Florian Schneider heisst der neue Sprint-Schweizermeister bei den Herren. In der Frauenkategorie teilten sich Valérie Aebischer und Simone Niggli den Sieg einer sowohl technisch als auch physisch fordernden Sprint-SM.

Der zweite Wertungslauf des Swiss Orienteering Grand Slam forderte den Athleten einiges ab. Das Laufgelände erstreckte sich über die verschiedenen Ortsteile der Gemeinde Capriasca, wobei die Kernzonen der typischen Tessinerdörfchen sehr enge und verwinkelte Gassen aufwiesen. Zwischen den detaillierteren Gebieten galt es längere Routenprobleme zu lösen und auf das Lauftempo zu drücken. Die langen Siegerzeiten und viele Steigungsmeter machten den Wettkampf zusätzlich physisch anspruchsvoll.

Bei den Herren wurde Florian Schneider seiner Favoritenrolle gerecht. Zu Beginn erwischte der Berner nicht immer die beste Route, fand aber je länger je besser ins Rennen. „Es war schwierig nach dem EM-Sprint nun auf die Schweizermeisterschaft umzustellen. Die EM war ein Saisonhöhepunkt und Grossanlässen tendiere ich dazu, emotional etwas runter zu kommen. Spätestens aber nach den verpatzten Routenwahlen zu Beginn fand ich die notwendige Spannung wieder und konnte aufdrehen", berichtet der Zwanzigste des EM-Sprints. Die Tempoverschärfung im letzten Abschnitt des Laufs war notwendig, Remo Ruch als Zweiter und Lokalmatador Tobia Pezzati auf dem dritten Rang verloren nur wenig Zeit auf Schneider.

Im Frauenrennen gab es zwei Siegerinnen. Simone Niggli und Valérie Aebischer liefen genau die gleiche Zeit und teilten sich den Schweizermeistertitel. Aebischer lief wie Florian Schneider am Sonntag den ersten EM-Einsatz ihrer noch jungen Elite-Karriere und unterstrich an der Sprint-SM, dass ihr Formaufbau sehr gut aufging. Simone Niggli erzählte von einem grösseren Routenwahlfehler und ein paar Momenten wo sie zögerte, war aber insgesamt zufrieden mit ihrem Lauf: "Es war anspruchsvoll und hat viel Spass gemacht."

Durch die Absenz der frisch gekürten EM-Bronzemedaillengewinnerin Simona Aebersold gab es bei den Juniorinnen zum ersten mal seit der Einführung des Swiss Orienteering Grand Slam eine neue Gewinnerin eines Wertungslaufes. Die Tessinerin Elena Pezzati holte sich den Titel. Bei den Junioren feierte Timo Suter seinen zweiten Sieg in der Grand Slam Wertung 2018.

Zu Diskussionen führte ein von einer Anwohnerin umgesetzter Posten. Weil dies aber den Ausgang des Wettkampfs an der Spitze der Rangliste nicht beeinflusste, wird die Sprint-SM, welche gleichzeitig als World Ranking Event, Etappe des 5. Tage OL's und Studenten-WM Testlauf zählte, gewertet. Text und Bild: Raffael Huber

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