Immer grössere Massstäbe – brauchen wir das wirklich?

Mehr
2 Stunden 34 Minuten her #3494 von Roger Vogel
Die Diskussion um die Massstäbe wäre weitgehend müssig, wenn man sich wieder an die Grundidee der Vergrösserungen erinnern würde. Vor langer Zeit, als das Wünschen noch half, hat man eine 1:15'000er Karte einzig aus dem Grund vergrössert, weil alte Säcke wie ich die 15'000er Karte auch im Stehen nicht mehr lesen können. (Ja, tatsächlich: Die Lupe war schon damals - je nach Definition bereits seit 1000 Jahren - im Handel und wurde auch benutzt.)Auch eine Lupe reicht(e) aber ab einem bestimmten Mass der ophthalmologischen Materialdegeneration nicht mehr aus. Also hat man u.a. mit Unterstützung von Christian Fiechter die 15'000er Karte auf 1:10'000 vergrössert.Zugegeben, lange spannende Routenwahlen, wie damals noch üblich, wurden dadurch etwas weniger übersichtlich. Das ist hingegen eine absolute Gewöhnungssache.(Ja, die Wannenberg-Rossberg war als 10'000er Karte eindrücklich. Aber die meisten OL-Läufer klammern die Karte beim Lesen sowieso mit beiden Händen fest, gefühlt auf Kniehöhe. Da sollte es meines Erachtens auch möglich sein, das Karten-"Leintuch" gleich etwas auseinander zu falten...). Die Alternative wäre der Blindflug im Alter. Und der ist nicht Gewöhnungssache, sondern Biologie. Das Argument "Übersichtlichkeit" zu benutzen, ist also in diesem Fall ein ziemlich zynischer Missnomer der Noch-Sehenden: Man sieht je nach Auge im Alter eben gar nichts mehr... Auch in grauer Vorzeit gabs hingegen einige wenige Wälder, die von Natur aus so detailliert waren (Schutt-Sägel, Kernwald, Saggberg, etc.), dass man sie der Leserlichkeit halber 1:10'000 drucken musste. Das war aber eher die Ausnahme.Ich kann die Huhn-Ei-Frage nicht beantworten, aber:
Einerseits scheint es heutzutage Pflicht, eine OL-Bahn gnadenlos spätestens alle 1min 23sec durch einen Posten zu unterbrechen, mit absolut identischer Teilstreckenlänge. Jä das braucht natürlich entsprechend viele Details auf der Karte. (Zum Vergleich: Ich bin in meiner H-12 Karriere gerade mal zwei Bahnen mit mehr als 10 Posten gelaufen. Normal waren 8-9 auf etwa 3.5Km und 100 Steigung. Relativ zur Distanz nahm die Postenfrequenz bei längeren Bahnen eher ab, weil spannendere Routenwahlen hinzukamen. Die meisten Bahnen heutzutage würden meines Erachtens enorm gewinnen, wenn gut die Hälfte oder mehr der Posten ersatzlos gestrichen würden.)Andererseits werden die Karten immer detaillierter. Tatsächlich wegen der veränderten Waldwirtschaft. Aber z.T. wohl auch wegen detaillierterer Grundlagen. Mehr Details erlauben auch mehr Postenstandorte, ob sinnvoll oder nicht. (Insbesondere bei der unendlichen Vergrösserungsmöglichkeit der Karte am Kompi sieht ein Hupf zum Nachbarobjekt schnell wie ein technischer Leckerbissen aus...)
Kurz: Ich bin sehr froh um die Vergrösserung. Die fehlende Übersichtlichkeit ist für mich ein Scheinargument der Noch-Sehenden. Und die Diskussion wäre erledigt, würde man wieder 1:15'000er Karten vergrössern und nicht gefühlt 2000er Karten verkleinern.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Tage 58 Minuten her - 4 Tage 48 Minuten her #3485 von Martin Schaffner
Als M60-Läufer mit Altersweitsichtigkeit schätze ich den 1:7500-Massstab sehr. Damit kann ich die Details gut lesen, insbesondere in detailreichem Gelände – allerdings auch nur mit einer zusätzlichen Lesebrille. Es ist nicht etwa so, dass ich dadurch auf eine Lesebrille verzichten könnte, ausser ich halte die Karte einen Meter entfernt ;-)

Beim 1:10'000-Massstab komme ich je nach Gelände bereits an meine Grenzen, beispielsweise beim Regio Olten Nacht-OL 2026. Noch schwieriger ist es im Sprint mit dem 1:4000-Massstab. Dort kann ich ohne Lupe zusätzlich zur Lesebrille die feinen Durchgänge teilweise nicht mehr erkennen. Und mit zunehmendem Alter dürfte das wohl nicht einfacher werden.

