Zweimal Staffelgold und der Sieg in der Nationenwertung: Der Junior European Cup (JEC) im Luzerner Hinterland endete mit einer erfolgreichen Schweizer Bilanz. Leonie Mathis, Rahel Good und Coralie Waldner gewannen gemeinsam Staffelgold und teilten im Sprint und in der Langdistanz sämtliche D20-Medaillen unter sich auf. Loïc Berger gewann ebenfalls zweimal Gold.

Rund 270 Nachwuchsathlet*innen aus 18 Nationen trafen sich vom 2. bis 4. Oktober zum Junior European Cup in Willisau und Sörenberg. Den Auftakt machte am Freitag die Staffel auf dem Willbrig bei Willisau. Zahlreiche Gräben, ein dichtes Wegnetz und stellenweise hüfthohe Brombeeren sorgten dafür, dass neben hohem Lauftempo auch sauberes Orientieren gefragt war.
Die Schweizer Junioren sorgten gleich für den ersten Sieg. Gratian Böhi und Stefan Zölly legten vor, auf der Schlussstrecke machte Loïc Berger mit einer Aufholjagd den Schweizer Staffelsieg perfekt. Wenig später folgte Gold für die Juniorinnen. Rahel Good, Leonie Mathis und Coralie Waldner lagen von der ersten bis zur letzten Ablösung in Führung. Dahinter schaffte es auch Schweiz 2 aufs Podest: Ein ausgezeichneter Lauf von Schlussläuferin Sarina Grimm brachte das Team mit Mira Werder und Rachel Marxer noch auf Rang drei.
Drei Schweizerinnen auf allen Podestplätzen
Am Samstag ging es in Sörenberg mit dem Sprint weiter. Quartierstrassen, kleine Waldstücke und Parkanlagen wechselten sich ab. Dazu kamen zahlreiche Steine und Felsbrocken, die vom Bergsturz von 1910 stammen. Entscheidend war, schnell die richtige Route zu erkennen.
In der Kategorie D20 machten die drei Schweizer Siegerinnen vom Vortag dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Leonie Mathis gewann vor Coralie Waldner und Rahel Good. Auch Loïc Berger holte sein zweites Gold innerhalb von zwei Tagen. Er gewann die H20-Kategorie, Stefan Zölly wurde Dritter.
Am Sonntag führte die Langdistanz auf die Rossweid. Das Gelände verlangte nochmals etwas ganz anderes: schnelle Alpweiden, Steingebiete und detailreiche Waldpartien, dazwischen steile Bachtobel und tiefe Gräben. Auch die Routenwahl spielte eine wichtige Rolle, denn nicht immer war die Variante mit den wenigsten Höhenmetern offensichtlich.
Und wieder standen dieselben drei Schweizerinnen auf dem Podest, diesmal in anderer Reihenfolge. Rahel Good gewann vor Coralie Waldner und Leonie Mathis. Damit hatten die drei über das Wochenende gemeinsam Staffelgold gewonnen und im Sprint und in der Langdistanz sämtliche D20 Medaillen unter sich aufgeteilt. Auch in anderen Kategorien gab es Schweizer Medaillen: Lorenza Rossetti und Manuel Gasser wurden in der Langdistanz Dritte in der Kategorie D18 beziehungsweise H18, Andri Gujan Zweiter in der H20.
Für sechs Schweizer*innen war es gleichzeitig der letzte internationale Wettkampf als Junior*innen. Leonie Mathis, Sarina Grimm, Rachel Marxer, Loïc Berger, Gratian Böhi und Stefan Zölly, alle Jahrgang 2006, beendeten ihre internationale Junior*innenkarriere mit mindestens einer Medaille.
Ein Wochenende als Team
Zum Gesamtbild passte, dass die Schweiz am Ende auch die Nationenwertung gewann. Jürg Ehrler blieb denn auch etwas in Erinnerung, das sich nicht direkt aus der Rangliste ablesen lässt: «Für mich beeindruckend und was aus den Resultaten selber weniger hervorgeht, der grosse Team Spirit in den einzelnen Nationen, obwohl OL ja primär eine Einzelsportart ist.» Dieser Zusammenhalt sei nicht nur innerhalb der einzelnen Teams, sondern auch zwischen den Nationen spürbar gewesen.
