Am Ende gewannen an der Team-OL Schweizermeisterschaft nicht zum ersten Mal Geschwister-Trios den Titel. Das junge Team der OLK Argus kam den Gross-Schwestern noch am nächsten. Bei den Männern schufen die Kyburz-Brüder die Differenz auf dem Schlussteil.

Wie jedes Jahr im November, endet die Schweizer OL-Saison mit einem Höhepunkt. Der Team-OL ist gerade wegen der aussergewöhnlichen Form ein beliebter Wettkampf. Für einmal geht’s darum, eine Bahn als Team zu meistern – also die Bahn nach Kräfteverhältnissen aufzuteilen. Die grosse Kunst dabei: Sich im Wald für die Übergaben wieder zu finden. Im Ziel gibt’s entsprechend meist viel zu analysieren. Die Dreierteams stecken die Köpfe zusammen und beurteilen jeweils ihre Taktik. Optionen boten die Bahnen von Jonas Geissbühler und Michael Dubach genug. Im voralpinen Toppwald galt es zusätzlich, bei der Aufteilung die vielen Höhenmeter zu berücksichtigen.

Zu den grossen Favorit*innen zählten in den Elitekategorien jeweils die Geschwister-Trios. Das war auch dieses Jahr so: Die Gebrüder Kyburz sicherten sich zum wiederholten Mal den Titel und obsiegten gegen die Brüder Martin und Daniel Hubmann, die mit Janis Hutzli an den Start gingen. Für Matthias, Andreas und Thomas Kyburz ging die Taktik auf der zweiten Rennhälfte voll auf. Hier schufen sie auf der knapp 10 Kilometer und mit über 500 Höhenmetern gespickten Bahn die Differenz zur Konkurrenz. Bei Posten 15 hatten noch die Titelverteidiger der letzten TOM 2019 an der Spitze gelegen. Die OLV Baselland, bestehend aus den Kaderathleten Tino Polsini, Noah Zbinden und Christoph Meier erwischte einen perfekten Start, büsste dann aber etwas Zeit ein und wurde noch von der OL Regio Will mit den Hubmann-Brüdern überholt. Am Ende entschieden fünf Sekunden über die Silber- und Bronzemedaille.

Hinter den Medaillen waren die Abstände etwas deutlicher: Der Westschweizer-Klub Anco mit Pascal Buchs, Archibald Soguel und Marc Lauenstein kam den Medaillen dank einem starken Schlussteil noch am nächsten. Auf den starken fünften Rang lief das junge Team der OLG Galgenen mit den Schmid-Brüdern Dominique, Pascal und Sandro. Den sechsten Rang holte sich die OLG Goldau mit einem kleinen Polster nach hinten, wo die Abstände im Kampf um die restlichen Top-Ten-Plätze sehr eng war.

In der Damen Elite bleiben die Gross-Schwestern das Mass aller Dinge, wenn die Team OL-SM ansteht. Paula Gross, Julia Jakob und Lilly Gross gewannen wie schon 2019. Nur die OLK Argus hätte den Sieg der OL Zimmerberg gefährden können. Die Aargauerinnen stellten mit Eline Gemperle, Marita Hotz und Sanna Hotz ein junges Team, das bei Posten 14 für kurze Zeit gar in Führung lag. Wegen einem grösseren Zeitverlust beim vorletzten Posten war die Differenz zu den Gross-Schwestern am Ende doch beträchtlich. Die OLV Baselland holte sich wie schon vor zwei Jahren die Bronze-Medaille. Sofie Bachmann, Merline Roth und Laura Ramstein zeigten ein konstantes Rennen und büssten nur beim vorletzten Posten viel Zeit ein. Auf den Rängen vier bis sieben war die Entscheidung knapp: Die Teams Bussola ok/OLG Kakowa, Asti Ticino, ol biel seeland und Thun Hondrich trennte bloss eine gute Minute.

Insgesamt starteten 358 Teams im Toppwald oberhalb von Münsingen, wo das Eliteteam der ol norska, das «raskt tog team» die TOM organisierte. Die Bedingungen waren wie üblich an der TOM frisch, aber mit herrlichem Sonnenschein doch perfekt. 



Zu den Resultaten

(Text: Yann Schlegel, Fotos: Orienteering Focus, Remo Ruch)
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