Matthias Kyburz verteidigt an den Orientierungslauf-Europameisterschaften im Knock-out Sprint seinen Titel und gewinnt damit auch den Gesamtweltcup. Elena Howald-Roos läuft in ihrem letzten internationalen Rennen zu EM-Silber, Natalia Gemperle gewinnt Bronze.

In Vicenza (Italien) wurden mit dem Knock-out Sprint die Orientierungslauf-Europameisterschaften abgeschlossen. Das Schweizer Team präsentierte sich sowohl in der Qualifikation als auch den Final-Läufen stark. Am Ende waren mit Elena Howald-Roos und Natalia Gemperle sowie Matthias Kyburz und Riccardo Rancan vier Schweizer Athlet*innen in den Finalläufen der Top 6 vertreten.

Matthias Kyburz galt als amtierender Welt- und Europameister als Favorit für den Sieg. Dieser Rolle wurde der Fricktaler gerecht: er gewann sowohl die Qualifikation als auch alle Finalrunden.  «Ich fühlte mich heute den ganzen Tag sehr gut. Ich sah die schnellen Routen und war auch physisch bereit, um aktiv das Rennen zu kontrollieren. Es ist wunderschön, wenn am Ende alles so gut aufgeht und ich erneut EM-Gold gewinnen darf.» Nach dem Lauf verrät Kyburz auch, dass er mindesten zwei weitere Jahre dem Spitzensport erhalten bleibt. «Das soll es noch nicht gewesen sein, ich möchte auch in den kommenden Jahren weiter angreifen.»

Riccardo Rancan beendete als zweitbester Schweizer das Rennen auf dem fünften Rang. «Es war ein hektischer und enger Final. Ich versuchte ruhig zu bleiben und im entscheidenden Moment aufmerksam zu sein. Am Ende war ich nicht in optimaler Position, um im Medaillenkampf mitzureden, aber mit Rang 5 darf ich zufrieden sein», bilanziert Rancan.

Perfektes Karriere-Ende für Elena Howald-Roos

Während bei den Frauen Top-Favoritin Tove Alexandersson (SWE) von Beginn weg ein extrem hohes Tempo anschlug, konnten Elena Howald-Roos und Natalia Gemperle dahinter mit einem kühlen Kopf und schnellen Beinen eine Lücke zu den weiteren Läuferinnen herauslaufen. Am Ende gewinnt Elena Howald-Roos hinter Alexandersson EM-Silber. Es war der perfekte Abschluss ihrer Spitzensport-Karriere, die heute zu Ende ging. «Nach dem Erfolg in der Sprintstaffel konnte ich heute befreit laufen und setzte mir auch keine Rangziele. Diese Leichtigkeit und Freude war wohl das Erfolgsrezept. Das war wirklich der perfekte Abschluss!»

Natalia Gemperle sichert sich dahinter Bronze. «Ich bin sehr zufrieden, ich musste mich gegen starke Läuferinnen durchsetzen und war bereits glücklich über die Final-Qualifikation. Danach habe ich einfach nochmals alles gegeben und freue mich nun über die Medaille», so Gemperle.

Bericht SRF

Gelungener Abschluss für Sabine Hauswirth

Fabian Aebersold, Florian Attinger, Simona Aebersold, Sabine Hauswirth und Eline Gemperle schieden in den Halbfinals aus. Simona Aebersold sagt zu ihrer Leistung: «Nach den Viertelfinals fehlte mir die Energie, um nochmals voll anzugreifen und in den Final vorzustossen.» Zufrieden mit ihrem KO-Sprint zeigt sich Sabine Hauswirth, welche heute ihr letztes internationales Rennen bestritt. «Mit diesem Abschluss darf ich sehr zufrieden sein. Ich wollte den Tag, soweit es bei diesen extrem strengen KO-Sprints möglich ist, auch geniessen und all die Emotionen nochmals aufsaugen und das ist mir gelungen.» Nun freue sie sich auf neue Herausforderungen, die die Zeit nach dem Spitzensport mit sich bringt.

Zusammenstoss von Joey Hadorn mit Kasper Fosser

Im Viertelfinal blieben Paula Gross, Deborah Stadler, Timo Suter, Tino Polsini und Joey Hadorn hängen. Joey Hadorn hatte bei hohem Lauftempo einen Zusammenstoss mit dem Norweger Kasper Fosser. Beide mussten das Rennen in der Folge aufgeben und im Krankenhaus untersucht werden. Beiden geht es den Umständen entsprechend gut. 

 

In der Qualifikation bereits ausgeschieden sind Martin Hubmann, Daniel Hubmann und Martina Ruch. Allen fehlten nur wenige Sekunden, um den Sprung unter die besten Zwölf und damit die Qualifikation für den Viertelfinal zu schaffen.

Gesamtweltcupsieg für Kyburz

Mit den Europameisterschaften wurde auch die Weltcup-Saison 2023 abgeschlossen. Matthias Kyburz gewinnt dank dem Sieg im KO-Sprint den Gesamtweltcup zum sechsten Mal. „Es war wirklich eine beinahe perfekte Saison. In sechs WM- und EM-Rennen konnte ich vier Mal Gold und zwei Mal Silber gewinnen – so etwas hätte ich mir nie erträumt“, freut sich der 33-Jährige. Simona Aebersold beendet den Gesamtweltcup auf dem dritten Rang, während die Schwedin Tove Alexandersson bereits zum neunten Mal den Gesamtweltcup für sich entscheidet. Sie zieht damit gleich mit der bisherigen Rekordhalterin Simone Niggli.

Resultate

Vicenza. Orientierungslauf-Weltcup. KO-Sprint. Männer. Final (1,9 km, 15 HM, 9 Po.): 1. Matthias Kyburz (SUI) 5:51.2 Minuten 2. Jonatan Gustafsson (SWE) 00:01.8 zurück. 3. Emil Svensk (SWE) 00:02.0. 4. Ralph Street (GB) 00:02.3. 5. Riccardo Rancan (SUI) 00:09.8. 6. Isac von Krusenstierna (SWE) 00:20.7.  

Frauen (1,9 km, 15 HM., 9 Po.): 1. Tove Alexandersson (SWE) 6:38.7 Minuten. 2. Elena Howald-Roos (SUI) 00:03.5 zurück. 3. Natalia Gemperle (SUI) 00:08.0. 4. Hanna Lundberg (SWE) 00 :12.2. 5. Sara Hagström (SWE) 00:18.7. 6. Vicotria Haestad Bjornstad (NOR) 00:27.1.

Im Halbfinal ausgeschieden: Fabian Aebersold (SUI), Florian Attinger (SUI), Simona Aebersold (SUI), Sabine Hauswirth (SUI), Eline Gemperle (SUI). Im Viertelfinal ausgeschieden: Timo Suter (SUI), Tino Polsini (SUI), Joey Hadorn (SUI), Deborah Stadler (SUI), Paula Gross (SUI). In der Qualifikation ausgeschieden: Martina Ruch (SUI), Martin Hubmann (SUI), Daniel Hubmann (SUI).

(Text: Annalena Schmid, Fotos: IOF/Kristina Lindgren, Christian Aebersold)