Organisiert wurde der JEC von der OLV Luzern im Rahmen des Sörenberger OL Weekends. Präsidentin Karin Knecht erinnerte sich besonders an den Staffelstart mit dem musikalischen Herzschlag Countdown und an die Langdistanz auf der Rossweid. Einige Athlet*innen hätten sich für das besondere Erlebnis dieser Etappe bedankt. Für einige sei es zudem das erste Mal gewesen, dass sie mit einer Seilbahn zum Start gefahren seien. «Dass wir das mit der heutigen Etappe und bei dieser Szenerie ermöglichen konnten, ist ein besonderer Dank für die enorme Arbeit, die hinter einem solchen Anlass steckt», sagte Knecht.
Ein grosses Dankeschön geht an die OLV Luzern und die vielen Helferinnen, die dieses Wochenende möglich gemacht haben.
Resultate Junior European Cup 2026
Freitag, 2. Oktober – Staffel, Willbrig
Frauen: 1. Schweiz 1 (Rahel Good, Leonie Mathis, Coralie Waldner) 1:47:18, 2. Tschechien 1 1:49:11, 3. Schweiz 2 (Mira Werder, Rachel Marxer, Sarina Grimm) 1:49:24, 10. Schweiz 3 (Lorenza Rossetti, Bigna Hotz, Lenia Grimm) 1:56:43, 12. Schweiz 4 (Laura Wipfli, Alvina Koch, Nina Gujan) 1:56:56.
Männer: 1. Schweiz 1 (Gratian Böhi, Stefan Zölly, Loïc Berger) 1:45:05, 2. Tschechien 1 1:46:50, 3. Schweden 1 1:47:13, 14. Schweiz 3 (Manuel Gasser, Loïc Fäh Sokoloff, Janis Kuhn) 1:53:10, 17. Schweiz 2 (Andrin Meier, Liam Malnati, Andri Gujan) 1:54:52, 23. Schweiz 4 (Rico Maissen, Andreas Neuenschwander, Janis Gwerder) 1:58:00.
Samstag, 3. Oktober – Sprint, Sörenberg
D18: 1. Elsie Hördegårdh (SWE) 14:31, 4. Mira Werder 14:40, 16. Lenia Grimm 15:52, 17. Nina Gujan 15:53, 18. Lorenza Rossetti 15:55, 19. Bigna Hotz 15:57, 33. Alvina Koch 16:55.
H18: 1. Finn Selmer-Duguid (GBR) 16:25, 27. Manuel Gasser 17:37, 28. Andrin Meier 17:41, 32. Andreas Neuenschwander 17:52, 34. Janis Gwerder 17:54, 35. Rico Maissen 18:05.
D20: 1. Leonie Mathis 15:13, 2. Coralie Waldner 15:35, 3. Rahel Good 15:44, 9. Laura Wipfli 16:57, 18. Rachel Marxer 17:30.
H20: 1. Loïc Berger 16:31, 2. Max Östberg (SWE) 16:57, 3. Stefan Zölly 17:01, 4. Gratian Böhi 17:07, 16. Liam Malnati 17:59, 31. Janis Kuhn 18:47, 44. Andri Gujan 19:22.
Sonntag, 4. Oktober – Langdistanz, Rossweid
D18: 1. Felicia Persson (SWE) 57:06, 3. Lorenza Rossetti 59:05, 4. Mira Werder 1:00:25, 6. Nina Gujan 1:00:36, 10. Bigna Hotz 1:01:34, 13. Lenia Grimm 1:02:55, 32. Alvina Koch 1:08:07.
H18: 1. Martin Bulíček (CZE) 59:38, 3. Manuel Gasser 1:01:34, 10. Rico Maissen 1:04:38, 12. Andrin Meier 1:05:07, 29. Janis Gwerder 1:08:58, 31. Andreas Neuenschwander 1:09:56.
D20: 1. Rahel Good 1:03:36, 2. Coralie Waldner 1:04:03, 3. Leonie Mathis 1:04:22, 15. Laura Wipfli 1:11:43, 18. Sarina Grimm 1:13:07, 19. Rachel Marxer 1:13:17.
H20: 1. Lucas Verjux (FRA) 1:12:36, 2. Andri Gujan 1:15:08, 5. Loïc Berger 1:16:59, 10. Gratian Böhi 1:18:16, 14. Stefan Zölly 1:19:39, 30. Janis Kuhn 1:24:47.
Nationenwertung: 1. Schweiz 130, 2. Tschechien 165, 3. Schweden 189
Text: Ieva Simmen; Fotos: Franz Blättler, Matthias Merkli, Emil Kimmig


