0/320/25): 1. Joey Hadorn (ol norska) 57:30. 2. Christoph Meier (OLV Baselland) 1:05. 3. Florian Schneider (ol norska) 1:37.

Juniorinnen (5,2/230/19): 1. Sandrine Müller (OLV Zug) 53:56. 2. Salome Schweizer (OLV Baselland) 1:32. 3. Lisa Holer (OLK Fricktal) 1:48.

Schlussklassement Swiss Orienteering Elite League

Männer:
1. Daniel Hubmann 117. 2. Martin Hubmann 105. 3. Hertner 91. 4. Howald 88. 5. Rüedlinger 79.

Frauen: 1. Niggli 120. 2. Wyder 108. 3. Hauswirth 93. 4. Friederich 92. 5. Lüscher 89.

Junioren:
1. Meier 87. 2. Schneider 77. 3. Térence Risse () 72.

Juniorinnen:
1. Müller 90. 2. Schweizer 67. 3. Holer 65.
Simone Niggli und Daniel Hubmann starten als Leader zum letzten Lauf der Swiss Orienteering Elite League, der im Rahmen des Berner Einzel-OL stattfindet. Während die Breitensport-Kategorien im Dorfwald bei Schwarzenburg laufen, messen sich Elite und Junioren im Scheidwald.

eliteleague.jpgDer fünfte und letzte Lauf der erstmals ausgetragenen Saisonwertung Swiss Orienteering Elite League wird in Form eines Massenstartrennens ausgetragen - eine Ausgangslage, die von den Spitzenreitern auch taktisches Geschick und Kontrolle des Wettkampfverlaufes verlangt.

Obwohl der letzte Lauf als Pflichtresultat in die Wertung kommt, dürfte es schwer werden, die Leader noch vom Thron zu stürzen. Bei den Männern führt Daniel Hubmann mit komfortablen acht Punkten Vorsprung auf seinen Bruder Martin. Weitere drei Punkte dahinter nimmt Weltcupsieger Matthias Kyburz Platz 3 ein. Gewinnt Martin, genügt Daniel ein 4. Rang für den Gesamtsieg, siegt Matthias Kyburz, dann kann sich Daniel Hubmann gar mit einem 6. Platz an der Spitze halten.

Gleich ist die Situation bei den Frauen, wo Simone Niggli neun Punkte Vorsprung auf Judith Wyder hat und sich so einen 4. Platz erlauben darf.

Bei den Junioren benötigt Christoph Meier mindestens Rang 3, um an der Ranglistenspitze zu bleiben, bei den Juniorinnen muss Leaderin Sandrine Müller für einen Gesamtsieg mindestens Vierte werden. (NR)

Den 8. nationalen OL in und rund um Colombier konnten Simone Niggli und Daniel Hubmann in den Elitekategorien für sich entscheiden. Bei den Junioren holte sich Christoph Meier, bei den Juniorinnen Sandrine Müller den Tagessieg.

Vor den Schweizer Meisterschaften über die Langdistanz traf sich das OL-Volk am Samstag zu einem Sprint-OL in Colombier. Die Bahnen führten quer durch das Städtchen und das offene Gelände des Waffenplatzes. Während im Stadtteil viele, kleine Routenwahlentscheide gefordert waren, galt es im offenen Gelände zum Schluss die Konzentration hochzuhalten, um fehlerlos zu bleiben.


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«Es war ein sehr spannender Sprint», sagte Simone Niggli nach ihrem Lauf. Die 23-fache Weltmeisterin entschied das Rennen der Damenelite für sich. 22 Sekunden hatte sie sich vor Judith Wyder platzieren können. Grössere Fehler hatte Niggli keine zu beklagen. «Ich sah den Sprint als gutes Training für den Weltcup», so Niggli im Hinblick auf den Weltcup Final in Baden. Nach Niggli und Wyder klassierte sich Brigitta Mathys auf dem dritten Rang.

Bei den Herren konnte sich Daniel Hubmann den Tagessieg sichern. Damit bewies der Thurgauer seine zurzeit starke Form. Bereits holte er an der Schweizermeisterschaft im Sprint-OL vor zwei Wochen die Goldmedaille. Nur acht Sekunden nach Hubmann klassiert sich Matthias Kyburz auf dem zweiten Rang. «Zu Beginn gab es einige heikle Routenwahlen», so der Fricktaler. Ob er jeweils die richtige erwischt habe, konnte er nach seinem Lauf noch nicht sagen. «Grössere Fehler habe ich jedenfalls nicht gemacht.» Mit der Spitze mithalten konnte auch Martin Hubmann. Er verlor nur 21 Sekunden auf seinen älteren Bruder und wurde damit Dritter.

