Die Schweizer Orientierungsläufer sichern sich zum Start der Europameisterschaften die Bronzemedaille in der Sprintstaffel. Das Team mit Judith Wyder, Andreas Kyburz, Martin Hubmann und Rahel Friederich verliert 27 Sekunden auf das Siegerteam aus Russland. Zweite wurde das Quartett aus Dänemark.

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Bronze für die Schweiz.


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Rahel Friederich als Schlussläuferin.

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Martin Hubmann auf der dritten Strecke.


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Andreas Kyburz  beim Posten 17.


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Judith Wyder übergibt an Andreas Kyburz.
Die Schweizer Orientierungsläufer erleben in Tschechien einen EM-Auftakt nach Mass. Oder in den Worten von Judith Wyder: «Es ist super, dass es mit der Medaille geklappt hat.» Mit dem Gewinn von Edelmetall im ersten Rennen erfüllen die Schweizerinnen und Schweizer auch bereits ein erstes Ziel. Eine Medaille war das klare Ziel, mit der Bronzemedaille zeigen sich die Verantwortlichen entsprechend zufrieden. Die Sprintstaffel mit einer totalen Laufzeit von rund einer Stunde und drei Minuten verlief turbulent. Auf den vier Strecken durch die tschechische Stadt Bruntál wurden die führenden Positionen immer wieder ausgewechselt – das Rennen war über lange Zeit offen.

Judith Wyder, Startläuferin des Schweizer Teams, konnte das Rennen zu Beginn dominieren und lief bis kurz vor der ersten Übergabe an erster Stelle. Schliesslich konnte die 27-jährige Bernerin mit drei Sekunden Rückstand an Andreas Kyburz übergeben, gleich hinter dem späteren Sieger Russland. Wyder zeigte sich zufrieden mit ihrem Wettkampf: «Nur gerade die lange Routenwahl zum ersten Posten habe ich nicht optimal erwischt. Das nervt mich.»

Der erste Posten hatte es in sich. Auch Folgeläufer Andreas Kyburz hatte auf der Routenwahl seine Mühe bekundet: «Hier hätte ich den Vorsprung mit der richtigen Routenwahl ausbauen können», so der Fricktaler. Dies insbesondere auch, weil «die Bahn teilweise auch ziemlich einfach war», sagte Kyburz weiter.

In der Folge war die Schweiz in einem harten Wettkampf stets auf Podestkurs. Bei Martin Hubmann auf der dritten Strecke – auch er hatte Unsicherheiten zum ersten Posten – wurde der Rückstand zwar grösser, eine Medaille war jedoch immer noch möglich: «Ich hatte Mühe dran zu bleiben. Dies zu realisieren wart hart», sagte der Hubmann nach seinem Lauf.
Rahel Friederich auf der vierten Strecke übernahm zwischenzeitlich gar wieder die Führung, fiel später jedoch bis auf den vierten Rang zurück. «Ich merkte, dass ich nicht mehr zu den ersten drei Läuferinnen aufschliessen kann und wollte den vierten Rang unbedingt ins Ziel bringen.»

Doch dann kam es anders. Die Schwedin Helena Jansson hatte auf der Schlussstrecke den fünften Posten ausgelassen. Dies wusste Friederich während des Rennens nicht – nur die Teamkollegen und das Publikum im Ziel konnten den Fehler auf der Grossleinwand verfolgen. Entsprechend gross war die Freude der Schweizerinnen und Schweizer über den Gewinn der Bronzemedaille. Die Schweden waren übrigens nicht die einzigen Favoriten, die strauchelten. Auch die Norweger hatten einen fehlenden Posten zu bezeichnen – dies bereits durch Marianne Andersen auf der Startstrecke.

Die Sprintstaffel an den Europameisterschaften, durch das historische Zentrum der Stadt Bruntál sowie durch Park- und Wohngebiete, war eine Premiere. Die neue Disziplin wurde offiziell zum ersten Mal an den Weltmeisterschaften in Italien vor zwei Jahren durchgeführt. Damals kürten sich die Schweizer zum ersten Weltmeisterteam in der neuen Disziplin.

An den Europameisterschaften in Tschechien stehen bereits am Sonntag die nächsten Wettkämpfe auf dem Programm. Am Vormittag wird im EM-Hauptort Jesenik die Qualifikation über die Sprintdistanz ausgetragen, bevor am späten Nachmittag der Finallauf auf dem Programm steht.
(Text: Severin Furter; Bilder: Rémy Steinegger/www.steineggerpix.com)

Resultate
Bruntál (CZE). Europameisterschaften. Sprintstaffel: 1. Russland (Natalia Vinogradova, Gleb Tikhonov, Andrey Khramov, Galina Vinogradova) 63:01 Minuten; 2. Dänemark (Cecile Klsyner, Tue Lassen, Soren Bobach, Maja Alm) +00:14 Minuten; 3. Schweiz (Judith Wyder, Andreas Kyburz, Martin Hubmann, Rahel Friederich) +00:27; 4. Finnland (Merja Rantanen, Topi Raitanen, Fredric Portin, Venla Harju) +01:14; 5. Tschechien (Denisa Kosova, Jan Pochazka, Voijtich Kral, Jana Knapova) +01:44; 6. Frankreich (Amélie Chataing, Frédéric Tranchand, Lucas Basset, Léa Vercellotti) +02:27.

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