Im anspruchsvollen Gelände beim Klausenpass gewann der Neuenburger Orientierungsläufer Baptiste Rollier seinen ersten Schweizer Meistertitel über die Langdistanz. Für Simone Niggli hingegen war es bereits der neunte Meistertitel in dieser Disziplin und die insgesamt 40. Goldmedaille an nationalen Titelkämpfen.

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Simone Niggli

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Julia Gross
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Sara Lüscher

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Baptiste Rollier

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Daniel Hubmann

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Matthias Kyburz

Das Foto von Baptiste Rollier wird nachgeliefert
Just als sich die erste Startzeit kurz vor zewhn Uhr näherte, schneite es auf dem Klausenpass, was die Organisatoren dazu bewog, die Startzeiten um eine Stunde zu verschieben. Und einige, worunter auch der Laufleiter der geplanten SM vor 30 Jahren wurden an die zweimalige, wetterbedingte Absage erinnert. Doch diesmal hatte der Veranstalter ein gutes Händchen. Es hellte auf, die Schneehäubchen verschwanden, und schliesslich kamen die über 1700 Läuferinnen und Läufer in den Genuss eines zwar kühlen, aber mehrheitlich sonnigen Wettkampftages.

Und dieser bot alles, was man von einer Meisterschaft erwarten durfte. Läuferisch fordernd, technisch anspruchsvoll und abwechslungsreich: Ein Anfang beim Klausenpass mit Alpweiden, dann Geröllfelder in der Moräne, der sogenannte "Tüüfelsfriedhof" mit vielen Steinblöcken, und schliesslich halboffener Wald vor dem Ziel oberhalb Urnerboden. Gerade diese wechselnden Anforderungen sorgten dafür, dass kaum ein Läufer ohne Fehler und Zeitverluste durch kam.

Eine Ausnahme bildete dabei Sieger Baptiste Rollier. "Der Anfang war etwas schwierig, aber ab dem achten Posten lief es dann sehr gut", sagte der WM-Vierte über die Mitteldistanz, der allein bei Posten 15 eine halbe Fehlerminute zu verzeichnen hatte. Rollier holte sukzessive die vor ihm gestarteten Läufer auf, so dass am Ende eine Vierergruppe mit dem nachmaligen Vierten Florian Howald unterwegs war.

Für Rollier ist dies der vierte Einzeltitel nach einer Goldmedaille über die Mitteldistanz (2012) und zwei Siegen im Nacht-OL (2005/2011). Anders der zweitplatzierte Daniel Hubmann. "Ich bin gar nicht zufrieden, denn ich habe mich läuferisch gut gefühlt. Aber ich habe drei Minuten Fehler, worunter ein grösserer Patzer beim Posten 16, wo ich mich beim 18. wähnte und zunächst in die falsche Richtung lief", erklärte der dreifache WM-Silbermedaillengewinner, der auf Rollier 44 Sekunden verlor. Bronze ging mit 1:31 Rückstand an Matthias Kyburz, den Langdistanz-Meister der Jahre 2011/2012.

Für Simone Niggli war der neuerliche SM-Sieg ein hart erkämpfter Erfolg. "Ich hatte extrem Mühe, mich mit der Karte zurecht zu finden. Schon den ersten Posten lief ich nicht sauber an, und so ging es weiter. Bei den Posten 16 bis 18 büsste ich zwei bis drei Minuten ein, total sind es wohl fünf Fehlerminuten. Aber ich konnte mich zusammenreissen, und der Waldteil am Schluss ist mir sehr gut gelungen", sagte Niggli. "Ich bin stolz, dass es am Ende doch noch geklappt hat."

Auch ihre Konkurrentinnen vermochten den Parcours nicht fehlerfrei zu absolvieren. "Ich bin den Lauf etwas gehetzt angegangen, und bei Posten 16 suchte ich zwei bis drei Minuten", sagte Silbermedaillengewinnerin Julia Gross, die zum dritten Mal in Folge an einer Langdistanz-SM auf dem Podest stand und auf Niggli nur 1:22 Minuten verlor. Von ebenso vielen Zeitverlusten sprach die Dritte Sara Lüscher. "Bereits beim ersten Posten zwei, drei Minuten, und dann nochmals beim Fünften", erklärte Lüscher ihre Fehler, die zu einem Rückstand von nahezu fünf Minuten führten. Vierte wurde die dreifache Weltmeisterin Judith Wyder, die nach der Wettkampfpause (Sturz an der Swiss-O-Week in Zermatt) ihr Comeback gab. (Text und Fotos Nicolas Russi)

Resultate

Urnerboden/Klausenpass. Schweizer OL-Meisterschaften, Langdistanz.
Männer (12,4 km/350 m Steigung/30 Posten): 1. Baptiste Rollier (Boudevilliers) 1:23:12. 2. Daniel Hubmann (Herrenschwanden) 0:44 zurück. 3. Matthias Kyburz (Möhlin) 1:31. 4. Florian Howald (Oberönz) 3:03. 5. Marc Lauenstein (Cormondrèche) 4:30. 6. Andreas Kyburz (Möhlin) 6:12.

Frauen (9,5/250/22): 1. Simone Niggli (Münsingen) 1:23:34. 2. Julia Gross (Zürich) 1:22. 3. Sara Lüscher (Winterthur) 4:56. 4. Judith Wyder (Zimmerwald) 5:34. 5. Sarina Jenzer (Bremgarten) 6:17. 6. Sophie Tritschler (Zürich) 10:44.

Junioren (11,0/300/26): 1. Lukas Schubnell (Elsau) 1:35:59. - Juniorinnen (6,9/170/18): 1. Sandrine Müller (Steinhausen) 58:43.
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