Am zweiten Tag der Ski-OL Titelkämpfe reichte es den Schweizer nicht zu einer Medaille. Mit Nicola Müller, Andri Jordi, Alina Niggli, Flavio Ehrler und Justine Hamel durften sich aber gleich fünf Athleten über ein Diplom freuen.
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Gion Schnyder (vorne) und Nicola Müller (hinten) gemeinsam unterwegs
Bei der Elite, welche die WM in Form einer Sprint-WM austragen, kam das Format der Verfolgung zum Einsatz. Die Athleten starteten dabei mit dem Rückstand aus dem Sprintrennen. Eine grosse Aufholjagd gelang Nicola Müller, der vom 19. Rang auf den 6. Platz vorstossen und damit ein Diplom gewinnen konnte. «Ich bin super gestartet, konnte gut mitlesen und so schon bald zu einem Tram mit Gion Schnyder aufschliessen. Ich hatte eine bombenmässige physische Form. Dadurch konnte ich am Schluss noch etwas zulegen und das Tram abhängen.» Gion Schnyder lief sieben Sekunden hinter seinem 13 Jahre jüngeren Teamkollegen auf den neunten Rang. «Ich kämpfe technisch nach wie vor etwa mit dem Selbstvertrauen. Physisch bin ich nicht auf dem Höhepunkt, aber bei diesen Läufen kann man auch etwas erreichen, wenn man technisch sauber läuft. Mit dem Rang bin ich aber sehr zufrieden.»

Auch die weiteren Schweizer konnten sich rangmässig verbessern. Corsin Boos (27.) lief es sehr gut. «Die physische Form stimmt, das ist sehr wertvoll», meinte der junge Luzerner. «Ich konnte immer wieder gut von den andern profitieren.» Auch Lukas Deininger (30.), der sich gleich um 10 Ränge verbesserte, zeigte sich sehr zufrieden. «Mir gelang ein guter Start und konnte so schon bald zu Noel und Corsin aufschliessen. Ich hatte die ganze Zeit das Vertrauen, dass ich es richtig mache.» Severin Müller (38.) machte gleich zu Beginn einen kleinen Fehler und verpasste so den Anschluss ans Schweizer Tram. Danach musste er alles alleine laufen. Noel Boos lief physisch über seinem Limit, so dass er beim Kartenwechsel vergass, den Posten zu stempeln und am Schluss nicht klassiert war. Auch Eliane Deininger (25.) konnte sich steigern. «Ich bin technisch sehr zufrieden. Ich habe mir die Zeit für die Karte genommen und bin auch im schwierigen Teil ruhig geblieben. Ich habe mich auch nicht von den andern ablenken lassen.»

Diplom für Jordi und Ehrler
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Andri Jordi
Bei den Nachwuchsläufer stand ein Langdistanzrennen mit Massenstart auf dem Programm. Junior Andri Jordi bestätigte mit dem fünften Rang sein gestriges Diplom eindrücklich. «Ich bin gut gestartet. Wegen den Gabelungen war ich schon bald mal alleine unterwegs. Ich hatte deshalb überhaupt keine Ahnung, wo ich rangmässig stand und war dann sehr überrascht, als ich beim Überlauf merkte, dass ich gut im Rennen lag.»

Die Jugendläufer zeigten eine starke Teamleistung, allen voran Flavio Ehrler, der auf den fünften Platz lief. «Bei Start konnte ich gut vorne mitlaufen. Ich versuchte mein eigenes Rennen zu laufen. Bei den letzten drei Posten unterliefen mir aber noch kleine Routenwahlfehler und ich verlor so noch knapp zwei Minuten. Ich bin aber zufrieden mit meiner Leistung.» Corsin Müller, dessen EM-Vorbereitung wegen eines Armbruchs nicht optimal war, sprach von einem durchzogenen Lauf. «Mein Lauf war ein Auf und Ab. Mal machte ich einen Fehler, dann lief wieder sehr gut. Ich wusste deshalb nicht, wie ich im Rennen lag.» Schliesslich überquerte er als Achter die Ziellinie. Nur fünf Sekunden später kam sein jüngerer Bruder Lavio als Elfter ins Ziel. «Ich bin ziemlich überrauscht von diesem Resultat. Mir unterliefen eigentlich viele Fehler. Ich bin deshalb sehr glücklich, dass ich nun Elfter bin.» Jan Lauenstein (13.) hatte eine sehr gute erste Runde und lag da auf Medaillenkurs. «Nach dem Kartenwechsel habe ich eine Sekunde nicht aufgepasst und bin auf die falsche grosse Loipe gelangt. Ich verlor so fast fünf Minuten.» Joel Messerli (20.) konnte nach dem Start gut mit den andern mitlaufen. Nach dem Überlauf unterliefen ihm aber zwei Routenwahlfehler. Er sprach aber von einer deutlichen Steigerung im Vergleich zum Vortag.

Alina Niggli überzeugt erneut
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Alina Niggli
Alina Niggli konnte nach der gestrigen Bronzemedaille als Fünfte erneut überzeigen. «Der Anfang war nicht so gut, weil ich recht weit hinten startete und mir auch Fehler unterliefen. Ich konnte dann aber aufholen und bin längere Zeit mit Delia zusammen gelaufen. Mit dem Resultat bin ich zufrieden, mit dem Lauf aber nicht so.» Auch Delia Giezendanner (7.) war nicht ganz zufrieden mit ihrer Leistung. «Der Start war gut. Ich machte zwar zu Beginn ein paar kleine Fehler, aber diese unterliefen heute wohl allen.» Gegen Schluss verlor sie nochmals Zeit wegen eines grösseren Fehlers und verpasste dadurch einen Diplomplatz. Natalja Niggli (13.) startete recht gut und konnte bis zur Rennhälfte gut vorne mithalten. Danach verlor sie den Anschluss, zeigte sich aber insgesamt zufrieden mit ihrer Leistung. Flurina Müller, welche heute ihren 20. Geburtstag feiern konnte, war nicht so zufrieden. Nach dem hektischen Start unterliefen ihr ein paar Fehler. Sie konnte sich danach zwar wieder gut konzentrieren, musste aber fast alles alleine laufen, wodurch ihr die Wettkampfstimmung des Massenstartrennens fehlte.

Hamel Sechste
Bei den Jugendläuferinnen konnten sowohl Justine Hamel als Sechste als auch Elin Neuenschwander (10.) in die Top Ten laufen. «Es war sein sehr schöner Wettkampf und er ist mir sehr gut gelaufen», erzählte Hamel. «Mir sind nur zwei drei kleine Fehler unterlaufen. Entsprechend bin ich sehr zufrieden mit dem Gewinn des Diploms.» Neuenschwander war nicht ganz zufrieden. «Beim Start war ich in einen Sturz verwickelt. Ich konnte mich zwar fangen und ganz nach vorne laufen.» Diese ungewohnte Situation überforderte sie aber etwas, so dass sie danach nicht mehr ihr Konzept umsetzen konnte.
Nach dem morgigen Ruhetag geht es am Samstag weiter mit der Mitteldistanz.
(Text Annetta Wenk, Fotos Christian Aebersold)

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