Simon Brändli
Simon Brändli erschien nach rund zwei Dritteln des Rennens
noch mit beinahe 30 Sekunden an der Spitze....
Noah Rieder
...bevor ihm zu Posten 19 ein fataler Fehler unterlief!

Im durch ein horrendes Tempo geprägten Massenstartrennen im finnischen Kuortane konnten die Schweizer Herren, allen voran Simon Brändli, lange hervorragend mithalten. Ein vermeidbarer Routenwahl- sowie ein Ausführungsfehler liessen ihn aber noch auf den 10. Platz zurückfallen.


Das flache finnische Gelände war mit verhältnismässig vielen gut befahrbaren Wegen durchsetzt. Aufgrund der wenigen Höhenmetern war das Tempo vor allem zu Anfang horrend. Dies bekam auch Adrian Jäggi zu spüren. Als eher leichter Bergfahrer bekundete er manchmal Schwierigkeiten mit der Gruppe mitzukommen. Durch seine ausgezeichnete Technik konnte er aber jeweils auf den Trails und den wenigen kurzen Abfahrten wieder etwas aufholen.

Die beiden Teamleader Brändli und Jäggi (im Live-Stream beinahe liebevoll mit Brändel und Jägel bezeichnet) hatten zu Beginn die kürzeren Gabelungen zu absolvieren, was sich in Massenstartrennen, wenn sich gegen Ende das Feld auseinanderzieht, erfahrungsgemäss eher als Nachteil erweist. Dennoch zeigte sich Brändli auf der Höhe seiner Aufgabe, führte er das Rennen doch nach zwei Dritteln der Strecke mit komfortablen 30 Sekunden an. Doch wer das Rennen mit Schweizer Herz mittels Live-Stream mitverfolgte, dem stockte kurz darauf der Atem, als ihm zu Posten 19 ein fataler Fehler unterlief und er eine Weggabelung zu früh einbog. Mit einem beherzten Lauf querfeldein (was in Finnland erlaubt ist) versuchte er die Situation noch zu retten, doch die Verfolger hatten ihn unterdessen schon ein- und überholt. In der Folge unterlief ihm, genau wie Jäggi noch ein vermeidbarer Routenwahlfehler und er wurde auf den 10. Platz zurückgespült. Trotz der wohl leichten Enttäuschung über sein Abschneiden schloss er das Rennen publikumswirksam mit einem lupenreinen Wheelie ab. Adrian Jäggi erreichte nach einem, mit Ausnahme seines Routenwahlfehlers sauberen Rennen, den 20. Schlussrang. Pech hatte hingegen WM-Neuling Silas Hotz. Nach einer bis zu diesem Zeitpunkt soliden Fahrt immer um Rang 20, quittierte er den 21. Posten nicht vorschriftsgemäss, was zur Nichtrangierung des Aargauers führte.

Mit dem Rennen an der Spitze hatten die Schweizer also letzten Endes nichts zu tun. Dort setzte sich der Finne Samuel Pokola vor dem tschechischen Titelverteidiger Jiri Hradil und Altmeister Anton Foliforov aus Russland durch. Die einheimischen Finnen konnten mit drei Fahrern in den ersten sieben durchwegs überzeugen.

Zu ihrem ersten Einsatz in einem internationalen Rennen bei den Juniorinnen kam die Bernerin Lena Hofer. Sie erwischte einen guten Start, bekundete danach auf den Schlaufen etwas Mühe dem Tram zu folgen, konnte aber die Lücken mit viel Einsatz immer wieder zufahren. Bis auf eine kleine Unsicherheit zu Schluss gelang ihr ein fehlerfreies Rennen. Ihr 13. Rang an ihrer Premiere, dazu erst noch in einem hektischen Massenstartrennen, ist durchaus bemerkenswert.

Im Juniorenrennen konnten grosse Hoffnungen auf Noah Rieder gesetzt werden. Der Lysser konnte zu Beginn auch gut mithalten, dann unterlief ihm aber ein grösserer Routenwahlfehler. Zu allem Unglück wurde ihm zum Schluss der ersten Runde noch unwohl und er musste sich sogar übergeben. Doch Rieder konnte sich wieder fangen und arbeitete sich noch bis auf den 13. Rang vor. Ebenfalls zu einer Premiere an einem Anlass dieser Grössenordnung kam der Berner Flurin Schnyder: er zeigte sich zu Beginn etwas überrascht vom hohen Tempo, zog jedoch unbeirrt sein eigenes Tempo durch und zeigte, abgesehen von zwei Routenwahlfehlern, ein solides Rennen. Mit dem Resultat bei seinem Einstand im internationalen Bike-OL Zirkus zeigte er sich zufrieden.

Zu den Ranglisten
M21 / W20 /M20

(Text: Thomas Bossi, Foto: Screenshot Live-Stream)
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