Im Rahmen der Medienkonferenz vom 27. April wurde das Schweizer EM-Team präsentiert und Fragen rund um die Vorbereitung, Zielsetzung sowie die Organisation der EGK OL-EM beantwortet.

Im Rahmen der Medienkonferenz zur anstehenden Sprint-EM im Orientierungslauf in Neuchâtel wurde heute, 27. April, die Zusammensetzung der Schweizer Delegation bekanntgegeben. Das Schweizer Team reist dabei mit einer 20-köpfigen Delegation an die Titelkämpfe an. Darunter auch der amtierende Weltund Europameister im Sprint, Daniel Hubmann, und der amtierende Europameister Matthias Kyburz, welcher 2018 an der Heim-EM im Tessin zeitgleich mit Daniel Hubmann den Sprint für sich entscheiden konnte. Auch in der Sprintstaffel reist das Schweizer Team als Titelverteidiger an: 2018 gewann das Team rund um Judith Wyder, Florian Howald, Martin Hubmann und Elena Roos souverän den Europameister-Titel.

Das Team ist bereit für die Titelkämpfe

Entsprechend hoch sind auch dieses Jahr die Ambitionen des Schweizer Teams, erklärt Christine Lüscher-Fogtmann, Bereichsleiterin Leistungssport bei Swiss Orienteering: „Wir haben uns drei Medaillen zum Ziel gesetzt, davon eine in der Staffel." Trotz der Covid-19-Pandemie sei es dem Team gelungen, sich intensiv und fokussiert in der Schweiz auf diese Sprint-EM vorzubereiten. „Mit vielen spezifischen Sprint-Trainings konnten die technischen Elemente intensiv geübt und individuell von den einzelnen Athletinnen und Athleten weiterentwickelt werden", sagt der Cheftrainer Elite Fuss-OL, Kilian Imhof. Die Schweizer Delegation sei in diesem Jahr deshalb vergleichbar stark wie 2018 an der EM im Tessin, wobei alle A-Kader Athlet*innen Medaillenpotenzial besitzen.

Auch für Matthias Kyburz liefen die Vorbereitungen nach Plan und so hat er sich hohe Ziele gesetzt: „An Heimtitelkämpfen konnte ich bisher grosse Erfolge feiern im Sprint (1. WM Sprint 2012, 1. EM Sprint 2018). Zudem habe ich die beiden letzten EM-Sprints gewonnen. Die logische Schlussfolgerung und meine Ambition ist es, um die Medaillen zu kämpfen - und zwar in allen Disziplinen." Besonders freue er sich darauf, wieder in Topform am Start zu stehen, nachdem er 2019 vor der WM verletzt war und 2020 keine internationalen Wettkämpfe stattgefunden haben. „Es ist also eine lange Zeit her, seit ich mich optimal auf einen Wettkampf vorbereiten konnte", erzählt der 31-jährige Fricktaler.

Um die Medaillen möchte auch Elena Roos mitlaufen: „Meine Ziele für die EM sind in der Sprint-Staffel und im Einzel-Sprint um eine Medaille zu kämpfen. Ich freue mich riesig und bin auch erleichtert, nach 1,5 Jahren wieder am Start eines internationalen Anlasses zu stehen. Trotzdem bin ich auch gespannt, wo ich nach so einer langen Zeit im internationalen Vergleich stehe." Mit grosser Vorfreude blickt auch Simona Aebersold auf die Titelkämpfe. „Ich freue mich sehr darauf, endlich wieder einmal einen internationalen Wettkampf laufen zu dürfen. Es wird speziell werden unter den momentanen Umständen, aber ich freue mich darauf, wieder nervös sein zu können", so die 23-Jährige. Das Ziel sei dabei für sie, um ein Diplom oder gar eine Medaille zu laufen.

Auch Daniel Hubmann blickt zuversichtlich auf dieses Saisonhighlight. „Als amtierender Welt- und Europameister an diesen Titelkämpfen zu starten, sehe ich als Privileg. Obwohl es drei Jahre her ist seit diesen Titelgewinnen, sehe ich die Chancen nach wie vor intakt, wieder ähnliches zu erreichen. Ich will mich bei der EM deshalb von der besten Seite zeigen und um die Medaillen mitlaufen", so Daniel Hubmann.

Die Heim-EM findet online statt

Ein Jahr später als geplant wird Neuchâtel im Seeland ins Zentrum des weltweiten OL-Sports gesetzt. Nach der coronabedingten Verschiebung der Weltcuprunde im vergangenen Mai und dem Totalausfall der internationalen OL-Saison 2020 trifft sich die OL-Weltelite erstmals wieder zu einem grossen Vergleichswettkampf. Mit den EGK European Orienteering Championships und zugleich ersten Weltcuprunde wir die internationale OL-Saison gestartet – das Bedürfnis und Verlangen bei den Athlet*innen gross. Erwartet werden rund 250 Sportler*innen aus über 20 Nationen.

Dennoch: Die Titelkämpfe in der Schweiz werden auf ein gewichtiges Merkmal verzichten müssen. Eine lautstarke Stimmung durch tausende Zuschauer*innen wird es nicht geben. Die Zielarenen bleiben aufgrund der immer noch geltenden Restriktionen rund um Covid-19 publikumslos. Zuschauer*innen vor Ort sind keine zugelassen: «Wir bitten die OL-Fans zuhause zu bleiben und die Wettkämpfe virtuell zu verfolgen», sagt Matthias Niggli, Event Director der EGK European Orienteering Championships. Ein Anliegen, dass den Organisatoren rund um den Verein Swiss Cup wichtig ist. Nur so können die Wettkämpfe unter einem definierten Schutzkonzept bezüglich Covid-19 durchgeführt werden.

Das Swiss Orienteering Team und die Schweizer OL-Fans müssen auf die Heim-EM aber nicht verzichten. Dank des Schweizer Fernsehens SRF werden alle drei Finalläufe aus Neuchâtel live in die Wohnzimmer übertragen. Am Auffahrtstag ab 16.30 Uhr wird die Sprintstaffel die Titelkämpfe eröffnen. Am Samstag wird ab 15 Uhr in den Finalläufen des Knockout-Sprints um Medaillen gekämpft, am Sonntag ab 13 Uhr über die klassische Sprintdistanz.

Die gesamte Medienkonferenz vom 27. April kann in voller Länge hier nachgeschaut werden:



Alle Informationen rund um die EGK European Orienteering Champtionships 2021 sind auf der Veranstalter-Website zu finden.

(Text: Annalena Schmid, Severin Furter)
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