Zum letzten Mal führte der abtretende Verbandspräsident Konrad Graber durch die Delegiertenversammlung von Swiss Orienteering. Thomas Bührer tritt nach einstimmiger Wahl die Nachfolge als Präsident an, während Doris Keller zur neuen Vizepräsidentin gewählt wurde.
Nach Begrüssungsworten der Mitte-Nationalrätin Regina Durrer und Verbandspräsident Konrad Graber startete die diesjährige Delegiertenversammlung in Stans mit der Konstituierung der Versammlung sowie der einstimmigen Abnahme des Protokolls der DV 2025 und des Jahresberichts. Finanzchef Matthias Scherrer präsentierte die Jahresrechnung, welche mit einem Gewinn von 4'621 Franken abschloss. Später erläuterte er auch das Budget 2026, welches ein positives Ergebnis von rund 3'000 Franken vorsieht.
Fester Bestandteil jeder DV sind auch die Ehrungen. Für ihre besonderen Leistungen für den OL-Sport durften Beat Meier, Ursula Spycher, André Schöpfer sowie das OK des OL-Weltcup-Finals in Uster 2025 einen OL-Baum entgegennehmen. Dem abtretenden Verbandspräsidenten Konrad Graber wurde zudem die Ehrenmitgliedschaft für sein grosses Engagement in den letzten sechs Jahren vergeben. Laudator Christoph Wildhaber hebt dabei den grossen Einsatz des abtretenden Präsidenten hervor, insbesondere sein politisches und strategisches Gespür und seinen Sinn für Effizienz und Zeitmanagement.
Mit Blick zurück auf seine Zeit als Präsident sagt Konrad Graber: «Die Anfänge meiner Präsidiumszeit waren geprägt durch die Covid-Pandemie. Diese hat uns viel Flexibilität und Innovation abgefordert. Höhepunkte waren bestimmt die tollen Erfolge unserer Spitzenathletinnen und -athleten anlässlich der WM in der Schweiz 2023 und darüber hinaus auf internationalem Niveau. Im Breitensport dürfen wir sicherlich die zahlreichen Wettkämpfe erwähnen, die dank eindrücklicher Freiwilligenarbeit durchgeführt werden konnten. Mir war immer wichtig, ein verlässlicher Partner für unsere wichtigsten Sponsoren, Swiss Olympic und das BASPO zu sein. Neben finanzieller Stabilität haben wir auch in der Kommunikation – etwa mit der Neulancierung des Swiss O Magazines und den Liveübertragungen auf SRF – einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Für all das danke ich allen, die dazu beigetragen haben.»
Es folgten Anträge des ZV für Statutenänderungen, die von der DV allesamt diskussionslos und einstimmig angenommen wurden. Diese betrafen beispielsweise die Einführung einer Geschlechterquote von 40 % im Zentralvorstand (gemäss Vorgaben des Bundes für subventionsempfangende Organisationen), ein Nachvollzug der veränderten Sportgerichtsbarkeit in der Schweiz und die Einführung der Wahl der für Ethik beauftragten Person durch die Delegiertenversammlung. Die revidierten Statuten sind hier aufgeschaltet.
Neu- und Wiederwahlen des Zentralvorstands
Neben der Wiederwahl der bestehenden ZV-Mitglieder Christoph Wildhaber und Cornelia Müller – die beide einstimmig für eine weitere Amtsperiode von 2026-2029 wiedergewählt wurden – standen auch die Neuwahl des Präsidenten und der Vize-Präsidentin an.
Wie bereits im vergangenen Jahr kommuniziert, übergibt Konrad Graber das Amt des Präsidenten nach sechs Jahren in neue Hände. Einstimmig gewählt wurde der bisherige Vize-Präsident, Thomas Bührer, welcher seit 2016 Teil des ZV ist. Zu seiner Wahl sagt der vierfache OL-Weltmeister: «Ich empfinde Freude und Stolz, dass die Delgiertenversammlung mich zum neuen Präsidenten von Swiss Orienteering gewählt hat. Ich liebe unsere Sportart OL. Passion ist ein grosses Wort, aber hier verwende ich es ohne zu zögern. Es ist diese Liebe und es ist die Vielfalt der Aufgaben - dazu zählen auch die schwierigen - die mich motivieren. Ich darf als neuer Präsident einen stabilen und florierenden Verband übernehmen. Auf dieser Grundlage ist es mein Ziel, den Schweizer OL noch diverser und leichter zugänglich zu machen. Unser Wettkampfprogramm hat einen ausgeprägt individuellen Charakter. Es ist mir aber auch ein Anliegen, den Team- und Vereinsgedanken zu stärken.»
Einstimmig zur Vizepräsidentin wählten die Delegierten zudem Doris Keller. Die Bernerin bringt mit ihren verschiedenen Engagements wie etwa als Turnierdirektorin der EUFA Women’s Euro 2025 oder Direktorin des Kandidaturvereins European Championships 2030 wertvolles Wissen und ein grosses Netzwerk mit in den Zentralvorstand. Die ehemalige Elitekader-Athletin sagt dazu: «Die Wahl zur Vizepräsidentin von Swiss Orienteering erfüllt mich mit grosser Freude. Der Orientierungssport begleitet mich seit Kindsbeinen und steht für Werte, die mir wichtig sind: Fairness, Ausdauer und die Verbundenheit mit der Natur. Ich möchte meine berufliche Erfahrung aus verschiedenen Bereichen im Sport gerne einbringen und mich dafür einsetzen, dass wir uns als Verband weiterentwickeln und wir gemeinsam neue Impulse setzen – sowohl im Spitzensport wie auch in der Breite.»
Abschliessend folgte ein Informationsblock, beispielsweise ein Update über die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur oder die Bemühungen, um den Waldzugang aufrecht zu erhalten und die Kandidatur der Schweiz für die European Championships 2030.
Swiss Orienteering bedankt sich bei Konrad Graber herzlich für sein grosses Engagement in den letzten Jahren und freut sich, dass mit Thomas Bührer als Präsident und Doris Keller als Vizepräsidentin die Verbandsspitze in so gute Hände übergeben werden kann!
Alle Unterlagen zur DV 2026 gibt es hier.
(Text: Annalena Schmid)
