Das Schweizer Team darf sich zum Auftakt am Weltcup in Schweden über zwei Podestränge freuen: Simona Aebersold und Joey Hadorn laufen im KO-Sprint auf den zweiten Rang.

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Joey Hadorn auf dem Weg zu Rang 2


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Enge Entscheidung im Final der Frauen


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Fabian Aebersold im Halbfinal

In Lidköping, der schwedischen Stadt am Vänernsee rund 130 Kilometer nordöstlich von Göteborg, wurde heute die zweite OL-Weltcuprunde der Saison mit einem KO-Sprint eröffnet. Mit vielen künstlichen Barrieren wurden in die flache, klar gegliederte Stadtstruktur zusätzliche technische Herausforderungen eingebaut. In wie für den KO-Sprint üblichen engen Entscheidungen verzieh es kein Zögern und keine Zusatzmeter durch ungenaues Kartenlesen.

Nachdem bereits der Viertelfinal ungegabelt war, wartete auch im Halbfinal und Final die gleiche Strecke für alle Läufer*innen. Im Schweizer Dress mit dabei in diesem Final-Lauf war bei den Männern Joey Hadorn. Ihm gelang es dank kluger Taktik – er hielt sich zu Beginn des Rennens noch zurück, um sich gut auf die letzten Posten vorzubereiten – den Einzug in den Halbfinal und später auch in den Final der Top 6. Dort wiederholte er dieselbe Taktik und während er auf den ersten Posten noch zuhinterst im Feld lag, zeigte er zum Ende des Laufs seine physische Stärke und konnte sich in einem packenden Schlusssprint den zweiten Rang sichern.

Für den Thuner war es nach einer langen Verletzungspause eine gelungene Rückkehr in den Weltcup. Nach dem Rennen sagt er dazu: «Für mich war es sicher die grösste Challenge, überhaupt die Qualifikation zu überstehen, da es dort immer sehr knapp ist und kleinste Fehler einem zum Verhängnis werden können. Da die Finalrunden ungegabelt waren, konnte ich auf meine bewährte Taktik zurückgreifen und so galt es den Schlussteil gut vorzubereiten und im entscheidenden Moment anzugreifen. Ich fühlte mich gut und bin glücklich, ist es so gut aufgegangen.»

Sieger des heutigen Rennens ist Eirik Langedal Breivik aus Norwegen. Anders als Hadorn wählte er bewusst andere Routen als seine Konkurrenz und wurde mit dem Sieg dafür belohnt. Dritter wurde der Franzose Guilhem Verove.

Fabian Aeberosold gelang als zweiter Schweizer den Sprung in den Halbfinal, dort schied er als Dritter jedoch aus. Endstation im Viertelfinal war es für Benjamin Wey und Florian Attinger, die als Vierte ihrer Heats den Sprung in den Halbfinal knapp nicht schafften.

Simona Aebersold läuft ebenfalls auf Rang 2

Eine offensive Taktik zeigte Simona Aebersold und versuchte mit einem hohen Tempo ihre Gegnerinnen müde zu laufen. Nach starker Qualifikation gelang ihr auch souverän der Einzug in den Halbfinal und Final. Dort übernahm sie ebenfalls direkt die Führung, doch eine kleine Unsicherheit warf sie kurzzeitig leicht zurück. Am Ende musste sie sich – wie zuletzt in Locarno – wieder von der Dänin Hedvig Valbjörn Gydesen im Schlusssprint geschlagen geben. Die Überraschungssiegerin von Locarno bestätige damit ihre überragende Form. Aebersold rettete sich noch knapp vor der Schwedin Karolin Ohlsson ins Ziel und verteidigte den zweiten Rang.

«Ich fand im Final direkt gut ins Rennen und merkte, dass die Gegnerinnen mir folgten. Sanna Fast nutzte einen kleinen Fehler von mir direkt aus und drückte aufs Tempo, ich konnte dann aber auch von ihrer Führungsarbeit etwas profitieren. Am Ende fehlte mit etwas der Speed, daran muss ich noch arbeiten», fasst Aebersold ihren Final-Lauf zusammen. Dennoch sei sie zufrieden mit ihrer Leistung. Das Rennen gebe ihr die Bestätigung, dass sowohl die physische Form als auch die technische Leistung stimmt. Und so werde sie am Wochenende den ersten Weltcupsieg der Saison anpeilen.

