Heute begann in litauischen Vilnius die Weltmeisterschaft mit der Mitteldistanz. Dabei fuhr Simon Brändli sein bislang bestes WM-Ergebnis heraus. Das übrige Schweizer Team war heute fehleranfällig.

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Adrian Jäggi in einem ruhigen Moment beim Kartenstudium. (Foto: donataslazauskas.lt)

In den letzten Tagen hatte es in Litauen immer wieder geregnet, was die Bedingungen im Gelände deutlich erschwerte. Das Wegnetz war schlammig und glitschig und forderte den Athletinnen und Athleten alles ab. Zudem war es kühl. Bei den Herren war eine Siegerzeit von 55 bis 60 Minuten vorgesehen, der neue Weltmeister Krystof Bogar erzielte eine Siegerzeit von 68 Minuten. Dies unterstreicht die Schwierigkeiten deutlich, wie auch der Schweizer Bike-OL Trainer Simon Seger unterstrich: „Das Gelände war fahrtechnisch schwierig, die Fahrerinnen und Fahrer waren kaum zum Kartenlesen gekommen, was eigentlich sehr nötig gewesen wäre." Fehlerfrei durch die Bahn im hügeligen Gelände von Sapiegine kamen die wenigsten. Nur wer seine Taktik anpasste, hatte heute eine Chance, so wie Simon Brändli.

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Simon Brändli (Foto: Donatas Lazauskas)

Simon Brändli zeigte eine solides Rennen: „Im anspruchsvollen Gelände machte ich zwar viele kleine Fehler, ich bemerkte jedoch das Abweichen von der idealroute immer schnell und konnte dadurch die Fehler klein halten." Daraus resultierte der gute siebte Rang, nur 1:43 Minuten vom Podest entfernt. Wenn Simon Brändli anmerkt, dass das ganze Rennen ein Murks war und bei ihm kein Flow aufkam, dann darf von ihm in den nächsten Tagen vielleicht noch ein Exploit erwartet werden. Das beste Ergebnis an internationalen Meisterschaften in seiner Karriere hat er jedenfalls bereits realisiert.
Hinter Krytof Bogar (1:08:07) klassierten sich die Russen Anton Foliforov (+0:54 Min) und Gluhov Valeriy (+1:43).
„Es kann nur besser werden."

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Ursina Jäggi (Foto: Donatas Lazauskas)

So bilanzierte Ursina Jäggi ihre heutige Leistung. Sie erwischte heute einen rabenschwarzen Tag, sie machte einige Fehler und zählte mehrere Minuten Routenwahlfehler zusammen. Stellvertretend die Fahrt zum fünften Posten: „Ich fuhr richtig vom vierten Posten weg. Dann hatte ich aber das Gefühl, ich müsste nicht so den Berg hochfahren und kehrte um. Beim zweiten Mal las ich plötzlich zu einem anderen Posten und fuhr deshalb ziemlich genau 180 Grad falsch weg, den Hügel runter statt rauf. Dementsprechend musste ich diese Höhenmeter anschliessend wieder hochfahren."


Maja Rothweiler, die Dritte vom EM-Sprint in Frankreich, berichtete von einer soliden Leistung und einer Fahrt ohne grössere Fehler, „allerdings war ich nicht immer den notwendigen Schritt voraus, was viele Sicherheitsstopps zur Folge hatte." Es gelang ihr in diesem schwierigen Gelände nicht, am Limit zu fahren. „Nach etwa der Hälfte kam ich aufgrund der äusseren Bedingungen nicht mehr in die Pedale und musste mein Bike über mehrere rutschige Hügel hochschieben." So resultierte daraus ein 15. Rang. Die Russin Shipilova Vinogradova Olga, die dieses Jahr am Schweizer Bike-OL Camp teilnahm, gewann das Rennen (1:03:49) vor der Tschechin Tichovska Martina (+1:32) und der Britin Emily Benham (+3:31).


Der einzige Schweizer Junior, Adrian Jäggi, machte zwei grosse Routenwahlfehler, die je fünf Minuten kosteten.

„Mein Rennen heute war ziemlich schlecht. Ich machte zu viele grobe Fehler. Mit meiner physischen Form bin ich zufrieden, ich konnte sie aber heute leider nicht ausspielen, da es kartentechnisch extrem anspruchsvoll war." So hatte Adrian Jäggi für einmal keine Chance auf eine Topklassierung und reihte sich auf dem 18. Rang ein. Das Rennen gewann Deriaz Samson aus Frankreich (59:47), dahinter landeten der Däne Steinthal Thomas (+2:33) und der Franzose Dott Anathael (+2:47).

Text: David Hayoz, Fotos: Donatas Lazauskas

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