Im Junioren-Wettkampf lief Christoph Meier in einer eigenen Liga. Der Baselbieter distanzierte seine Konkurrenten um mehr als eine Minute – im Sprint eine beträchtliche Differenz. Zweiter wurde der Berner Jonas Egger, zwei Sekunden vor Florian Schneider. Schneider bestritt seinen ersten Wettkampf nach einer längeren Verletzungspause. Er hatte nach der JWOC mit einem Muskelfaserriss zu kämpfen. Mit seinem Comeback zeigte sich der Läufer des Juniorenkaders zufrieden: «Ich habe mich ziemlich gequält und bin am Limit gelaufen», so Schneider.

Bei den Juniorinnen entschied Sandrine Müller den Sprint-Wettkampf für sich. Zweite wurde die Bernerin Salome Weber: «Ich war bei der Kartenarbeit stets einen Schritt zurück», so Weber, die dennoch nur 17 Sekunden auf Müller verlor. Dritte wurde Ellen Reinhard.

Morgen Sonntag finden im Neuenburger Jura auf der Karte «Le Cernil» die Schweizer Meisterschaften über die Langdistanz statt. (Text und Foto Severin Furter)

Rangliste

Frauen Elite:
1. Simone Niggli 15:40. 2. Judith Wyder 0:22 zurück. 3. Brigitta Mathys 0:34. 4. Julia Gross 0:54. 5. Ines Brodmann 0:57. 6. Sabine Hauswirth 0:58.

Männer Elite:
1. Daniel Hubmann 15:29. 2. Matthias Kyburz 0:08 zurück. 3. Martin Hubmann 0:21. 4. Matthias Merz 0:57. 5. Andreas Rüedlinger 0:58. 6. Andreas Kyburz 1:05.

Juniorinnen: 1. Sandrine Müller 17:40. 2. Salome Weber 0:17 zurück. 3. Ellen Reinhard 0:34.

Junioren:
1. Christoph Meier 16:54. 2. Jonas Egger 1:04 zurück. 3. Florian Schneidern 1:02.
Mit dem gewohnten Bild bei den Frauen und einem Novum bei den Männern endeten die Schweizer OL-Meisterschaften über die Mitteldistanz. In Arni BE gewann Simone Niggli (Münsingen) überlegen ihren insgesamt 38. Schweizer Meistertitel. Bei den Männern verwies Martin Hubmann (Eschlikon) erstmals seinen älteren Bruder Daniel (Bern) auf den zweiten Platz.

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Diesmal steht ein anderer Hubmann mit Simone Niggli auf dem Podest
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Simone Niggli am letzten Posten
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Martin Hubmann, hinten folgt Matthias Kyburz
"Wunderschön, Super-Lauf, bestes Gelände" - die Kommentare der Spitzenleute entsprachen auch dem Echo aus dem Kreis der Breitensportler. Und da im Gebiet Blasenfluh das Lauftempo hoch gehalten werden musste und gleichzeitig im Postenraum genaues Kartenlesen verlangt war, kamen die wenigsten ohne die eine oder andere Unsauberkeit durch.

Auch Simone Niggli, die ihr 8. Mitteldistanz-Gold feiern konnte, war zu Beginn etwas unsicher und musste gleich beim ersten Posten korrigieren. "Ich lief nicht so sauber, aber als ich die drei Minuten vor mir gestartete Ines Brodmann einholte, bekam ich Gewissheit, gut unterwegs zu sein", sagte Niggli. Vom siebten bis zum 15. Posten liefen die beiden gemeinsam, bevor sich Niggli endgültig absetzen konnte und mit 3:38 Vorsprung siegte. Für Brodmann resultierte immerhin noch hinter Sabine Hauswirth die Bronzemedaille.

Einen Hubmann-Doppelsieg hatte es schon an den Sprintmeisterschaften gegeben, allerdings in der erwarteten Abfolge mit dem Sprintweltmeister von 2011 vorne. Diesmal gelang Martin Hubmann ein nahezu fehlerfreier Lauf, wogegen Daniel Hubmann zum 12. Posten vorentscheidende 23 Sekunden einbüsste. Dies und weitere 12 Sekunden beim 14. Posten kosteten ihn den dritten Einzeltitel in diesem Jahr.

