Beim letzten Rennen des Weltcupblocks in Norwegen bewiesen die skandinavischen Teams einmal mehr ihre Stärke in Staffelwettkämpfen. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern gerieten die Teams Schweiz 1 früh in Rücklage.

 

Bei den Frauen wurde das Team von Schweiz 1 gleich zu Beginn aus der Medaillenentscheidung geworfen. Julia Jakob auf der Startstrecke unterlief ein gröberer Fehler. Besser machte es ihre jüngere Schwester Paula Gross, die Schweiz 2 in der Spitzengruppe auf die zweite Ablösung schickte. Ihre junge Teamkollegin Sofie Bachmann lief ebenfalls ein solides Rennen, verlor allerdings genau gleich wie die zweite Läuferin von Schweiz 1, Simona Aebersold, Zeit auf die Führenden. Weil der Schlussläuferin von Schweiz 2, Sarina Jenzer, gleich zu Beginn ihres Wettkampfs ein zeitraubender Fehler passierte, kam es schon bald zum Direktduell der beiden Schweizer Staffeln 1 und 2. Sabine Hauswirth von Schweiz 1 hatte allerdings die besseren Beine und brachte ihr Team auf Rang fünf, unmittelbar vor Schweiz 2.

An der Spitze des Rennens spielten die Schwedinnen ihre Dominanz aus. Auch wenn kleine Unsicherheiten die Konkurrentinnen ab und zu näherkommen liessen, so setzten sie sich am Ende mit Schlussläuferin Tove Alexandersson trotzdem deutlich vor den beiden anderen skandinavischen Teams Norwegen und Finnland durch. Sowohl Schweden 2 als auch Russlands Team wurden disqualifiziert, weil sie einen falschen Posten stempelten respektive im Falle der Schwedin Sara Hagström ausliessen.

Einen noch schlechteren Start in die Staffel erwischte das Männerteam Schweiz 1. Nach einem Fehler auf der ersten Schlaufe lief bei Daniel Hubmann auf der Schlussrunde nach der Arenapassge nicht mehr viel zusammen. So übergab er an 22. Stelle mit über vier Minuten Rückstand an Florian Howald. Ganz anders präsentierte sich die Startstrecke für Schweiz 2, wo Florian Schneider nur die Schweden leicht ziehen lassen musste und an der Spitze der Verfolgergruppe an zweiter Position an Jonas Egger übergab. Auf der zweiten Ablösung sorgten dann die beiden stärksten Athleten der Vortage, Olav Lundanes aus Norwegen und Gustav Bergmann aus Schweden für ein horrendes Tempo. Egger konnte zu Beginn mitgehen, verlor aber im zweiten Teil der Strecke einiges an Zeit, wodurch Howald von Schweiz 1 näherkam. Auf der Schlussstrecke kam es zum Duell der beiden Kyburz Brüder Andreas und Matthias. Beide zeigten eine starke Leistung und überholten einige andere Teams. Am Ende lief Andreas für Schweiz 2 als Achter ins Ziel, Matthias brachte Schweiz 1 auf Rang elf.

Den Sieg machten die Skandinavier unter sich aus. In einem packenden Fight sicherte der Norweger Magne Daehli seinen Landsleuten einen prestigeträchtigen Sieg, nachdem die Schweden alle fünf anderen Entscheidungen während diesem Weltcupblock in Norwegen gewonnen hatten. Die schwedischen Teams mussten sich mit dem zweiten (Schweden 1) und dritten (Schweden 2) Rang zufrieden geben. Bis zum drittletzten Posten konnte auch die tschechische Staffel mit Schlussläufer Vojtech Kral ganz vorne mithalten.

Die Wettkämpfe in Norwegen haben den Athleten von Swiss Orienteering aufgezeigt, dass sie durchaus das Potential haben, den Skandinaviern in ihrem Heimgelände zeitweise Paroli bieten zu können. Allerdings liegt noch einige Freinarbeit an, damit die Schweizer an der WM im August 2019 der breiten Konkurrenz aus Skandinavien die Stirn bieten können. Einen wichtigen Teil davon werden sie bereits nächste Woche tun, wo die gesamte Schweizer Nationalmannschaft im norwegischen Gelände der WOC 2019 trainieren wird. Text: Raffael Huber

Staffel Damen, 3x5.3km, 175m Steigung, 13 Posten
1. Schweden (Strand, Ohlsson, Alexandersson): 1:52:55
2. Norwegen (Ekroll Jahren, Andersen, Olaussen): +2:23
3. Finland (Anttonen, Karhola, Haikonen): +3:32

5. Schweiz 1 (Jakob, Aebersold, Hauswirth): +10:41
6. Schweiz 2 (Gross, Bachmann, Jenzer): +11:46
18. Schweiz 3 (Tommer, Holer, Ruch): +27:58


Staffel Herren, 3x6.6km, 210m Steigung, 16 Posten
1. Norwegen (Kinneberg, Lundanes, Daehli): 1:54:12
2. Schweden 1 (Riedefelt, Bergmann, Lind) +0:03
3. Schweden 2 (Regborn, Leandersson, Svensk) +0:24

8. Schweiz 2 (Schneider, Egger, A. Kyburz) +8:32
11. Schweiz 1 (D. Hubmann, Howald, M. Kyburz) +9:08
26. Schweiz 3 (Hadorn, Zbinden, M. Hubmann) +32:00

Für die Weltcuprangliste wird nur das erste Team pro Nation gewertet. Auf der obenstehenden Tabelle sind alle gelaufenen Teams aufgeführt.


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