Als zweitbeste Schweizerin reichte es Lilly Graber bis ins Halbfinal. Im Viertelfinal profitierte sie von Fehlern ihrer Konkurrentinnen und schaffte dank sauberer OL-Technik den Sprung in den Halbfinal, dort konnte sie jedoch nicht mehr mit den Schnellsten mithalten. Bereits im Viertelfinal endete das Rennen für Natalia Gemperle und Corina Hüni.

Mehrere Favorit*innen bereits in der Qualifikation ausgeschieden

Bereits die Qualifikation zeigte, wie eng das Startfeld war. Bei einer Siegeszeit von gut 8 Minuten entschieden Sekunden über Weiterkommen oder Ausscheiden. Dies erfuhren auch einige Favoriten, wie etwa Tino Polsini (ihm wurde eine Sackgasse zum Verhängnis) – in Uster noch Sieger des KO-Sprints – oder auch die WM-Medaillengewinner dieser Disziplin aus Schweden, Jonatan Gustafsson und August Mollen sowie die norwegische Top-Läuferin Andrine Benjaminsen. Endstation in der Qualifikation war es auch für die weiteren Schweizer Athlet*innen Timo Suter, Pascal Schärer, David Baumberger, Deborah Stadler, Paula Gross, Katrin Müller und Martina Ruch.

Am Samstag geht es weiter mit einem Einzelsprint in Skara. Ab 17 Uhr können die Rennen live im IOF TV mit dem deutschen Kommentar von Lukas Deininger und Philipp Sauter mitverfolgt werden.

Resultate

Lidköping. Orientierungslauf-Weltcup. Knockout-Sprint. Männer (2,1 km, 11 Po.): 1. Eirik Langedal Breivik (NOR) 06:53.5 Min. 2. Joey Hadorn (SUI) 00:02.1 zurück. 3. Guilhem Verove (FRA) 00:02.2. 4. Tuomas Heikkilä (FIN) 00:02.8. 5. Akseli Ruohola (FIN) 00:05.9. 6. Anselm Reichenbach (GER) 00:08.9.

Im Halbfinal ausgeschieden: Fabian Aebersold (SUI). Im Viertelfinal ausgeschieden: Benjamin Wey (SUI), Florian Attinger (SWE). In der Qualifikation ausgeschieden: Timo Suter (SUI), Tino Polsini (SUI), Pascal Schärer (SUI), David Baumberger (SUI).

Frauen (2,1 km, 11 Po.): 1. Hedvig Valbjörn Gydesen (DEN) 07:22.8 Min. 2. Simona Aebersold (SUI) 00:00.9 zurück. 3. Karolin Ohlsson (SWE) 00:01.0. 4. Sanna Fast (SWE) 00:01.9. 5. Pia Young Vik (NOR) 00:02.6. 6. Cécile Calandry (FRA) 00:03.0.

Im Halbfinal ausgeschieden: Lilly Graber (SUI). Im Viertelfinal ausgeschieden: Natalia Gemperle (SUI), Corina Hüni (SUI). In der Qualifikation ausgeschieden: Deborah Stadler (SUI), Katrin Müller (SUI), Paula Gross (SUI), Martina Ruch (SUI).

Das Weltcup-Programm in der Übersicht

  • Donnerstag, 28. Mai 2026: Knock-out-Sprint
  • Samstag, 30. Mai 2026: Sprint
  • Sonntag, 31. Mai 2026: Sprintstaffel

Alle Wettkämpfe sind live im IOF Web-TV mit deutschem Kommentar zu sehen:

  • Knock-out-Sprint: 28. Mai, 16:00-17:20 Uhr (Viertelfinal) / 18:00-20:00 Uhr (Halbfinal & Final)
  • Sprint: 30. Mai, 17:00-19:30 Uhr
  • Sprintstaffel: 31. Mai, 14:30-16:00 Uhr

Live-Resultate, GPS-Tracking und weitere Informationen gibt es auf der IOF-Liveplattform: IOF Live

Mehr Infos rund um den Weltcup finden sich auch auf der Veranstaltungswebsite: orienteeringworldcup.se 

(Text: Annalena Schmid, Fotos: Kristina Lindgren)