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In einem ruppigen Lauf mit Massenstart gewannen Martin Hubmann (Eschlikon TG) und Ines Brodmann (Aarau) im Grauholz oberhalb Schönbühl die Schweizer Meisterschaften im Nacht-Orientierungslauf. Für Hubmann war dies der erste Nacht-Titelgewinn, für Brodmann der zweite nach 2009.

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Ines Brodmann, Simone Niggli und Rahel Friederich

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Rahel Friederich, Sarina Jenzer und Judith Wyder

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Martin Hubmann

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Das Podest in den Elitekategorien

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Start der Junioren mit Sieger Sven Hellmüller (links unten)
"Habe ich gewonnen?" - die Frage unter dem Zielband passte bestens zum Rennverlauf der Elite-Kategorien. Das ausgeklügelte Schlaufen- und Gabelungssystem machte es den Läuferinnen und Läufern nicht einfach, überhaupt eine Übersicht über den Rennverlauf und die Positionen zu behalten. Zudem sorgten mehrere Routenwahl-Aufgaben dazu, dass sich die Gruppen wieder aufsplitteten und sich die Konkurrenten vorübergehend aus den Augen verloren.

Nach je rund zwei Dritteln der beiden Elite-Rennen schien eigentlich in beiden Kategorien eine Vorentscheidung gefallen. Titelverteidiger Matthias Kyburz (Möhlin) hatte nach halber Wettkampfdauer die Spitze allein übernommen. Doch dann geriet er zu Posten 25 zu weit links und interpretierte zudem eine Weggabelung falsch. "Als ich dann in den korrekten Postenraum kam, sah ich Fabian Hertner den Posten stempeln, was ich dann auch tat und weiterlief." Der entscheidende Unterschied lag letztlich darin, dass Hertner noch merkte, einen falschen quittiert zu haben und zum richtigen umkehrte, derweil Kyburz das Rennen  fortsetzte und schliesslich mit der vierten Zeit nicht klassiert wurde. "Meine Karte war genau in diesem Bereich zerrissen, ich hatte deshalb Mühe, die Details korrekt zu erkennen und erwischte zudem eine Schneise durchs Dickicht, die nicht kartiert war", meinte Kyburz zu seinem Missgeschick.

Sieger Martin Hubmann wiederum profitierte an diesem Ort von den Fehlern von Kyburz, Hertner, Baptiste Rollier und Alain Denzler. "Zu Beginn war es etwas hektisch, und ich geriet rasch in die Defensive. Erst beim Kartenwechsel merkte ich, dass ich wieder näherrücken konnte. Zum 30. Posten wählte ich eine andere Route und konnte mich leicht absetzen", erläuterte Hubmann den Rennverlauf. "Generell hatte ich etwas Mühe, bergauf das Tempo mitzugehen. Physisch war ich heute nicht der Stärkste", sagte Hubmann. Ein paar Trainingstage im Tessin mit vielen Höhenmetern hätten schon etwas Kraft gekostet.

Hinter Hubmann holte sich Rollier, der Titelträger von 2011, die vierte Nacht-OL-Medaille, für Andreas Kyburz als Dritter war es der erste Podestplatz im Nacht-OL.

Bei den Frauen schien auf einer längeren Teilstrecke nach zwei Dritteln eine Vorentscheidung gefallen, als sich Simone Niggli (Münsingen) von der Spitzengruppe mit einer besseren Routenwahl absetzen konnte. Doch im letzten Schmetterling holten die Konkurrentinnen nochmals auf. "Von Posten 10 zu Posten 11 wählte ich eine bessere Route und vermochte mich abzusetzen, doch dann beging ich auf den Schlaufen mehrere kleinere Fehler", sagte Niggli, weshalb die Gegnerinnen wieder aufschliessen konnten.

Die Entscheidung fiel letztlich zum zweitletzten Posten, als Niggli im Abhang buchstäblich in den Dornen hängenblieb und sich nur mit Mühe aus dem Gewirr befreien konnte. "Da vermochte ich Simone zu überholen", erklärte Ines Brodmann, die zuvor während einem Grossteil des Laufes mit Niggli, Sarina Jenzer, Rahel Friederich und Judith Wyder unterwegs war. "Die Startphase war nicht so gut, es war schwierig, das Grün richtig zuzuordnen", sagte Brodmann. "Doch auf dem Schlussteil gelang mir ein sehr guter Lauf."

Hinter Brodmann und Niggli errang Sarina Jenzer ihre zweite Nacht-OL-Medaille. Im Vorjahr hatte sie Silber gewonnen. Nicht klassiert wurde Rahel Friederich, die als Fünfte einlief, bei der jedoch der sechste Posten fehlte.

Die Nacht-SM in Form eines Massenstartrennens erwies sich wie schon vor zwei Jahren als äusserst attraktiv. Die Kombination des taktischen Wettkampfes mit einem hohen physischen (Langdistanz mit viel Steigung) und läuferischen (Fallholz) Schwierigkeitsgrad verlangte den Teilnehmenden einiges ab. (Text und Fotos Nicolas Russi)

Resultate

Schönbühl BE. Schweizer Meisterschaften im Nacht-OL.
Männer (13,7 km/625 m Steigung/34 Posten): 1. Martin Hubmann (Eschlikon TG) 1:29:22. 2. Baptiste Rollier (Boudevilliers) 0:19. 3. Andreas Kyburz (Möhlin) 0:21. 4. Alain Denzler (Truttikon) 0:52. 5. Florian Howald (Oberönz) 3:16. 6. Raffael Huber (Hedingen) 7:12.

Frauen (8,1/400/20): 1. Ines Brodmann (Aarau) 1:00:07. 2. Simone Niggli (Münsingen) 0:44. 3. Sarina Janzer (Bremgarten BE) 0:45. 4. Judith Wyder (Zimmerwald) 0:47. 5. Sabine Hauswirth (Belp) 2:46. 6. Lilly Gross (Richterswil) 2:52.

Junioren (8,7/430/25): 1. Sven Hellmüller (Speicher) 59:22. 2. Lukas Meier (Dällikon) 0:02. 3. Adrian Müller (Beinwil am See) 0:08. - Juniorinnen (6,1/230/20): 1. Kerstin Ullmann (Nidau) 49:38. 2. Sandrine Müller (Steinhausen) 0:38. 3. Sina Tommer (Raeterschen) 0:51.

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