Fabian Hertner als Fünfter und Sara Lüscher als Sechste sorgten im Langdistanz-Weltcuplauf im norwegischen Kongsberg für die besten Schweizer Klassierungen. Auch wenn es keinen Podestplatz gab, so sieht die Bilanz mit drei Männern in den Top Ten sowie zwei Läuferinnen in den besten Elf gleichwohl recht gut aus.

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Sara Lüscher

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Fabian Hertner

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Daniel Hubmann

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Julia Gross
 
 
Auch am zweiten Tag dieses Weltcup-Wochenendes musste die Schweizer Equipe feststellen, dass man ohne entsprechende Vorbereitung im norwegischen Gelände nur schwerlich vorne mithalten kann. Einerseits ist das Laufen im äusserst unebenen, mit Erika- und Heidelbeer-Stauden durchsetzten Terrain mit Felsen und Sümpfen für Schweizer Verhältnisse ungewohnt, zum andern muss man als Läufer jeweils auch wieder vertraut werden mit den Eigenheiten der Karte und deren Interpretation im Gelände.

Dass Fabian Hertner das Podium letztlich um nur 17 Sekunden verpasste, war jedoch einer Unachtsamkeit bei den letzten beiden Posten zuzuschreiben. "Den zweitletzten suchte ich etwas, und zum letzten bin ich einer Spur vom Vortag gefolgt, lief so am Posten vorbei, und durch diesen Bogen habe ich wohl das Podest verpasst", sagte Hertner. "Aber gesamthaft gesehen war es bis zum zweitletzten Posten ein Super-Lauf. Ich konnte physisch bis am Schluss durchziehen, die Routenwahlen waren gut, und als Test für den Langdistanzlauf der WM war es tipp-top."

Ebenfalls von einem guten Lauf konnte auch seine Partnerin Sara Lüscher sprechen. "Allein beim fünften Posten büsste ich vielleicht 20 Sekunden ein, und auf dem langen Teilstück zum elften Posten wählte ich wohl nicht die optimale Route", sagte Lüscher, die mit Rang 6 das drittbeste Weltcupergebnis ihrer Karriere realisierte. "Die beiden technisch soliden Läufe in Norwegen geben mir nun weiteres Selbstvertrauen", erklärte die Staffel-WM-Dritte von 2013, die im WM-Team für Mitteldistanz und Staffel vorgesehen ist.

Daniel Hubmann reihte sich auf Platz 8 als zweitbester Schweizer ein und bleibt weiterhin an der Spitze des Weltcup-Zwischenklassementes. "Ich hatte ein gutes Gefühl, doch gegen Schluss war ich extrem müde, machte ein paar kleine Bogen im Postenraum und verlor beim 17. Posten wohl gegen eine halbe Minute", bilanzierte Hubmann, der nach zwei Dritteln der Strecke noch an zweiter Stelle gelegen hatte, sein Rennen.

Auch Matthias Kyburz war gut unterwegs, nach 8,9 km noch auf Zwischenrang 4, nur 25 Sekunden hinter Hubmann und 14 Sekunden hinter Hertner (und 2:42 hinter dem nachmaligen Sieger Oleksandr Kratov). "Im Anstieg zu Posten 16 plagten mich Wadenkrämpfe. Beim 17. Posten war ich mir sicher, stand aber letztlich beim falschen Felsband und benötigte rund eine Minute, um mich zurecht zu finden", sagte Kyburz.

Von "rund zwei Fehlerminuten bei Posten 4 und 5" berichtete Julia Gross, die mit ihrem 11. Rang jedoch zufrieden war. "Während des Laufes hat es sich nicht so gut angefühlt", meinte Gross, die zudem als positives Fazit zog, dass sie das Tempo auch in diesem sehr fordernden Gelände über die ganze Laufdistanz von 8,9 km halten konnte.

Im Schweizer Frauenteam übrigens nicht dabei war Ines Brodmann. Obwohl zunächst selektioniert, zog sie in Absprache mit den Trainern einen zweiwöchigen Trainingsaufenthalt in Flims diesem Weltcup-Einsatz vor. (Text und Fotos Nicolas Russi)

Resultate

Kongsberg (NOR). Weltcup, Langdistanz.
Männer (14,0 km/530 m Steigung/21 Posten): 1. Oleksandr Kratov (UKR) 1:33:16. 2. Hans Gunnar Omdal (NOR) 0:21 zurück. 3. Magne Daehli (NOR) 0:31. Ferner: 5. Fabian Hertner (SUI) 0:48. 8. Daniel Hubmann (SUI) 1:34. 10. Matthias Kyburz (SUI) 3:08. 20. Andreas Rüedlinger (SUI) 9:16. 27. Kaspar Hägler (SUI) 13:33. 32. Raffael Huber (SUI) 18:39. 33. Alain Denzler (SUI) 20:00. 38. Florian Howald (SUI) 25:41.

Frauen (8,9/350/16): 1. Tove Alexandersson (SWE) 1:10:26. 2. Ida Bobach (DEN) 2:10. 3. Mari Fasting (NOR) 2:58. Ferner: 6. Sara Lüscher (SUI) 4:52. 11. Julia Gross (SUI) 8:32. 26. Sabine Hauswirth (SUI) 17:07. 39. Elena Roos (SUI) 25:17. 40. Lilly Gross (SUI) 28:21.