Nach der Goldmedaille im Sprint war Nicola Müller auch heute beim Mitteldistanzrennen mit Massenstart nicht zu schlagen. Er siegte an der Jugend-EM mit 16 Sekunden Vorsprung auf den Russen Igor Linkevich. Lea Widmer verpasste als Vierte das Podest nur um 12 Sekunden.

Herrliches Winterwetter erwartete die Teilnehmer am Tag des Mitteldistanzwettbewerbes, welcher als Massenstartrennen ausgetragen wurde. Das Massenstartrennen wurde nicht wie üblich als One-Man-Relay ausgetragen, sondern es wurden mehrere Schmetterlinge eingebaut, welche das Teilnehmerfeld aufteilten.

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Nicola Müller (Foto Thierry Jeanneret)
Nicola Müller startete schlecht: «Im ersten Schmetterling bin ich zuerst den falschen Schmetterlingsposten angelaufen, obwohl ich eigentlich genügend Zeit zum Vorauslesen hatte.» Dies kostete den Einsiedler etwa 40 Sekunden. Mit einer guten Laufleistung konnte er den Verlust aber wieder wettmachen. «Im zweiten Schmetterling konnte ich dann die anderen Läufer um etwa 10 Sekunden abhängen und den Sieg ohne Probleme nach Hause laufen», fasste Müller die entscheidende Phase zusammen. Im Ziel wies er einen Vorsprung von 16 Sekunden auf. Damit gewann er bereits die zweite Goldmedaille innert 24 Stunden.

Erneut ein ausgezeichnetes Rennen zeigte auch Lea Widmer, welche nur 12 Sekunden auf den Bronzeplatz verlor. «Das Tempo war von Anfang an sehr hoch, aber ich konnte gut mitlaufen», meinte die Zürcherin. «Gegen Ende des Rennens in den Steigungen merkte ich, dass ich physisch noch relativ gut drauf war im Vergleich zu den anderen.
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Lea Widmer (Foto Christian Aebersold)
Deshalb konnte ich mich im Schlussspurt noch gegen eine Norwegerin durchsetzen. So habe ich nicht Bronze verloren, sondern den 4. Platz gewonnen.» Widmer durfte sich somit nach dem gestrigen 5. Rang über ein weiteres Diplom freuen.

Erneut gelang Natalja Niggli mit Rang 14 bei den U17-Jugend das drittbeste Schweizer Resultat. «Am Start hatte ich etwas Mühe den ersten Posten auf der Karte zu finden. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit meinem Lauf», kommentierte die im französischen Jura wohnhafte Schweizerin. Zwei Ränge hinter ihr platzierte sich Eliane Deininger, welche im ersten Teil Mühe bekundete, technisch mit dem Tempo mitzuhalten: „Dann bekam ich das Kartenlesen in den Griff und konnte flüssig fertig laufen.“ Riina Jordi (21.) zeigte sich ziemlich zufrieden mit ihrem Lauf. Ihr fehlte am Schluss die Kraft um noch einige Plätze gut zu machen.

Bei den Herren U17 klassierte sich EM-Debütant Corsin Boos auf dem 18. Rang. «Es war eigentlich ein toller Lauf, aber auf den langen Übergangsposten konnte ich nicht mithalten», meinte der Innerschweizer. Ihm unterlief insgesamt nur ein ganz kleiner Fehler. Gleich hinter Boos klassierte sich Severin Müller, welcher vom hintersten Startplatz starten musste und deshalb beim ersten Aufstieg anstehen musste und etwas Zeit verlor. «Gegen Schluss war es sehr hart und ich musste ziemlich kämpfen», meinte der Thuner. Gian-Andri Müller (23.) musste zwischen den zwei Schmetterlingen etwas beissen, konnte danach aber fehlerlos fertig laufen.

Bei den Junioren U20 lieferte Noel Boos (21.) das beste Resultat. Er zeigte sich mit seinem Wettkampf zufrieden, da ihm keine Fehler unterlaufen sind. «Der Lauf an sich war nicht allzu schwierig. Aber das hohe Tempo führte zu Herausforderungen sowohl kartentechnisch wie auch skitechnisch in den Abfahrten.» Ebenfalls zufrieden zeigte sich Lukas Deininger (25.), der seine physischen Kapazitäten ausschöpfen und lange mit der Spitze mithalten konnte. Nach einem Zeitverlust bei einem Massensturz war er dermassen am Limit, dass die Konzentration litt, weshalb ihm noch ein grösserer Fehler unterlief. Lars Beglinger (33.) verlor zum langen ersten Posten den Anschluss ans schnelle Tram. Ihm gelang danach aber ein guter Lauf bis zum zweitletzten Posten, als ihm die Bindung kaputtging und er den Wettkampf mit einem Ski beenden musste.

Insgesamt war es ein hektisches, hartes, aber lässiges Rennen. Noel Boos fasste die Herausforderungen wie folgt zusammen: «Wegen dem hohem Tiefschnee verfing sich fast dauernd einen Ski und ein Sturz war meistens nicht mehr zu verhindern. Doch dies machte das Rennen erst richtig spannend. Dauernd überholte man einen Läufer der im Tiefschnee lag und man versuchte, irgendwie nicht in seine Skis einzuhaken.»

Trainer Rolf Friederich zeigte erfreut über die Leistungen der Nachwuchsathleten: «Erneut zeigte das Team eine hervorragende Leistung und konnte die Vortagesresultate bestätigen und z.T. sich weiter steigern. Ganz nach dem Motto des Titelsongs des Anlasses „Never give up“ kämpfte Lea bis zum Schluss mit ganzer Kraft um eine mögliche Medaille und Lars Beglinger vollendete das Rennen auf einem Ski.» Morgen haben die Athleten nun ihren verdienten Ruhetag, welchen sie mit aktiver Erholung beim Biathlon verbringen werden.
(Text Annetta Schaad, Fotos Christian Aebersold/Thierry Jeanneret)

Resultate
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