Zwischen den Sprintweltcupläufen in Locarno Ascona und den Schweizermeisterschaften in Lausanne liessen es sich zahlreiche Schweizer Spitzenläuferinnen und -läufer nicht nehmen, die OL-Schuhe wieder einmal auszupacken und im schwedischen Tranås an der legendären 10mila-Staffel teilzunehmen. Mit grossem Erfolg.

Tranås, eine kleine Stadt in der Region Småland im Süden Schwedens bot mit dem Wald rund um den See Illern für ein anspruchsvolles Gelände mit OL-historischem Hintergrund. In dieser Stadt ist der OL-Weltcupgesamtsieger von 1996, Johan Ivarsson, aufgewachsen und auf den Hügeln südlich der Sportanlagen soll er unzählige Hügelintervalle absolviert haben. Die Hügel sind nicht kleiner geworden und forderten neben teilweise steinigem Boden und wechselnder Vegetation von den über 5000 Teilnehmenden einiges ab.

Seit drei Jahren werden die Damen- und Herrenstaffeln nach 2, respektive 3 Strecken unterbrochen und mit einem Jagdstart weitergeführt. Dies bietet Nacht- und Tagstrecken bei beiden Staffeln, sorgt aber auch für eine etwas «zerstückelte» Stimmung. Der dreijährige Pilot wird nun ausgewertet und man darf gespannt sein, wie sich das Rennen in Zukunft präsentieren wird.

Bei den Herren – mit drei Tagstrecken am frühen Samstagabend, Jagdstart ab 23 Uhr und Zielankunft der Strecke 10 kurz nach 6 Uhr am Sonntag morgen – sorgten auf der traditionell ungegabelten «Långa Natten» mit Reto Egger und Matthias Kyburz auch zwei Schweizer für Action in den vordersten Gruppen. Gegen Ende des Rennens waren es dann aber die finnischen Teams ohne Schweizer Läufer in ihren Reihen, die den Sieg unter sich ausmachten. Miika Kirmula als Schlussläufer von Kalevan Rasti aus Joensuu brachte den Sieg dank einem starken Finish nach Hause. Es ist der sechste Sieg des Vereins an der 10mila, nur Halden SK war in der Geschichte noch erfolgreicher. Helsingin Suunnistajat (FIN) und Nydalens SK (NOR) liefen auf Rang 2 und 3.

Herrkavlen-KR-1536x1024.jpg
Sieger bei den Herren: Kalevan Rasti. Foto: Göran Johansson

Dank einer starken Schlussstrecke von Junior Matthieu Bührer gelang Göteborg Majorna OK (SWE) mit dem 5. Rang das beste Resultat mit Schweizer Beteiligung. Im Team ebenfalls mit dabei waren Elia Ren auf Strecke 2 und Jonas Holer (vormals Egger) auf Strecke 3. Sie sorgten damit für einen «Machtwechsel» in Göteborg. Bührer konnte auf den letzten Posten die Stadtrivalen IFK Göteborg überholen.

Die weiteren Teams mit Schweizer Beteiligung in den Top Ten:

7. Tampereen Pyrintö (FIN) mit Florian Howald (Strecke 6) und Fabian Aebersold (10)

8. Tyrving IL (NOR) mit Dominic Müller (3), Matthias Kyburz (4) und Benjamin Wey (10)

10. Halden SK (NOR) mit Timo Tantanini (1)

Im Damenrennen mit total 6 Strecken (2 Nachtstrecken, Jagdstart morgens um 5 Uhr) setzten sich am Schluss die Titelverteidigerinnen erneut durch. Die mit 13km längste Strecke 3 am Sonntagmorgen wurde geprägt durch Simona Aebersold. Ihr gelang es, IFK Göteborg an die Spitze zu bringen, von dort liessen sie sich danach nicht mehr verdrängen. Einmal mehr war die Dichte von IFK Göteborg beeindruckend: im Vergleich zum letzten Jahr waren nur Aebersold und Schlussläuferin Agervik Kristiansson wieder im Team dabei, trotzdem gelang die Wiederholung. Das zweite Team klassierte sich auf Rang 6.

10mila_2026_1.jpeg
Das siegende Team IFK Göteborg 1 mit Simona Aebersold. Foto: Tero Marjamäki

Hinter den Siegerinnen klassierten sich Västerviks OK (SWE) und Suunta Jyväskylä (FIN) auf den weiteren Podestplätzen.

Weitere Teams mit Schweizer Beteiligung in den Top Ten:

9. Eksjö SOK (SWE) mit Mira Werder (4) und Lotta Lüthi (5)

10. OK Linné (SWE) mit Annick Meister (1)

Die ol norska stellte mit ihrem Damenteam das einzige Schweizer Team. Die Mischung aus Routine und Jugend mit Malin und Simone Niggli, Sarina Kyburz, Sadie Jans, Annina Kunz und Lynn Gmür klassierte sich am Schluss auf Rang 59 von über 250 Teams.

Hier sind die Resultate im Detail zu finden. 

(Text: Matthias Niggli)