An den nicht allzu stark besetzten ozeanischen Staffel-Meisterschaften feierte das Schweizer Frauenteam mit Sarina Jenzer, Elena Roos und Sara Lüscher einen Sieg mit knapp drei Minuten Vorsprung vor den Schwedinnen.

Die ozeanischen Meisterschaften finden in dieser Woche zusammen mit dem Weltcup-Auftakt in Tasmanien statt. Sie sind das Pendant zu den Europameisterschaften für uns Europäer. Für das Schweizer Team gab es somit am heutigen Tag nichts zu gewinnen – europäische Teams waren nicht titelberechtigt. Dennoch wurde die Möglichkeit genutzt, die Staffeldisziplin zu trainieren und die Abläufe im australischen Busch nochmals zu festigen. Das zweigeteilte, physische Gelände verlangte von den Läuferinnen und Läufern einiges ab. Der erste Teil der Bahn führte über offenes, aber auch sumpfiges Gelände mit hohem Gras, welches die Sicht teilweise stark einschränkte. Die Posten waren dadurch nicht einfach anzulaufen. Der zweite Teil führte durch eine Eukalyptusbaumplantage mit dichtem Farn, welches wiederum die Sicht stark beeinträchtigte. Nicht wenige beklagten sich nach dem Lauf über den einen oder anderen Fehler, welcher als Weckruf für die kommenden Weltcup-Wettkämpfe (Donnerstag: Mitteldistanz, Samstag: Langdistanz) gelten sollte.

Sabine Hauswirth zeigte auf der Startstrecke eine sehr gute Leistung und übergab in Führung mit einem knappen Vorsprung auf die Schwedin an Julia Gross. Das Rennen blieb jedoch spannend, weil Hauswirth und Gross kein komplettes Team stellten. Unter anderem, weil Rahel Friederich in einem Sumpf stecken geblieben war, setzte sich am Ende das Team mit Sarina Jenzer, Elena Roos und Sara Lüscher durch. Knapp drei Minuten später folgten die Schwedinnen. Hauswirth sagte nach ihrem Lauf: „Das Gelände war anders als wir es uns gewohnt sind und es ist auch nicht sehr relevant für die kommenden Weltcupläufe. Dennoch wollte ich noch einen Wald-Wettkampf in den Beinen haben, um mein Konzept zu festigen. Zugleich konnte ich die Staffelsituation üben. Man war wirklich die ganze Zeit gefordert mit der schlechten Sicht.“ Ähnliches gab Judith Wyder zu Protokoll, die auf der zweiten Strecke Bestzeit gelaufen war: „Ich nutzte den Wettkampf, um die Staffelsituation zu trainieren. Ich probierte voll zu laufen, da ich aber kein direkten Gegnerkontakt hatte, begann ich etwas mit Florian Howald zu kämpfen, um dies für den Kopf zu üben.“  

Vom Trainerteam wurden keine Resultate erwartet. Es ging vielmehr darum, nochmals eine schnelle Trainingseinheit im Wald zu absolvieren und Staffel-Situationen zu trainieren. Letzteres ist umso wichtiger, weil sich dafür pro Saison nur wenige Möglichkeiten bieten. Die Athletinnen und Athleten konnten somit selber bestimmen, wie schnell sie wirklich laufen wollten. Auch deshalb schonten sich die angeschlagenen Daniel Hubmann und Fabian Hertner.

Ozeanischer Meister wurden am Ende bei den Herren die Australier mit Simon Uppill, Bryan Keely und Julian Dent. Bei den Frauen setzten sich die Neuseeländerinnen mit Lizzie Ingham, Gorgia Whitla und Laura Roberston durch, nachdem Australiens Superstar Hanny Allston ihr Team mit einem Postenfehler auf der letzten Strecke aus dem Rennen genommen hatte.
(Text Lukas Frei, Foto Beat Meier)

Resultate
Herren (5.9 Km, 130 Hm, 20 Po): 1. Schweden (W. Lind, A. Östlin, G. Bergman) 100:29, 2. Australien (S. Uppill, B. Keely, J. Dent) 101:16, 3. Neuseeland (T. Robertson, N. Hann, M. Ogden) 101:34
Frauen (4.8 Km, 105 Hm, 19Po): 1. Schweiz (S Jenzer, E Roos, S Luescher) 105:07, 2. Schweden (L. Forsgren, T. Alexandersson, M. Magnusson) 107:43, 3. Neuseeland (L. Ingham, G. Whitla, L. Roberston) 113:07.
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