Immer grössere Massstäbe – brauchen wir das wirklich?

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2 Settimane 1 Giorno fa #3500 da Brügger
Für viele ältere OL-Laufende sind kleinmassstäbliche Karten selbst mit Hilfsmitteln schlecht oder kaum noch im Detail zu entziffern, da mit dem natürlichen Alterungsprozess die Altersweitsichtigkeit zunimmt.Ein Kartenmassstab von 1:7'500 ist meist zwingend erforderlich, um älteren OL-Laufenden die Freude am Orientierungslauf zu erhalten und sie nicht auszuschliessen. OL soll auch für ältere OL-Laufende eine Sportart bleiben, die Laufen und Orientieren verbindet. Dabei sollte das Kriterium des Sehvermögens nicht entscheidend sein, sofern keine aussergewöhnlich Sehbehinderung vorliegt.
Zur Ausgangsfrage: Ja, es braucht wirklich grössere Masstäbe.
Ich bin dem OL Gönnerclub dankbar, dass er Mittel einsetzt, um grössere Kartenmassstäbe mitzufinanzieren.Joseph Brügger, H60

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2 Settimane 3 Giorni fa #3498 da Radovan Bürki
Am 16. September 1972 gewann die Schweizer Männerstaffel an der WM im Sandsteingebiet des Kokorschiner Tals (CSSR) Silber. Die in acht Farben gedruckte Karte kann kartographisch auch heute noch überzeugen. Ihr Massstab ist 1:20'000. War die Medaille von Dieter Hulliger, Dieter Wolf, Bernhard Marti und Karl John nun deswegen etwa ein Zufallsresultat? No way, die Staffel war ein fairer OL auf einer guten Karte.

Die OL-Karten haben sich seither weiterentwickelt. Was aber bis jetzt gleich geblieben ist: Jedes mal, wenn ein neuer grösserer Waldkartenmassstab sich verbreitet, wird der anfängliche Gewinn an Lesbarkeit bald einmal zuschanden gemacht. Indem nämlich der gewonnene Weissraum (wie er auch z. B. für die Lesbarkeit von Schriften entscheidend ist) mit Details zugemüllt wird. Nicht auf allen Karten, erfreulicherweise, aber die Tendenz ist: Gar vieles, was die Lidar-Daten halt hergeben und bei Tempo nahe null identifizierbar ist, kommt schwupps mit auf die Karte. Und schon sieht die 10'000-er Karte aus wie einst eine knapp lesbare 20'000er, obwohl sich der verfügbare Raum vervierfacht hat.

Ziel sind ja wahrscheinlich faire und interessante Wettkämpfe mit gefreutem Erlebnis-Faktor. Wie das am besten zu erreichen ist, wird diskutiert. Persönlich hab ich die Karte lieber kompakt als im Plakatformat, obwohl ich genetisch nicht mit überragender Sehschärfe gesegnet bin. Wenn ich abbremsen oder stillstehen bzw. Sehhilfen verwenden muss, um das kleine Felsband im Blockfeld zu identifizieren, gehört das eben zum Game. Generell sehe ich es daher so wie Meieli und Brian und andere.

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2 Settimane 6 Giorni fa #3494 da Roger Vogel
Die Diskussion um die Massstäbe wäre weitgehend müssig, wenn man sich wieder an die Grundidee der Vergrösserungen erinnern würde. Vor langer Zeit, als das Wünschen noch half, hat man eine 1:15'000er Karte einzig aus dem Grund vergrössert, weil alte Säcke wie ich die 15'000er Karte auch im Stehen nicht mehr lesen können. (Ja, tatsächlich: Die Lupe war schon damals - je nach Definition bereits seit 1000 Jahren - im Handel und wurde auch benutzt.)Auch eine Lupe reicht(e) aber ab einem bestimmten Mass der ophthalmologischen Materialdegeneration nicht mehr aus. Also hat man u.a. mit Unterstützung von Christian Fiechter die 15'000er Karte auf 1:10'000 vergrössert.Zugegeben, lange spannende Routenwahlen, wie damals noch üblich, wurden dadurch etwas weniger übersichtlich. Das ist hingegen eine absolute Gewöhnungssache.(Ja, die Wannenberg-Rossberg war als 10'000er Karte eindrücklich. Aber die meisten OL-Läufer klammern die Karte beim Lesen sowieso mit beiden Händen fest, gefühlt auf Kniehöhe. Da sollte es meines Erachtens auch möglich sein, das Karten-"Leintuch" gleich etwas auseinander zu falten...). Die Alternative wäre der Blindflug im Alter. Und der ist nicht Gewöhnungssache, sondern Biologie. Das Argument "Übersichtlichkeit" zu benutzen, ist also in diesem Fall ein ziemlich zynischer Missnomer der Noch-Sehenden: Man sieht je nach Auge im Alter eben gar nichts mehr... Auch in grauer Vorzeit gabs hingegen einige wenige Wälder, die von Natur aus so detailliert waren (Schutt-Sägel, Kernwald, Saggberg, etc.), dass man sie der Leserlichkeit halber 1:10'000 drucken musste. Das war aber eher die Ausnahme.Ich kann die Huhn-Ei-Frage nicht beantworten, aber:
Einerseits scheint es heutzutage Pflicht, eine OL-Bahn gnadenlos spätestens alle 1min 23sec durch einen Posten zu unterbrechen, mit absolut identischer Teilstreckenlänge. Jä das braucht natürlich entsprechend viele Details auf der Karte. (Zum Vergleich: Ich bin in meiner H-12 Karriere gerade mal zwei Bahnen mit mehr als 10 Posten gelaufen. Normal waren 8-9 auf etwa 3.5Km und 100 Steigung. Relativ zur Distanz nahm die Postenfrequenz bei längeren Bahnen eher ab, weil spannendere Routenwahlen hinzukamen. Die meisten Bahnen heutzutage würden meines Erachtens enorm gewinnen, wenn gut die Hälfte oder mehr der Posten ersatzlos gestrichen würden.)Andererseits werden die Karten immer detaillierter. Tatsächlich wegen der veränderten Waldwirtschaft. Aber z.T. wohl auch wegen detaillierterer Grundlagen. Mehr Details erlauben auch mehr Postenstandorte, ob sinnvoll oder nicht. (Insbesondere bei der unendlichen Vergrösserungsmöglichkeit der Karte am Kompi sieht ein Hupf zum Nachbarobjekt schnell wie ein technischer Leckerbissen aus...)
Kurz: Ich bin sehr froh um die Vergrösserung. Die fehlende Übersichtlichkeit ist für mich ein Scheinargument der Noch-Sehenden. Und die Diskussion wäre erledigt, würde man wieder 1:15'000er Karten vergrössern und nicht gefühlt 2000er Karten verkleinern.
I seguenti utenti hanno detto grazie : Michael Huber, Markus Weber

