Zum Abschluss der Bike-OL-Europameisterschaften verpasste die Schweiz in der Mixed-Staffel die erhoffte Spitzenklassierung. Ein folgenschwerer Fehler bremste Schweiz 1 früh aus. Dennoch überwog im Schweizer Lager nach einer insgesamt sehr erfolgreichen EM-Woche der Stolz auf den starken Teamzusammenhalt und zahlreiche Topresultate

Zum Abschluss einer insgesamt sehr erfolgreichen Bike-OL-Europameisterschaft musste das Schweizer Team in der Mixed-Staffel eine leise Enttäuschung hinnehmen. Mit hohen Ambitionen gestartet, fiel Schweiz 1 mit Celine Wellenreiter, Adrian Jäggi und Noah Rieder nach einem folgenschweren Fehler von Jäggi früh entscheidend zurück. Trotzdem blieb die Stimmung innerhalb des Teams bemerkenswert positiv. Noah Rieder brachte es nach dem Rennen auf den Punkt: «Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Der Teamzusammenhalt ist riesig, und wir können sehr gut damit umgehen. Zudem dürfen wir auf eine richtig starke EM-Woche mit vielen Erfolgen zurückblicken.»

Der Auftakt gelang dem Schweizer Team zunächst wunschgemäss. Doppel-Europameisterin Celine Wellenreiter zeigte erneut ein starkes Rennen. Zwar konnten sich die Italienerin und die Portugiesin wohl dank einer kürzeren Gabelung leicht absetzen, doch die Thunerin hielt den Rückstand mit einer überzeugenden Leistung bei rund 40 Sekunden und übergab als Dritte an Adrian Jäggi. «Ich hatte kein Toprennen, aber sicher ein solides Rennen», sagte Wellenreiter.

Jäggi nahm die zweite Ablösung gemeinsam mit dem tschechischen Spitzenfahrer Vojtech «Needy» Ludvik in Angriff. Früh bemerkte er jedoch, dass sich ein Holzstück im Schaltwerk verklemmt hatte, wodurch der grösste Gang nicht mehr nutzbar war. Dies stellte im schnellen und flachen Gelände einen klaren Nachteil dar und beeinträchtigte wohl zugleich auch die Konzentration. Kurz darauf unterlief ihm beim fünften Posten der entscheidende Fehler. Während er sich auf einer linken Routenwahl befand, orientierte er sich gedanklich an der rechten Variante, versuchte quer durchs Gelände abzukürzen und verlor dabei komplett die Orientierung.

«Ich versuchte zu cutten, und plötzlich hat gar nichts mehr gestimmt. Ich konnte mich nicht mehr auffangen und war völlig verloren», erklärte der enttäuschte Jäggi. Der Fehler kostete wohl beinahe fünf Minuten, zu viel in einem Rennen mit hohem Tempo und technisch eher einfacher Bahnlegung. Entsprechend ernüchtert zeigte er sich: «Ich bin sehr enttäuscht von meiner Leistung, und es tut mir extrem leid für meine Teamkollegen.»

Noah Rieder konzentrierte sich auf der Schlussstrecke darauf, noch das Bestmögliche herauszuholen. «Das ist mir recht gut gelungen. Ich hatte gute Beine und war motiviert», analysierte er sein Rennen. Mit einer starken Leistung machte er mehrere Plätze gut und schloss gegen Ende des Rennens noch zu Silas Hotz auf, dem Schlussfahrer des zweiten Schweizer Teams. Kurzzeitig profitierten beide voneinander, ehe Rieder dem hohen Tempo seiner Aufholjagd Tribut zollen musste und Hotz signalisierte, vorbeizufahren.

Damit klassierte sich das zweite Schweizer Team schliesslich noch vor Team 1 auf Rang 8 der bereinigten Nationenwertung.

Für Team Schweiz 2 eröffnete Jana Lüscher Alemany die Staffel. «Ich kam sauber durch mein Rennen, konnte gut pushen und als Achte an Flurin übergeben», sagte sie nach ihrem letzten Einsatz an dieser EM. Flurin Schnyder kämpfte danach wie schon an den Tagenzuvor mit schweren Beinen. «Es ist nicht besonders lustig, wenn man physisch einfach keine Chance hat und immer wieder überholt wird. Trotzdem konnte ich den Schaden etwas begrenzen», meinte er selbstkritisch.

Teamkollege Silas Hotz stellte sich jedoch sofort hinter Schnyder: «Flüru hat definitiv einen guten Job gemacht. Das war auch wichtig, denn plötzlich waren wir das führende Schweizer Team.» Hotz selbst musste auf seiner Strecke hart kämpfen: «Bei mir lief heute gar nichts automatisch. Ich musste mich mental und physisch immer wieder aktiv motivieren und fand nie richtig in einen Flow.»

Dennoch mobilisierte er zum Schluss nochmals genügend Reserven, um Team Schweiz 2 auf Rang 8 der Nationenwertung ins Ziel zu bringen.

Trotz des enttäuschenden Staffelabschlusses bleibt die Bilanz der Schweizer Delegation klar positiv. Noah Rieder blickte bereits wieder nach vorne: «Ich denke, wir haben ein riesiges Potenzial in der Staffel. Wenn uns einmal allen ein solider Lauf gelingt, liegt auch gegen ganz vorne etwas drin. Die Vorfreude auf die nächsten Staffeln ist auf jeden Fall riesig.»

Damit geht für das Schweizer Team eine äusserst erfolgreiche Europameisterschaft zu Ende. Nun gilt der Fokus der Erholung und der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften Ende August in Schweden.

Hier gehts zu den Resultaten: https://www.tictactiming.pt/eventos/2026/0523_EMTBOC/PR_e4.html

Live TV, GPS und Liveresulte: https://orienteering.sport/event/european-mtb-orienteering-championships-2026/live/

Offizielle Webseite des Veranstalters: https://emtboc2026.fpo.pt/

(Text: Thomas Bossi)