file Startgelder & Covid-19

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3 Monate 6 Tage her #1211 von Julian Bleiker
Guten Abend zusammen

Gleich vorneweg - Finanz- oder Sponsoringverantwortlicher für einen OL-(Gross-)Anlass war ich noch nie, genauso wenig wie Vorstand und/oder Kassier in meinem OL-Verein.

Aber ich sehe das Bild mindestens etwas als Mischung zwischen den Positionen von Brian und Markus. Beide enthalten wohl ihre Wahrheiten. Aus Infos, die an einer Club-HV eben so mit allen Mitgliedern geteilt werden, weiss ich, dass 5-stellige Gewinne nach einem Grossanlass durchaus Tatsache sind - dies muss und soll man nicht verschweigen.

Dass in einer solchen Situation nicht mehr jeder einzelne Franken Startgeld nötig wäre, liegt wohl auf der Hand. Andererseits ist aber auch zu Bedenken, Aufwände an einem OL gibt es viele (=> Transport, Wettkampfzentrum, Festzelt = nicht zu unterschätzen, Preise bei Meisterschaften). Da fallen zwar die Massnahmen gegen Corona vermutlich eher wenig ins Gewicht, aber zu vernachlässigen sind auch diese nicht. Zudem werden die Startgelder meist zu einem Zeitpunkt festgelegt, zu dem noch längst nicht alle Sponsoren gewonnen sind - eine etwas vorsichtige Budgetierung (aus buchhalterischer Sicht sowieso ein Grundsatz) also angebracht.

Gerade die Sponsoren machen eben den Unterschied, ob ein Anlass einen hohen Gewinn abwirft oder nicht - sind diese zahlreich und zahlungskräftig vorhanden, so wirkt der Gewinn in der Nachbetrachtung hoch und tiefere Startgelder angemessen. Sind diese aber nicht vorhanden, und gerade durch Corona wird die Lage wohl schwieriger, so soll der Verein ja trotzdem einen kleinen Gewinn machen können, auf gar keinen Fall Verlust. Man kann die Sache somit auch etwas anders ansehen: die Sponsoren für einen Lauf sind damit keine lauf-spezifischen Sponsoren, sondern sponsern vielmehr den Veranstalter selbst; während die Startgelder die anfallenden Kosten decken.

Ja, ein OL könnte vermutlich auch zu tieferen Startgeldern durchgeführt werden. Unser Preis dafür wären wohl öfters etwas einfachere WKZ (haben auch ihren Reiz, solche Läufe), längere Fusswege an den Start und weniger Geld für den SOLV = Elitekader, Verbands-Administration, diverse Förderprojekte. Startgeldabgaben sind schliesslich des SOLV's Haupt-Einnahmequelle. Zudem werfen einige regionale OL's, gerade an Wochenenden mit 3, 4, 5 OL's keinen riesen Gewinn ab, hin und wieder die Kasse aufbessern mit einem Grossanlass scheint mir vertretbar.

Und schliesslich wissen die meisten Vereine (so hoffe ich mindestens, in meinem Club ist's sicher der Fall) auch was mit dem Geld anzufangen. Dieses liegt nach dem Lauf nicht einfach jahrelang still auf einem Konto, sondern wandert in Form von unterstützten Vereinsweekends, Jugendförderung, Club-Reisen, subventionierte Dresses, tiefere Mitgliederbeiträge! auch wieder an die Club-Mitglieder zurück.

Ich finde, es darf und soll sich jeder seine eigene Meinung zur Höhe der Startgelder bilden, eine regelmässige Diskussion über Sinn und Unsinn ist der Sache sicher förderlich.

In dem Sinne, eine hoffentlich möglichst sorglose und erfolgreiche Rest-OL-Saison 2020
Julian