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3 Settimane 3 Giorni fa - 3 Settimane 3 Giorni fa #3485 da Martin Schaffner
Als M60-Läufer mit Altersweitsichtigkeit schätze ich den 1:7500-Massstab sehr. Damit kann ich die Details gut lesen, insbesondere in detailreichem Gelände – allerdings auch nur mit einer zusätzlichen Lesebrille. Es ist nicht etwa so, dass ich dadurch auf eine Lesebrille verzichten könnte, ausser ich halte die Karte einen Meter entfernt ;-)

Beim 1:10'000-Massstab komme ich je nach Gelände bereits an meine Grenzen, beispielsweise beim Regio Olten Nacht-OL 2026. Noch schwieriger ist es im Sprint mit dem 1:4000-Massstab. Dort kann ich ohne Lupe zusätzlich zur Lesebrille die feinen Durchgänge teilweise nicht mehr erkennen. Und mit zunehmendem Alter dürfte das wohl nicht einfacher werden.

Bei langen Routenwahlen, insbesondere beim Riemen von 2.6 km an der LOM, war der 7500er Massstab in der Tat etwas hinderlich. Aber solch langen Routen haben wir (leider) eher selten in den Senioren Kategorien. Wenn ich dafür den Rest der Bahn gut lesen kann, nehme ich das gerne in Kauf. 

Daher bin ich sehr dankbar für die beiden vergrösserten Massstäbe.  Ich kann aber damit leben, wenn dies aus organisatorischen Gründen auf die Nationalen beschränkt bleibt. 
Ultima Modifica 3 Settimane 3 Giorni fa da Martin Schaffner.

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3 Settimane 3 Giorni fa #3484 da Daniel Salzmann
1:25'000-1:20'000-1:15'000-1:10'000-1:7500. Und das wird noch nicht fertig sein, prophezeie ich, 2050 laufen wir vielleicht mit Karten im Massstab 1:1... bitte verzeiht mir die Polemik. Wenn 1:7500 mir geboten wird, sage ich: danke. Denn so ist das Orientieren einfacher, man sieht die Dinge besser. Aber statt allen ab 50 Jahren riesige Blätter abzugeben (bei Langdistanz-Läufen insbesondere), könnten diejenigen mit vermindertem Sehvermögen auch mit Lupen arbeiten. Aber der Zug immer grösserer Massstäbe ist ein schwerer, den kann man wohl nicht mehr aufhalten.

Beste Grüsse,
Daniel Salzmann, OLG Skandia, H40

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3 Settimane 3 Giorni fa - 3 Settimane 3 Giorni fa #3483 da Leonard Schafer
Als H65-Läufer kann ich bestätigen, dass die langen Routen an der LOM sehr interessant waren und möchte Brian zu den tollen Bahnen gratulieren. Das einzige, das mir an der LOM nicht gepasst hat, war der Massstab von 1:7'500. Mit dieser Vergrösserung hatte ich meine grösste Mühe, mir bei den langen Routen einen Überblick zu verschaffen.

Hingegen war der Massstab von 1:7'500 am Weekend drauf an der MOM wieder sehr hilfreich bei den kurzen Teilstecken und den vielen Höhenkurven. Aus meiner Sicht ist der Massstab von 1:7'500 allgemein eine grosse Bereicherung bei Mitteldistanzläufen, aber bei Langdistanzläufen sollten wir bei 1:10'000 bleiben.

Leonard Schafer, OLC Omström Sense
Ultima Modifica 3 Settimane 3 Giorni fa da Leonard Schafer. Motivo: Formatierung

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