In der finnischen Hauptstadt holt sich das bestbesetzte Schweizer Team den ersten Podestplatz der neuen Weltcup-Saison. Das Schweizer Quartett wird einzig vom amtierenden Weltmeister Schweden geschlagen. Alle vier Schweizer Teams klassieren sich in den unter den ersten elf Mannschaften.

Da in diesem Jahr erstmals eine Wald-WM stattfindet, werden in der jungen OL-Disziplin Sprintstaffel in diesem Sommer keine Medaillen vergeben. Entsprechend rar sind die Sprintstaffel-Wettkämpfe in diesem Jahr gesät. Der Weltcup-Kalender bietet neben dem Sprintstaffel-Rennen in Finnland bloss eine zweite Gelegenheit, im Team-Wettbewerb Punkte zu sammeln: Zum Saisonabschluss findet eine Sprintstaffel in China statt.

Bisher war die Schweiz jeweils über eine Saison hinweg mit jenem Top-Team angetreten, das schliesslich an der WM um die Medaillen laufen sollte. Die Allrounder im Schweizer Team verzichteten wegen der grossen Belastung an der WM jeweils auf die Sprintstaffel. Erstmals trat die Schweiz in Finnland deshalb mit dem nominell besten Team an: Simona Aebersold drängte sich durch die Testrestultate für dieses auf. Auf sie folgten die beiden Teamleader der Männer Matthias Kyburz und Daniel Hubmann. Den Abschluss machte Elena Roos.

In der Innenstadt von Helsinki waren die Schweden dem Schweizer Topteam dennoch überlegen: Die Differenz schuf eine unwiderstehliche Tove Alexandersson, die das Rennen von Beginn weg anführte und auf der Startstrecke über 23 Sekunden auf ihre Konkurrentinnen herauslief. Simona Aebersold übergab hinter dem zweiten und dritten Team der Schweden mit 40 Sekunden Rückstand an Matthias Kyburz. Durch die Gabelungen, welche sich erst über die vier Strecken ausglichen, liess sich zunächst nicht abschätzen, ob Alexandersson durch kürzere Gabelungen oder durch ihre Physis zu diesem grossen Vorsprung gekommen war.

Matthias Kyburz zeigte auf der zweiten Strecke ein starkes Rennen und machte Sekunde für Sekunde gut. Bis ins Ziel war er Emil Svensk 15 Sekunden näher gekommen. Dicht hinter Kyburz folgte das exzellent ins Rennen gestartete vierte Team der Schweiz. Nachdem Sofie Bachmann eröffnet hatte, preschte Tobia Pezzati mit Laufbestzeit auf der zweiten Strecke auf Rang drei vor.

Kyburz übergab für das erste Schweizer Team an Daniel Hubmann, der ebenfalls stark begann und zwischenzeitlich bis auf 16 Sekunden an Gustav Bergmann herankam. Der zweifache Sieger über die Mittel- und Langdistanz vom Wochenende baute nach dem Überlauf allerdings seinen Vorsprung wieder aus, weil Hubmann auf einer Route nicht die schnellste Variante erwischte. Elena Roos musste daher mit einer Hypothek von 26 Sekunden auf Karolin Olsson auf die Schlussstrecke und die Tessinerin wurde früh von der Tschechin eingeholt. Roos liess sich jedoch dadurch nicht beirren und distanzierte die nähergerrückte Konkurrenz bis ins Ziel deutlich. Das Schwedische Top-Team lag ausser Reichweite.

Wie schon am Wochenende überzeugte die Schweizer Delegation mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Sämtliche vier Schweizer Teams klassierten sich innerhalb der ersten elf Ränge. Das vierte Team überraschte mit dem siebten Rang. Das zweite und dritte Team klassierte auf den Rängen zehn respektive elf. Für das dritte Team wäre eine wesentlich bessere Rangierung dringelegen: Startläuferin Sabine Hauswirth verlor viel Zeit, weil die Linie zwischen Posten vier und fünf beinahe mit einem Zaun zusammenfiel. Hauswirth wählte daher eine deutlich langsamere Route. Ihre drei Teamkollegen Jonas Egger, Joey Hadorn und Sarina Jenzer zeigten danach alle herausragende Leistungen kämpften sich kontinuierlich vor.

Im Schweizer Team mussten im Vorfeld zwei Athleten verletzungsbedingt Forfait geben. Andreas Kyburz und Noah Zbinden fielen beide aus. Daher rückte Ersatzläufer Pascal Buchs ins Aufgebot nach. Nach dem erfolgreichen Weltcup-Abschluss in Helsinki reist mit Ausnahme von Paula Gross das gesamte Schweizer Nationalkader weiter an die Venla und Jukola in Kangsala. (Text: Yann Schlegel)

Team 1:
Simona Aebersold, Matthias Kyburz, Daniel Hubmann, Elena Roos

Team 2:
Paula Gross, Florian Howald, Martin Hubmann, Julia Jakob

Team 3:
Sabine Hauswirth, Jonas Egger, Joey Hadorn, Sarina Jenzer

Team 4:
Sofie Bachmann, Tobia Pezzati, Pascal Buchs, Lisa Holer

Die Sprintstaffel wird vom finnischen Fernsehen und online live übertragen.

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