Mit einer herausragenden Leistung kürt sich Adrian Jäggi zum Bike-OL Junioren-Europameister in der Mitteldistanz in die Schweiz. Nach dem Sprint-Weltmeistertitel im Vorjahr beweist der Biberister erneut, wie er auf den Tag X die physische Form und den mentalen Fokus auf den Punkt bringen kann.

adrian jäggi flower ceremony
Junioren-Sieger Adrian Jäggi bei

der Flower Ceremony (alle Fotos:

Thomas Jäggi und Christine Schaffner)

 

Am Schweizer Nationalfeiertag müsse doch ein Schweizer Erfolg her, verkündete der Eventspeaker wiederholt. Es war ein würdiges Mitteldistanzgelände einige Kilometer westlich von Orléans. Kleine Gebiete mit vielen feinen und verschlungenen Pfaden, die ins Unterholz gehauen wurden, wechselten sich mit schnelleren Partien mit mehrheitlich breiten Wegen ab.

EM in Orléans

Website des Veranstalters: hier
Programm und Resultate: Elite, Jugend, Junioren und Master

Adrian Jäggi nahm sich die Worte des Speakers zu Herzen und siegte. Der Wettkampf passte ihm gut: "Das Gelände und die Bahn waren genial. Ich mag es, wenn es flach und schnell ist. Auch die feinen Pfade waren gut sichtbar." Bis auf zwei kleinere Unsicherheiten bei den feinen Posten lief es super. "Im schnellen, mittleren Teil kam es mir vor wie in der Schweiz," meinte Jäggi. Die technisch schwierige Schlussschlaufe brachte dann die Entscheidung. Dort konnte er diejenigen Konkurrenten überholen, die beim Zuschauerposten noch vor ihm lagen. "Ich wusste, dass des Start und der Schluss mit der Zuschauerschlaufe schwierig werden, dass es aber auch Teile geben wird, wo man Vollgas geben muss." Es gelang ihm, sein Rennen entsprechend einzuteilen. Adrian Jäggi startete eher früh und musste im Ziel lang warten, bis das Resultat feststand: "Zuerst glaubte ich an ein Diplom, dann an die Medaille und schliesslich war es Gold – genial!"

noah rieder
Noah Rieder

Auch von der Jugend-EM gibt es eine Schweizer Erfolgsmeldung: Noah Rieder erkämpfte sich mit dem sechsten Rang ein EM-Diplom. "Nach dem technischen Sprint vom Sonntag freute ich mich darauf, dass es physischer wird. Das kam mir sehr entgegen und ich konnte bei den langen Teilstrecken gut drücken und kämpfen," meinte er. Abgesehen von zwei kleinen Umwegen kam er fehlerfrei durchs Rennen. "Mit dem Diplomrang bin ich super zufrieden! Das hatte ich nach dem mässigen Resultat am Sprint nicht erwartet," freute Rieder über seinen Erfolg.

Im Elite-Rennen fuhr vom Schweizer Team Ursina Jäggi am erfolgreichsten. Nach einem guten Wettkampf mit wenigen kleinen Unsicherheiten verpasste sie als Elfte die Topten nur um eine Sekunde: "Ich bin zufrieden, aber das i-Tüpfelchen fehlte. Für eine bessere Klassierung müsste ich noch ein bisschen schneller fahren können und in den feinen Gebieten ein wenig sicherer navigieren." Maja Rothweiler hatte ein grundsätzlich solides Rennen mit einigen Unsicherheiten in den feineren Gebieten. Das reichte für Platz 14. "Heute war nicht herausragend, aber im Hinblick auf die WM stimmt der Fahrplan," meinte die Bronzemedaille-Gewinnerin vom EM-Sprint.

EM 2017 Middle Simon Brändli
Simon Brändli

Simon Brändli war als 15. mit seinem Rennen nicht ganz zufrieden. Auch er berichtete über Unsicherheiten in den Gebieten mit den feinen Pfaden. Beim zwölften Posten beklagte er einen grösseren Zeitverlust. Der Posten lag kaum sichtbar mehrere Meter vom Weg entfernt am Boden, so dass er ihn beim hohen Tempo nicht sah und erst viel zu spät umkehrte. Auch Beat Schaffner (27.) beklagte aus demselben Grund einen grösseren Zeitverlust.

An der Masters-WM holten Monika Bonafini (1. D60) und Peter Müller (2. H60) Schweizer Medaillen.

Text: Beat Schaffner

RSS Feed