Die diesjährige Sprint-OL-Schweizer-Meisterschaft fand im Herzen von Lausanne statt. Bei den Damen gewann Simona Aebersold, Martin Hubmann heisst der Sieger bei den Herren. Matthieu Bührer war der schnellste Junior und bei den Juniorinnen liefen Coralie Waldner und Henriette Radzikowski zeitgleich auf den ersten Rang.
Der Start der diesjährigen Sprint-SM bot etwas ganz Besonderes: Der Vorstart war im Palais de Rumine, einem Palast im Renaissancestil, in dem heute mehrere Museen untergebracht sind. Neben ausgestopften Eisbären, Krokodilen und Schlangen mussten sich die Läuferinnen und Läufer auf ihren Start konzentrieren. Denn kaum aus dem Gebäude gestartet, erwartete sie die erste Routenwahl. Im Herzen Lausannes galt es anschliessend, trotz vieler Höhenmeter und Treppen einen kühlen Kopf zu bewahren. Das Laufgebiet bot zudem mehrstöckige Passagen, also Multi-Level-Abschnitte, die die Läuferinnen und Läufer technisch forderten.
Aebersold: „Ein WM-würdiger Sprint!“
Ein knappes Rennen zeigte sich bei den Herren. Innerhalb von 20 Sekunden platzierten sich die ersten Drei. Durchgesetzt hat sich dabei Martin Hubmann, der vor wenigen Wochen noch aufgrund einer Verletzung den Weltcup in Locarno verpasste. „Ich wusste, dass ich konkurrenzfähig bin, wenn mein Körper mitmacht. Daher habe ich etwas mehr Zeit in die Vorbereitung investiert und alles darauf ausgerichtet“, freut sich Hubmann, dass sich seine Vorbereitung ausgezahlt hat. Mit zwölf Sekunden Rückstand lief Florian Attinger auf dem zweiten Rang und nimmt damit seine erste Einzel-Schweizer-Meisterschafts-Medaille mit nach Hause. Timo Suter komplettierte als Dritter das Herrenpodest.
Simona Aebersold hat die Challenge bei den Frauen am schnellsten gemeistert: „Von Anfang bis Schluss musste man auf der Karte voll dabei sein, der Kopf hatte nie eine Pause. Besonders die Multi-Levels waren fordernd. Man musste sich genau überlegen: Wenn ich hier hineinrenne, komme ich dort wieder raus. Es hat Spass gemacht und wäre für mich sogar ein WM-würdiger Sprint“, freute sich Aebersold. Auf den zweiten Rang lief Paula Gross, Corina Hüni wurde Dritte.
Ein Multi-Level-Abschnitt gab einer der beiden Siegerinnen in der Kategorie D20 zu schaffen: „Ich wusste, dass der Posten oben steht, doch ich wusste nicht, wie ich hinauf komme“, erzählt Henriette Radzikowski im Ziel. Sie lief zeitgleich mit Coralie Waldner auf den ersten Platz. Waldner: „Mir gelang ein guter Start. Ich war jedoch jeweils verunsichert, ob die von mir gewählten Routenwahlen die besten waren.“ Lediglich neun Sekunden hinter den beiden platzierte sich Leonie Mathis auf dem dritten Rang.
Bester Junior war Matthieu Bührer. Auch er freut sich im Ziel über einen Wettkampf, der Spass machte: „Ich bin gut in den Wettkampf gekommen, konnte schnell rennen und die Routenwahlen sicher entscheiden. Nach einem Fehler in der Mitte gelang es mir zudem, es bis ins Ziel wieder gut durchzuziehen.“ Er gewann vor Gratian Böhi und Loïc Berger.
Selektionslauf für zweite Weltcup-Runde in Schweden
Der heutige Wettkampf diente gleichzeitig als Selektionslauf für die zweite Weltcup-Runde vom 28. bis 31. Mai im schwedischen Skara und Lidköping. Am Dienstag, 12. Mai, wird die Schweizer Delegation bekanntgegeben.
Erster Lauf des Swiss Orienteering Grand Slam presented by EGK
Auch dieses Jahr zählen für die Elite-Athlet*innen sowie die Läufer*innen der Kategorien D/H20 die vier Einzel-Schweizer-Meisterschaften zum Swiss Orienteering Grand Slam presented by EGK. An allen vier Läufen können die Athletinnen und Athleten dank der grosszügigen Unterstützung der EGK Gesundheitskasse und Neutrass attraktive Preisgelder gewinnen. Zudem sammeln sie Punkte, um sich für den Final am 14. November 2026 in Knies Kinderzoo in Rapperswil zu qualifizieren.
(Text: Sina Tommer, Bilder: Simon Buser)


