Das Wochenende vom 20./21. Mai 2023 steht für die Schweizer Nachwuchsathletinnen und Nachwuchsathleten im Fuss-OL ganz im Zeichen der Testläufe. Es gilt, im Tessin das eigene Können unter Beweis zu stellen und sich für eine Selektion an die Jugend-Europameisterschaft (EYOC) oder die Junioren-Weltmeisterschaft (JWOC) zu empfehlen.

Für einmal wurde der Kanton Tessin seinem Beinamen «Sonnenstube der Schweiz» nicht gerecht. Garstig-kühles Frühlingswetter durchsetzt von kurzen Schauern erwartete die 170-köpfige Athletenschar am ersten Wettkampftag im Bezirk Mendrisio auf der Karte «Serpiano».

Glückliche Gesichter bei den D16
Bei den Damen 16 kam Rahel Good (thurgorienta) am besten mit den widrigen Bedingungen zurecht. «Ich habe zwei kleinere Unsicherheiten zu beklagen, bin aber ansonsten recht zufrieden mit meinem Lauf», äusserte sie sich im Ziel. «Das Terrain war zweifelsohne rutschig, aber mir kam entgegen, dass ich das Relief sehr gut gesehen habe.» Mit 52 Sekunden Rückstand durfte sich Luisa Gartmann (OLG Chur) über den zweiten Rang D16 freuen. «Ich bin bewusst langsam gestartet, um sauber in den Lauf zu kommen. Das hat sich am Ende ausbezahlt, konnte ich doch schon früh eine vorangehende Athletin ein- und dann auch überholen. Hinzu kam sicherlich, dass mir Gelände wie dieses hier sehr liegen.» Mit etwas mehr als drei Minuten Rückstand auf die Siegerzeit konnte sich am Ende Sara Bolliger (OLG Kölliken) einen Podestplatz bei den D16 sichern. «Obwohl ich einige Posten minimal gesucht habe, kann ich keine grösseren Fehler feststellen. Dass es am Ende sogar aufs Podest reichen würde, hatte ich nicht erwartet.»

Anspruchsvolle Bahn bei den D20
Den ersten Rang bei den Damen 20 verdiente sich Kati Hotz (OLK Argus) mit einem beherzten Lauf. Auf die Frage nach ihrem Geheimrezept antwortete sie im Ziel: «Ruhig starten, bei jeder Unsicherheit sofort stehenbleiben und die Karte konsultieren.» Auf diese Weise lief sie einen Vorsprung von 41 Sekunden auf die zweitplatzierte Lisa Hubmann (OL Regio Wil) heraus, welche sich ihrerseits erfreut über das eigene Abschneiden zeigte. «Ich habe eine anspruchsvolle Bahn erwartet und war dementsprechend zu Beginn etwas nervös. Aber die ersten Posten gelangen mir gut, und auch in der Folge leistet ich mir keine gröberen Fehler», so die Bilanz von Lisa Hubmann. Nur gerade zehn Sekunden hinter dahinter quittierte Elin Neuenschwander (OLG Thun) bei den D20 den Zielposten. Ihre Strategie? «Ich lief zum ersten Mal in diesem Wald. Daher wollte ich immer wissen, wo ich bin. Ich zwang mich, einen Posten nach dem anderen anzugehen, um ja nichts zu ‹überhaspeln›.»

H20 mit «tricky downhill»
«Nichts überhaspeln» hatte sich offensichtlich auch Elin Neuenschwanders Teamkollege Dominic Müller (OLG Thun) vorgenommen. Dem Sieger bei den H20 kamen im Ziel euphorische Worte über die Lippen: «Mir lief es sehr gut, ich bin äusserst zufrieden! Ich war von Anfang an technisch solide unterwegs und wusste immer genau, was ich sehen wollte. Einzig beim letzten Posten liess ich wenige Sekunden liegen.» Der zweitplatzierte Benjamin Wey (OLG Zürich) konnte von Dominic Müllers Unsicherheiten am Ende nicht profitieren. Mit 43 Sekunden war der Abstand nach vorne etwas zu gross. Gleichwohl zog der Zürcher ein positives Fazit: «Trotz kleinerer Unsicherheiten im Postenraum gelang mir ein sehr gutes Rennen. Downhill empfand ich das nasse Gelände als ‹tricky›, dafür brachte die späte Startzeit Vorteile wie beispielsweise Spuren mit sich.» Elia Ren (ASCO Lugano) komplettierte bei den H20 das Podium. Konnte er womöglich einen Heimvorteil nutzen? Immerhin trennten den Ticinese nur vier Sekunden vom Silberrang. «Ich war bereits vier Mal in diesem Wald und kannte ihn daher. Aber vor Fehlern bin auch ich nicht gefeit. Trotzdem ist mir ein anständiges Rennen gelungen.»

H16 nahmen es locker
Den drei Erstplatzierten bei den H16 schien das nass-kühle Wetter unverkennbar in die Knochen gefahren zu sein. Zogen sie eine heisse Dusche dem Siegerinterview vor? Wie sonst ist es zu erklären, dass nur gerade Sieger Andrin Meier (OLG Thun) Red' und Antwort stehen mochte? «Ich nahm mir vor, locker ins Rennen zu gehen und mir keinen Druck zu machen. Dieses Vorhaben gelang ‹mega› gut, ich zeigte nur minimale Unsicherheiten und beging keine Fehler.» Andri Gujan (2. Rang, OLG Chur) sowie Lavio Müller (3. Rang, OLG Galgenen/Goldau) komplettierten das Podest bei den H16. Lavio Müller äusserste sich am späten Abend doch noch zu seinem Rennen: «Bis auf einen groben Schnitzer zum Posten 6, bei dem ich einen Fünf-Minuten-Fehler eingefangen habe, bin ich zufrieden mit meinem Lauf, ich freue mich über den guten 3. Rang.»

Weitere Resultate sowie alle Zwischenzeiten zum Wettkampf «Testlauf EYOC und JWOC Middle C» finden sich auf dieser Webseite.

(Text: Regina Senften, Interview und Fotos: Sabrina Meister)

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