Die Mitteldistanz an der Ski-OL-EM in Khanty-Mansiysk forderte den Athleten bei einer Siegerzeit von einer Stunde alles ab. In den Schweizer Reihen kam Noel Boos mit den Herausforderungen am besten zurecht und wird 25.


Die Höhenmeter des Sprints wurden von den Bahnlegern nochmals getoppt. Es galt, 13.4 Kilometer und 590 Höhenmeter zu absolvieren. Im Massenstartrennen mussten viele prominente Namen bereits früh Federn lassen. Einer von ihnen war Gion Schnyder. Er verabschiedete sich bereits nach dem dritten Posten mit einem kapitalen Fehler aus dem Medaillenkampf. „Eine kleine Konzentrationslücke mit grosser Wirkung“, meinte er nach dem Lauf. Eine Abzweigung mit zwei breiten Loipen erschien ihm etwas suspekt, da die eine abzweigende Spur sehr klein war und er sie als Scooterspur interpretierte. Dieses Missgeschick unterlief diversen Athleten.

Noel Boos gelang eine sehr flüssige Leistung, er beging keine grossen Fehler und auch physisch stimmte alles. Kleinere Konzentrationsschwierigkeiten im Mittelteil verhinderten ein noch besseres Resultat. Der 25. Rang ist als Erfolg einzuschätzen, das Feld ist enorm dicht und viele Athleten haben die Kapazität, weit nach vorne vorzustossen.

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Noel Boos ist über die Mitteldistanz der beste Schweizer (Bild vom Sprintrennen)


Der St. Galler Lukas Deininger konnte sich für seine gestrige Leistung revanchieren und ist an 35. Stelle im Klassement. Ihm gelang ein technisch sehr guter Lauf, bei Unsicherheiten lief er defensiv und vermied grössere Zeitverluste. Nach der ersten Runde sah er beim Kartenwechsel viele Läufer, die eigentlich viel besser sind als er, was ihm viel Aufschwung gab. Da er die ersten beiden Runden aber über seiner eigentlichen physischen Kapazität lief, musste er auf der Schlussrunde etwas Zeit einbüssen und am Schluss Gion Schnyder, der lange hinter ihm lag, vorbeiziehen lassen. Schnyder wird 33.

Auch Lars Widmer gelang heute ein guter Lauf. Er wollte mit einem kontrollierten Konzept zum richtigen Zeitpunkt Tempo herausnehmen, sodass möglichst keine Fehler passieren. Dies gelang ihm und er klassiert sich auf dem 40. Rang. Morgen findet in Khanty-Mansyisk die Sprintstaffel statt, es wird kein vollständiges Schweizer Team am Start stehen. Aufgrund eines Krankheitsfalls in den Reihen der Österreicher wird Gion Schnyder bei unseren östlichen Nachbarn aushelfen. Das Rennen kann wie gewohnt per Livestream verfolgt werden. Am Samstag geht es für das restliche Schweizer Team mit der Langdistanz weiter.

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(Text: Lukas Deininger, Bild UgraMegaSport)

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