20171001 WCFinal team
Das erfolgreiche Team Schweiz 2

Die amtierenden Weltmeister in der Sprintstaffel, das Team aus Schweden, konnten auch den letzten Staffelwettkampf der Weltcupsaison für sich entscheiden. Die Schweizermannschaft lief auf den dritten Rang, gleich hinter den Norwegern.

Vor herrlicher Kulisse und angefeuert von unzähligen enthusiastischen Fans kämpften die besten OL-Teams der Welt im letzten internationalen Wettkampf der Saison um wichtige Punkte im Team Weltcup. Die Schwedische Mannschaft stand bereits vor der abschliessenden Sprintstaffel als Sieger der Jahreswertung fest, für Swiss Orienteering ging es vor allem um die Verteidigung des zweiten Rangs und die Bestätigung der hervorragenden Einzelresultate der Vortage.

Viele kurze Posten zwischen den schmucken Häusern von Grindelwald, kleine Durchgänge und einige steile Aufstiege sorgten für eine abwechslungsreiche Bahn. Da für die Wertung das bestklassierte der drei Schweizer Teams zählte, hiess es für alle Athleten von Swiss Orienteering voll anzugreifen. Und spätestens als bekannt wurde, dass Florian Howald von Schweiz 1 auf der zweiten Strecke einen falschen Posten stempelte, lag der Fokuss auf Schweiz 2.

Auf der Startstrecke sorgte die Schwedin Karolin Ohlsson für das Tempo und lief von Beginn weg an der Spitze. Hinter ihr folgte Julia Gross von Schweiz 2. Die Zürcherin übergab am Ende elf Sekunden vor ihrer Teamkollegin Elena Roos (SUI 1) und war sehr zufrieden mit ihrer Leistung: „Ich konnte umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte. Wahrscheinlich profitierte ich teilweise von kürzeren Gabelungsposten, aber das muss man auch ausnutzen können." Auch Elena Roos war glücklich mit ihrem Wettkampf: „Es lief mir gut. Ich hatte das Gefühl zu Beginn die längeren Gabelungen zu haben, es kamen immer wieder Läuferinnen von allen Seiten. Das machte mir aber nichts aus, denn ich wusste, dass das Rennen erst nach vier Läufern entschieden ist und so meine Teamkollegen vielleicht später die kürzere Variante haben."

Spätestens auf der zweiten Strecke zeichnete sich ein Kampf zwischen drei der besten Sprintstaffelnationen Schweiz, Schweden und Norwegen ab. Florian Howald und Daniel Hubmann konnten die führenden Schweden überholen und übergaben fast gleichzeitig zur dritten Strecke. Bei der Auswertung des Zeitmessungssystems zeigte sich jedoch, dass Florian Howald (SUI1) einen falschen Posten gestempelt hat. „Ich wollte es zuerst nicht glauben. Als ich den Posten im Ziel dann aber in Ruhe nochmals auf der Karte ansah, kam mir in den Sinn, zu diesem Zeitpunkt im Rennen gestresst gewesen zu sein. Ich sah den Schwedischen Läufer über eine Wiese rennen, die ich als Sperrgebiet glaubte. So verlor ich kurz den Fokus und bemerkte nicht, als ich den falschen Gabelungsposten quittierte", so Howald zu seinem Missgeschick. Daniel Hubmann erzählte von einem fehlerfreien Lauf: „Es war hart. Mann musste stets auf das Tempo drücken und mit den zwei Wettkämpfen der Vortage in den Beinen wurden die Steigungen sehr anstrengend. Technisch lief es mir gut."

Weil auch das erste Team der Schweden einen falschen Posten gestempelt hatte, konzentrierte sich das Rennen auf die Norweger sowie Schweiz und Schweden 2. Fabian Hertner verlor etwas Zeit gegenüber seinen direkten Konkurrenten: „Ich erwischte einen guten Start, auf der zweiten Schlaufe wurde es aber hart und die Gabelungen machten grosse Unterschiede. Auf einem längeren Postenabschnitt zurück Richtung Zielarena erwischte ich einen falschen Eingang und musste meine Route anpassen. Das kostete einiges an Zeit." In Führung lag nach dieser Strecke das Norwegische Team, gefolgt von den Schweden und Norwegen 2. Hertner übergab an vierter Stelle mit einem Rückstand von 39 Sekunden auf die Spitze.

Sarina Jenzer von Schweiz 2 lief eine sehr starke Schlussstrecke. „Unterwegs habe ich nicht viel an meine Position im Rennen gedacht, sondern nur darauf geachtet, sauber OL zu machen", so die Bernerin. Sie kam den führenden Teams immer näher und überholte eines der Norwegischen Teams. „Als wir am Ende die Dorfstrasse Richtung Zielarena runter spurteten sah ich die beiden führenden Teams vor mir und schaute zurück, wo niemand mehr sichtbar war", sagt Jenzer. Am Ende fehlten nur gut zwanzig Sekunden zum Sieg, den sich Schweden 2 knapp vor Norwegen 1 sicherte. Ebenfalls stark lief das dritte Schweizer Team, das mit dem sechsten Schlussrang sehr zufrieden sein darf.

In der Team Gesamtweltcupwertung konnten die Schweizer den zweiten Rang hinter Schweden verteidigen. Das Norwegische Team überholte noch Russland und beendet die Teamwertung auf Rang drei.

Text: Raffael Huber, Bilder: Rémy Steinegger (EGK OL-Weltcupfinal 2017)

 

Resultate:

Sprintstaffel, Grindelwald Dorf
1. Schweden 2 (Helena Bergman, Martin Regborn, Oskar Sjöberg, Sara Hagström)
2. Norwegen 1 (Andrine Benjaminsen, Gaute Hallan Steiwer, Eskil Kinneberg, Ida Marie Naess Björgul)
3. Schweiz 2 (Julia Gross, Daniel Hubmann, Fabian Hertner, Sarina Jenzer)

6. Schweiz 3 (Anina Brunner, Florian Schneider, Andreas Kyburz, Martina Ruch)
disp. Schweiz 1 (Elena Roos, Florian Howald, Matthias Kyburz, Sabine Hauswirth)


Team Gesamtweltcup
1. Schweden
2. Schweiz
3. Norwegen


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