Favoritensiege der Routiniers gab es bei sommerlichem Wetter am Sonntag auf dem Stammerberg. In Abwesenheit der Kaderläufer und auch der besten Junioren, die im Tessin als Tesläufer mit dabei waren, hatte der Wettkampf nur beschränkte Bedeutung.

Das war eigentlich schade, die OLG Dachsen bot einen interessanten Wettkampf in gut belaufbarem Gelände. Simone Niggli lief wie erwartet überlegene Bestzeit. Trotz zwei Minuten Zeitverlust unterwegs, betrug ihre Reserve im Ziel gegenüber Regula Hulliger fast vier Minuten. Als Niggli („Ich war nicht sehr konzentrier") mehr an die Selektionsläufe ihrer Schützlinge vom Kader im Tessin dachte, als an die Tücken des Stammerbergs, erwischte sie prompt einen falschen Weg und verlängerte damit ihre Route. Kurz vor dem Ziel lief sie ein falsches Dickicht an und musste sich in unübersichtlicher Zone auffangen. Bei den Männern war das Rennen knapper: Baptiste Rollier war als erster gestartet – seine Zeit hatte bis zum Schluss Bestand. Zwischendrin war allerdings Severin Denzler auf gutem Weg den Romand zu übertrumpfen – doch am Schluss fehlte ihm der Rhythmus. Wie Lilly Gross (4. bei den Frauen) läuft er nicht mehr so viel OL und startete als Vorbereitung auf die Schweizer Staffelmeisterschaften vom kommenden Wochenende in Stammheim. Gross und Denzler waren einer Meinung: „Ohne regelmässig OL zu machen, ist es schwierig in den Flow zu kommen". Gross kämpfte vor allem mit der Präzision in den Postenräumen und kündete an: „Wir Schwester Gross laufen die SOM am nächsten Sonntag zum letzten Mal alle unter gleichem Namen". Das Geheimnis dahinter: Julia Gross wird nach den Europameisterschaften heiraten. Auf dem Stammerberg mitgelaufen ist auch das deutsche Nationalteam, das ein Trainingslager in der Schweiz bestritt. Moritz Döllgast lief auf den dritten Platz bei der Elite „Äs isch heiss gsi" war eine oft gehörte Aussage im Zielraum – mehr als 1500 Teilnehmende genossen einen sommerlichen Tag und verweilten noch lange im grosszügigen WKZ in Stammheim. Dies nach einem Lauf, der dank den Bahnen von Paul Corrodi in allen Kategorien eine Herausforderung gewesen war. Die zurück gebliebene Vegetation und die Flächen auf dem Plateau erlaubten hohe Tempi und die hatten dann im Postenraum wieder ihre Tücken. Für die OLG Dachsen, die in Stammheim mit offenen Armen empfangen wurde, war der Anlass ein Erfolg. (Foto und Text: Beat Meier)

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