Matthias Kyburz und Daniel Hubmann feiern beim Weltcup-Auftakt in Tasmanien im Sprint einen Doppelsieg. Bei den Frauen laufen Judith Wyder (2.) und Sara Lüscher (3.) ebenfalls aufs Podest. Mit insgesamt acht Schweizerinnen und Schweizern in den Top 10 zeigte das ganze Team einen überragenden Start in die neue Saison.

Die Schweizer Orientierungsläufer fahren im neuen Jahr dort fort, wo sie 2014 aufgehört haben. Die
WC SprintKyburz
Matthias Kyburz in Aktion


WC SprintWyder
Judith Wyder unterwegs zum zweiten Rang 


WC PodestMänner
Schweizer Doppelsieg vor Gustav Bergman


WC PodestFrauen
Das Frauenpodest mit Wyder und Lüscher



eindrückliche Bilanz nach dem ersten Weltcup-Lauf 2015 lautet: vier Schweizer auf dem Podest, acht in den Top 10. Ganz zuoberst stand am Ende Matthias Kyburz. Der Fricktaler war auf dem Universitäts-Campus von Launceston, der zweitgrössten Stadt auf der Insel, eine Klasse für sich. Nachdem der 23-Jährige bereits die Qualifikation am Tag zuvor für sich entschieden hatte, gewann er den Sprint-Final mit 33 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Daniel Hubmann. Dies war bereits der zehnte Weltcupsieg seiner Karriere. Florian Howald verpasste das Podest als Vierter nur um eine Sekunde.

Keinen Schweizer Sieg gab es bei den Frauen. Die Schwedin Tove Alexandersson war in diesem Rennen noch dominanter als Kyburz bei den Männern. Die letztjährige Gesamtweltcup-Siegerin gewann mit einem Vorsprung von 1:02 Minuten auf Judith Wyder. Für die Schweizerin ist dies kein Grund zur Sorge. Die dreifache Weltmeisterin von 2014 ist nach Verletzungs- und Magenproblemen im Herbst und Winter noch nicht im Wettkampfmodus. Das Tempo und die Abläufe stimmen noch nicht hundertprozentig. Das sei in Ordnung, sagt die Bernerin, es sei ja eigentlich noch Winter und die nächsten wichtigen Wettkämpfe noch weit entfernt. Unmittelbar hinter Wyder klassierte sich Sara Lüscher. Für die Zürcherin war es der erste Weltcup-Podestplatz in ihrer Karriere. Julia Gross (6.), Elena Roos (7.) und Rahel Friederich (8.) rundeten das hervorragende Schweizer Ergebnis ab.

Bei rund 35 Grad wurden die Läuferinnen und Läufer auf dem Universitäts-Campus hart gefordert. Die Bahnanlage hatte es in sich und verlangte trotz Hitze einen kühlen Kopf. Gleich zu Beginn führte sie in ein Gebiet, wo Zäune einer temporären Baustelle die offensichtlichsten Routen versperrten. Matthias Kyburz nahm dies als Weckruf. „Es war ziemlich hektisch am Anfang. Im ersten Moment habe ich die Zäune nicht gesehen. Ich glaube nicht, dass ich dort viel Zeit verloren habe, doch danach wusste ich, dass ich wachsam sein muss“, sagt der spätere Sieger. Von da an hatte er alles unter Kontrolle.
Auch Sara Lüscher hatte mit den Zäunen zu kämpfen. Es sei zwar kein grosser Zeitverlust gewesen, doch das Gefühl sei danach nicht mehr so gut gewesen. Als Trainer Patrik Thoma ihr beim Überlauf „Guter Start!“ zugerufen hatte, sei die Unsicherheit aber schnell vergessen gewesen. Lüscher hatte durch einen starken Silvesterlauf die Bestätigung erhalten, dass ihr Tempo stimmt. So konnte sie sich auf den physischen Teilstrecken auf die Karte konzentrieren.

Daniel Hubmann war mit seinem Rang zufrieden. Mit seinem Lauf aber weniger: Einerseits war er bis vor kurzem noch erkältet und fühlt sich erst seit zwei Tagen wieder besser, andererseits hat er zwei, drei kleinere Fehler gemacht. Einmal ist er, wie viele andere auch, in eine Sackgasse gelaufen. Auf der Karte war nur schwer zu erkennen, dass der Durchgang auf einer Seite geschlossen war und so stand er auf der falschen Seite des Gitters. Die Postenbeschreibung sei es gewesen, die ihm eine grosse Hilfe war, sagt Florian Howald. Er hat besonderes Augenmerk darauf gelegt, wo genau der Posten stand. Dies hat ihn vor Fehlern bewahrt, die viele andere gemacht haben.

Julia Gross, Elena Roos und Rahel Friederich bildeten auf der Rangliste auf den Rängen sechs bis acht ein Schweizer Dreierpack mit nur zehn Sekunden Unterschied. Roos, für die der siebte Platz das bisher beste Weltcup Resultat ist, war im Ziel sehr glücklich. Sie war vor dem Weltcup unsicher über ihren Formstand, da sie das letzte Halbjahr in Norwegen verbrachte und so keinen Vergleich zu den anderen Schweizerinnen hatte. „Jetzt weiss ich, wo ich etwa stehe und damit bin ich zufrieden“, sagt die Tessinerin strahlend.

Der Weltcup-Block in Tasmanien wird am Donnerstag mit dem Wettkampf über die Mitteldistanz fortgesetzt.

(Text Sina Tommer/Jonas Mathys, Fotos Sina Tommer/Lukas Frei)

Resultate

Tasmanien (Aus). Weltcup Sprint. Männer (4.35 Lkm/22 Posten): 1. Matthias Kyburz 15:06. 2. Daniel Hubmann 15:39. 3. Gustav Bergman 15:45. 4. Florian Howald 15:46. 11. Fabian Hertner 16:26. 12. Andreas Rüedlinger 16:27. 24. Raffael Huber 17:04.

Frauen (3.75 Lkm/21 Posten): 1. Tove Alexandersson 14:58. 2. Judith Wyder 16:00. 3. Sara Lüscher 16:13. 6. Julia Gross 16:53. 7. Elena Roos 16:56. 8. Rahel Friederich 17:03. 13. Sarina Jenzer 17:31. 15. Sabine Hauswirth 17:33. 23. Bettina Aebi 18:32.

Link zur Veranstalter Website: http://oceania2015.com/world-cup-live/
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