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3 Monate 6 Tage her #1209 von Brian Odermatt
Lieber Markus,
Zumindest bei uns im Club wird das so gehandhabt, dass die Generalversammlung am Ende des Jahres über die verschiedenen Budgetposten informiert wird und unschwer erkennen kann, wie denn nun der Gewinn oder Verlust einzelner Anlässe ausfällt.
Ich möchte als Gegenbeispiel zur MOM den Nationalen von kommendem Sonntag zitieren: "Erhöhtes Startgeld infolge Mehrkosten für Umsetzung der Corona Schutzauflagen". Kosten pro erwachsene Person CHF 32 plus 5 Franken Parkgebühr.
Ich danke dir für deine Einsichten, es werden wohl insbesondere die Kosten für zusätzliche Zelte sein, welche die Kosten schnell in die Höhe treiben. Auch wenn keine OL-Beiz angeboten werden darf, wird das den Gewinn sicherlich reduzieren.
Verstehe mich nicht falsch, ich bin dankbar für jede Organisation und kenne den Aufwand, der dahinter steckt. Gerade in dieser Zeit wird das nicht einfacher.
Meines Erachtens sind allerdings im OL in der Schweiz die Startgelder sehr hoch; sowohl bei regionalen als auch bei nationalen Läufen. Wenn dann noch jene Kosten zusätzlich zu bezahlen sind (erhöhte Startgelder, Parkplatzgebühren) läppert sich das schon ziemlich zusammen. Man könnte da als Beispiel auch mal unsere Nachbarländer herbeiziehen, z.B. in Frankreich kostet der Start an einem nationalen OL 13€. Oder auch die einfach organisierten regionalen OLs in der Westschweiz, wo jeweils für 10 CHF gestartet werden kann. Das OL-Erlebnis, um das es ja am Ende geht, ist dabei nicht kleiner. Meines Erachtens wäre es für den OL-Breitensport nachhaltiger, wenn solch hohe Gewinne nicht an der Tagesordnung wären; auch aus Fairness den Sponsoren gegenüber, die ja den Anlass sponsern und nicht eine Einzahlung in die Klubkasse vornehmen wollen.
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3 Monate 1 Woche her - 3 Monate 1 Woche her #1188 von Markus Weber
Lieber Brian

Zu Deiner Behauptung von 5-stelligen Gewinnen bei nationalen Anlässen mag ich mich nicht gross äussern sondern stelle mal die Gegenfrage: An wie vielen solchen Anlässen warst Du Laufleiter oder Finanzchef um eine solche Aussage machen zu können? Zumal die Aussage betreffend höheren Startgeldern auch nicht wirklich stimmt. Diese sind nicht ausschliesslich mit Corona begründet sondern zur Hauptsache anderweitig verursacht, z.B. bei der MOM: Fahrplanverdichtung, Infrastrukturkosten, Kartierung (gemäss Ausschreibung).

Es stimmt, bei den regionalen OL fallen z.T. Infrastrukturkosten weg, aber nicht gänzlich. Falls kein Platz für Klubzelte da sind, muss evtl. trotzdem ein kleines Zelt gemietet werden als Wetterschutz. Dem gegenüber stehen dafür höhere Kosten für die Auswertung (Anmeldeportal, Startlisten, Post- und Bankspesen) und massive Ausfälle bei der Festwirtschaft.

Aber auch die von den Behörden verlangten Schutzmassnahmen gehen durchaus ins Geld. Ein 500 ml Desinfektionsmittel-Spender kostet zwischen 10 -15.- und Du benötigst schnell mal 15 - 20 solche Flaschen, Schutzmasken, etc. sind auch nicht gratis. Da bist Du schnell mal bei Kosten zwischen 200 - 400.- was in etwa der Miete einer Turnhalle entspricht. Und je nach Kanton kommen evtl. noch zusätzliche Massnahmen dazu (Bewilligung, etc.).

Ich wäre jetzt mal einfach froh und dankbar, dass es Vereine gibt die aktuell überhaupt Läufe planen und organisieren und es Dir ermöglichen OL zu laufen. Dies trotz des höheren und komplizierteren Aufwands.

Sportliche Grüsse
Markus Weber
Letzte Änderung: 3 Monate 1 Woche her von Markus Weber.

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3 Monate 1 Woche her #1186 von Brian Odermatt
Liebe Veranstalter,
Bei verschiedenen Ausschreibungen fallen gleich die erhöhten Startgelder auf, die durch Covid-Massnahmen gerechtfertigt werden (z.B. Nationaler Eigenthal, bussola OL, ...). Auf der Ausschreibung sind dann aber die einzigen wirklichen Änderungen, die vom Läufer wahrgenommen werden, dass auf das Angebot von Garderoben & Duschen verzichtet wird, also eigentlich Massnahmen, die die Startgelder (und die Attraktivität eines Anlasses) senken.
Mich würde es sehr interessieren, was denn an Zusatzkosten anfällt, und wie sich diese Kosten in Relation zu den Einsparungen verhalten. Es ist ja auch anzumerken, dass mit einem Nationalen vor der Coronapandemie fünfstellige Gewinne der Normalfall waren, da wäre also der eine oder andere Zusatzposten im Budget wohl verkraftbar...
Vielen Dank im Voraus für spannende Einsichten ;-)
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