Im nachgeholten Sprint der Jugend-EM gelang Nicola Müller ein überlegener Sieg. Er holte sich die Goldmedaille mit 50 Sekunden Vorsprung. Ebenfalls eine starke Leistung gelang Lea Widmer als Fünfte.

Bei wunderschönem Wetter fand im österreichischen Obertilliach das Wiederholungsrennen der JWSOC / EYSOC statt. Im tief verschneiten nördlichen Teil der Biathlonarena, wo auch ein Teil des neusten James Bond Filmes gedreht
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Nicola Müller
worden war, stand der Sprint auf dem Programm. Nicola Müller, der bereits das gestrige Rennen mit fast einer Minute Vorsprung gewonnen hätte, liess sich durch die Wettkampf-Annulation nicht aus dem Konzept bringen und zeigte heute erneut eine überlegene Leistung. Der Einsiedler konnte konzentriert starten und schon schnell den drei Minuten vor ihm gestarteten Finnen einholen. «Er liess mich vorbeiziehen. Doch durch diese Tempoverschärfung habe ich eine Spur verpasst und musste einen kleinen Umweg laufen», erklärte der 17-Jährige. Im Abfahrtsteil zeigte er dann eine sehr gute Leistung ohne Fehler. «Im flachen Teil hatte ich etwas Probleme mit der Karte, da mir die Distanzen auf der Karte komisch erschienen. Der Finne konnte mir dann helfen und ich konnte dank ihm einen Fehler vermeiden.» Mit dem Gewinn der Goldmedaille konnte der Gymnasiast sein hochgestecktes Ziel bereits im ersten Rennen erreichen. Müller scheint die Sprint-Distanz zu liegen. Einerseits hat er an der Ski-OL Jugend-EM vor einem Jahr in dieser Disziplin bereits Silber gewonnen. Andererseits stand er an der Fuss-OL Jugend-EM letzten Sommer ebenfalls im Sprint zuoberst auf dem Podest. Nun ist Nicola Müller also zweifacher amtierender Jugend-Europameister im Sprint.

Eine sehr gute Leistung zeigte auch Lea Widmer, welche als Fünfte ein Diplom gewann. «Der Start war physisch sehr
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Lea Widmer
anspruchsvoll, ich bin aber gut ins Rennen gekommen», kommentierte die Zürcherin ihren Lauf. «Der mittlere Teil des Rennens war schwierig für mich und ich konnte nicht so flüssig laufen wie gestern. Insgesamt bin ich aber zufrieden mit meinem Lauf und überglücklich mit dem Resultat.»

Die weiteren Jugend-Läufer platzierten sich mehrheitlich in den Top Zwanzig und damit in der ersten Ranglistenhälfte. Natalja Niggli lief bei ihrem Debüt auf internationaler Ebene auf den 15. Rang. Nach einem guten Start verlor sie durch einen Fehler zum sechsten Posten Zeit. Eliane Deiniger (17.) konnte flüssig laufen und war vor den Abfahrten immer vorbereitet. Zum zweiten Posten nahm die St. Gallerin eine schlechte Schnittspur und fiel im Tiefschnee um, was sie Zeit kostete. Riina Jordi (21.) unterlief nach einem guten Start zum dritten Posten ein Routenwahlfehler, wodurch sie etwa zwei Minuten verlor.

Severin Müller erzielte bei seinem EM-Debüt gleich den 16. Rang. Er kam sehr gut ins Rennen und verlor einzig beim fünften Posten etwas Zeit, als er nicht gewendet hatte. Corsin Boos (18.) erzählte von einem spannenden Rennen und einem Zeitverlust von 1:20 zum dritten Posten. Gian-Andri Müller (24.), mit Jahrgang 2003 der Jüngste im Teilnehmerfeld, unterliefen in der Mitte des Rennens zwei Fehler.

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Nicola Müller
Bei den Junioren bis 20 Jahre gelang Lukas Deininger als 21. die beste Platzierung. Nur vier Sekunden fehlten ihm für die Top 20. «Ich startete sehr sehr langsam, vermied so aber auch viele Fehler und entschied bei den Routenwahlen sehr gut», meinte der St. Galler und weiss auch schon, was er für die nächsten Rennen verbessern kann: «Auf den Scooterspuren bergauf muss ich noch mehr angreifen und mehr drücken.» Noel Boos (23.) spürte noch den gestrigen Lauf in den Armen und Beinen. Als gegen Schluss die Konzentration nachliess, entschied er sich, die lange Route auf den grossen Spuren zu umlaufen, was sich jedoch nicht auszahlte. Lars Beglinger (31.) gelang ein technisch guter Lauf. Der Freiburger war jedoch auf den steilen und schmalen Scooterspuren weniger schnell und effizient als seine Konkurrenten.

Rolf Friederich, der Junioren-Trainer, zeigt sich sehr zufrieden mit der Leistung seiner Athleten: «Trotz der mental schwierigen Situation unserer Athleten mit dem Neustart heute wussten sowohl Nicola als auch Lea erneut zu überzeugen. Auch wenn es bei Lea nicht mehr ganz für eine Medaille gereicht hat, ist ein Diplom im starken Teilnehmerfeld super! Ebenso nutzten die übrigen Athleten die Chance, sich beim heutigen Sprint klar zu steigern. Das Team zeigte eine hervorragende Leistung und lässt auf weitere Spitzenresultate im Verlauf der Woche hoffen.»
(Text Annetta Schaad, Fotos Christian Aebersold)

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