Weltcup-Gesamtleader Matthias Kyburz musste mehrere kleinere Fehler hinnehmen, worunter 50 Sekunden Verlust beim zehnten Posten, und verpasste den Podestrang als Sechster klar. "Ich habe beim zehnten Posten zu Matthias aufgeschlossen, dann haben wir uns wieder aus den Augen verloren, und ich habe erst im Ziel bemerkt, dass er mich nochmals eingeholt hat", berichtete Martin Hubmann. (NR/Fotos Daniel Salzmann)

Arni BE. Schweizer OL-Meisterschaften. Mitteldistanz. Männer (5,2 km/240 m Steigung/22 Posten): 1. Martin Hubmann (Eschlikon) 29:17. 2. Daniel Hubmann (Bern) 0:24 zurück. 3. Matthias Merz (Aarau) 0:40. 4. Florian Howald (Oberönz) 1:35. 5. Fabian Hertner (Winterthur) 2:05. 6. Matthias Kyburz (Möhlin) 3:03.

Frauen
(4,6/180/19): 1. Simone Niggli (Münsingen) 31:01. 2. Sabine Hauswirth (Belp) 3:38. 3. Ines Brodmann (Riehen) 4:40. 4. Rahel Friederich (Winterthur) 4:55. 5. Judith Wyder (Zimmerwald) 4:58. 6. Brigitta Mathys (Büetigen) 5:16.

Junioren (4,9/200/19): 1. Térence Risse (Cottens) 32:32. 2. Florian Schneider (Stettlen) 0:23. 3. Ismael Röthlisberger (Aarau) 0:39.

Juniorinnen (4,2/140/19): 1. Lilly Gross (Richterswil) 32:52. 2. Véronique Ruppenthal (Domat/Ems) 1:57. 3. Federica Gianola (Bosco Luganese) 2:52.
Daniel und Martin Hubmann sorgten beim 6. nationalen OL auf Melchsee-Frutt für den ersten Familien-Doppelsieg auf nationaler Ebene. Bei den Frauen siegte Simone Niggli mit 2:30 Minuten Vorsprung auf Judith Wyder. Hubmann und Niggli bauten damit am 2. Lauf der Swiss Orienteering Elite League ihre Führung in der neuen Jahreswertung aus.

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Daniel Hubmann

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Simone Niggli
"Technisch spannend, fantastisches Gelände, ich habe es gerne ruppig", waren sich die Brüder Hubmann einig bezüglich Kommentar zum nationalen Lauf auf über 2000 m ü M. Im "Abwägen zwischen Risiko und Sicherheit", so Daniel Hubmann, fand er das beste Rezept und vermochte trotz zwei Fehlerminuten den jüngeren Bruder um drei Minuten zu distanzieren. "In den Steigungen büsste ich jeweils ein, beging zudem zwei Fehler", sagte Martin Hubmann. Für den drittplatzierten Matthias Kyburz erwies sich das Gelände als ruppiger als erwartet. "Ich suchte zudem den 12. Posten rund eine Minute, und beim Wechsel ins Weidegebiet verlor ich zwei Minuten, weil ich zuviel quer lief", sagte Kyburz.

Die beiden schnellsten Frauen waren sich ebenfalls einig was den Lauf und ihre Leistung anging. Sowohl Simone Niggli wie auch Judith Wyder fanden das Terrain läuferisch äusserst schwierig, und beide hatten offenbar soviele Bogen absolviert, dass sie ihre Fehler gar nicht zählen wollten. "Der erste Teil war wirklich äusserst schwierig", sagte Niggli, die nach drei Zeitverlusten zum sechsten, siebten und zehnten Posten nach fast halber Distanz nur an vierter Stelle lag und erst auf der zweiten Hälfte den klaren Abstand herstellen konnte. (Text und Fotos Nicolas Russi)

Rangliste

Melchsee-Frutt. 6. nationaler OL/2. Lauf der Swiss Orienteering Elite League. Männer
(10,7 km/530 m Steigung/34 Posten): 1. Daniel Hubmann (Bern) 1:18:56. 2. Martin Hubmann (Eschlikon) 3:02 zurück. 3. Matthias Kyburz (Möhlin) 3:45. 4. Baptiste Rollier (Boudevilliers) 6:26. 5. Matthias Merz (Aarau) 7:23. 6. Andreas Kyburz (Möhlin) 7:59.

Frauen
(7,3/310/25): 1. Simone Niggli (Münsingen) 1:03:22. 2. Judith Wyder (Zimmerwald) 2:30. 3. Sara Lüscher (Winterthur) 4:07. 4. Rahel Friederich (Winterthur) 5:28. 5. Monika Topinkova (Boudevilliers) 5:53. 6. Sophie Tritschler (Zürich) 5:54.

Junioren (8,3/360/26): 1. Christoph Meier (Lausen) 1:06:59. 2. Ismael Röthlisberger (Aarau) 0:24. 3. Sandro Vock (Bonstetten) 2:12.

Juniorinnen (4,2/190/16): 1. Sandrine Müller (Steinhausen) 43:06. 2. Marion Aebi (Oberönz) 3:50. 3. Sina Tommer (Raeterschen) 4:53.

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