Die Schweizer Delegation feiert im südfranzösischen Ardèche sechs Medaillen. Eline Gemperle und Chamuel Zbinden gewinnen Einzelgoldmedaillen - zum Abschluss krönt das Schweizer Frauenteam die hervorragende JEC mit Staffel-Gold. Die Männer holen Bronze.

Der Junior European Cup und das Schweizer Team - in diesem Jahr war dies von Anfang an eine Liebesgeschichte: Im Sprint durch das Städtchen von Ruoms sorgten die D/H 20 Athletinnen und Athleten für einen Auftakt nach Mass. Mehr Mühe bekundeten auf der internationalen Bühne noch die acht D/H18 Läuferinnen und Läufer. In den Einzelläufen bezahlten viele unter ihnen Lehrgeld. Zum Abschluss vermochten sie aber in der Staffel zu überzeugen und hatten massgeblichen Anteil daran, dass sämtliche Schweizer Teams unter den ersten 12 klassiert waren. Ein "super Ergebnis", wie sich auch Cheftrainer Beat Oklé freute.

Die JEC begann wie schon die Junioren-WM im Sommer: Eline Gemperle wurde nach ihrer Gold-Medaille an der Junioren-WM in Südfrankreich ihrer Favoritenrolle gerecht. Die Sprint-Spezialistin gewann mit 15 Sekunden Vorsprung vor der Britin Grace Molloy. Elisa Bertozzi holte sensationell Bronze und Katja Brütsch rundete das starke Teamergebnis ab. Es hätte gar noch besser ausfallen können: Elena Pezzati lag beim Übergang noch in Führung, stempelte aber einen Posten nicht und war im Ziel disqualifiziert. Auch das H20-Team überzeugte durch Ruoms Gassen: Fabian Aebersold holte hinter den Skandinaviern Elias Jonsson und Axel Granqvist die Bronzemedaille. Chamuel Zbinden sicherte sich als sechster ein Diplom und die weiteren vier Schweizer waren im Sprint alle unter den ersten 15 klassiert. Der fast perfekte Auftakt.

Elena Pezzati - im Sprint noch mit dem bitteren Fehler - schlug in der Langdistanz zu: In ihrem letzten internationalen Einzelwettkampf als Juniorin zeigte die Tessinerin noch einmal ihr grosses Potenzial und führte die Rangliste an. Doch für Pezzati besonders bitter: Das Rennen der D20 nicht gewertet werden: Eine Läuferin war gestolpert und dabei auf einen Posten gefallen. Die SI-Einheit spickte weg und versank im Sumpf. Da nur noch der Posten, aber keine Kontrollnummer mehr da war, konnte der Lauf nicht gewertet werden. Bis der Posten ersetzt war, bestanden während rund einer Stunde unfaire Bedingungen.

Einen Schweizer Sieg gab es gleichwohl: Beim Baselbieter Chamuel Zbinden löste sich der Knoten über die Langdistanz und er gewann die dicht beeinander liegende H20-Konkurrenz. Zbinden verwies den Franzosen Elias Guilhelm und den Norweger Einar Melsom auf die Ränge zwei und drei. Dahinter kamen gleich reihenweise die Schweizer: Jonas Soldini (4.), Fabian Aebersold (6.) holten sich ein Diplom - Mattia Gründler und Tino Polsini rundeten das hervorragende Teamergebnis mit Top10-Rängen ab. In der H18-Kategorie war Pascal Schmid nahe am Podest dran, am Ende feierte er als 6. ein Diplom.

Den krönenden Abschluss bildete in Vesseaux das Staffelrennen. Und die Schweizer Delegation zeigte sich in dieser nochmals von ihrer besten Seite. Eliane Deininger, Elisa Bertozzi und Elena Pezzati holten sich vor Finnland und Norwegen Gold. Dafür brauchte es zwei entfesselte Tessinerinnen: Nachdem Deininger auf der Startstrecke knapp drei Minuten auf die Spitze eingebüsst hatte, kämpften sich Bertozzi und Pezzati vor und brachten das Team vom elften Rang bis an die Spitze. Die routinierte Teamleaderin Pezzati beschenkte sich somit zu ihrem Abschied gleich selbst. Es war nach den beiden Vorfällen in Sprint und Langdistanz die grosse Versöhnung. Deininger und Bertozzi haben noch ein Jahr auf Juniorenstufe vor sich.

Stark liefen auch die beiden anderen Schweizer Staffel, die die JEC auf den Rängen 8 und 9 beendeten. In der Männerstaffel musste das Schweizer Topteam mit Reto Egger, Tino Polsini und Chamuel Zbinden bloss zwei Norweger-Teams den Vortritt lassen, womit es Bronze gewann. Nachdem Egger die Startstrecke für sich entschieden hatte, mussten sich Polsini und Zbinden je von einem Norweger überholen lassen. Die von hinten nahenden Schweden konnte Zbinden am Ende in Schach halten. Auch die beiden anderen Schweizer Teams überzeugten mit den Rängen 7 und 12. Es war eine überaus erfolgreiche JEC. (Text: Yann Schlegel)

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