Bei langen Routenwahlen, insbesondere beim Riemen von 2.6 km an der LOM, war der 7500er Massstab in der Tat etwas hinderlich. Aber solch langen Routen haben wir (leider) eher selten in den Senioren Kategorien. Wenn ich dafür den Rest der Bahn gut lesen kann, nehme ich das gerne in Kauf. 

Daher bin ich sehr dankbar für die beiden vergrösserten Massstäbe.  Ich kann aber damit leben, wenn dies aus organisatorischen Gründen auf die Nationalen beschränkt bleibt. 
Letzte Änderung: 4 Tage 48 Minuten her von Martin Schaffner.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Tage 1 Stunde her #3484 von Daniel Salzmann
1:25'000-1:20'000-1:15'000-1:10'000-1:7500. Und das wird noch nicht fertig sein, prophezeie ich, 2050 laufen wir vielleicht mit Karten im Massstab 1:1... bitte verzeiht mir die Polemik. Wenn 1:7500 mir geboten wird, sage ich: danke. Denn so ist das Orientieren einfacher, man sieht die Dinge besser. Aber statt allen ab 50 Jahren riesige Blätter abzugeben (bei Langdistanz-Läufen insbesondere), könnten diejenigen mit vermindertem Sehvermögen auch mit Lupen arbeiten. Aber der Zug immer grösserer Massstäbe ist ein schwerer, den kann man wohl nicht mehr aufhalten.

Beste Grüsse,
Daniel Salzmann, OLG Skandia, H40

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Tage 5 Stunden her - 4 Tage 5 Stunden her #3483 von Leonard Schafer
Als H65-Läufer kann ich bestätigen, dass die langen Routen an der LOM sehr interessant waren und möchte Brian zu den tollen Bahnen gratulieren. Das einzige, das mir an der LOM nicht gepasst hat, war der Massstab von 1:7'500. Mit dieser Vergrösserung hatte ich meine grösste Mühe, mir bei den langen Routen einen Überblick zu verschaffen.

Hingegen war der Massstab von 1:7'500 am Weekend drauf an der MOM wieder sehr hilfreich bei den kurzen Teilstecken und den vielen Höhenkurven. Aus meiner Sicht ist der Massstab von 1:7'500 allgemein eine grosse Bereicherung bei Mitteldistanzläufen, aber bei Langdistanzläufen sollten wir bei 1:10'000 bleiben.

Leonard Schafer, OLC Omström Sense
Letzte Änderung: 4 Tage 5 Stunden her von Leonard Schafer. Begründung: Formatierung

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Tage 6 Stunden her #3482 von Brian Odermatt
An der LOM war die von Martin erwähnte Routenwahl bei H50 über 30cm lang. Ich denke nicht, dass in diesem Fall der Übersichtlichkeit gedient ist. Trotzdem habe ich von vielen Teilnehmern aus Seniorenkategorien die Rückmeldung erhalten, dass sie die langen Routenwahlen geschätzt hätten.

Gefühlt werden die Symbole mit jeder neuen Version der Kartennorm noch kleiner, was den Druck auf grössere Massstäbe noch weiter erhöht. Die Karten werden immer detaillierter, was insbesondere bei Vegetationsdetails dazu führt, dass eine mit viel Aufwand aufgenommene Karte bereits nach ein, zwei Jahren praktisch unbrauchbar ist. Das Generalisieren wird mehr und mehr zur vergessenen Kunst - aber eben dieses macht eine Karte lesbar und auch im vollen Lauftempo interpretierbar. Und wenn einfach nur mehr Details drauf sind bringt letztlich auch der grössere Massstab nichts mehr...

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Tage 18 Stunden her - 4 Tage 18 Stunden her #3481 von Martin Lerjen (FG Karten)
Als Beitrag zur Diskussion die  Livelox Screenshots der H45 und H50 Bahn vom 2.Nationalen 2026 im Forst...

Wenn eine vergrösserte Karte mit einem kleineren Kartenausschnitt einher geht, dann bedeutet das v.a. für Bahnen mit ähnlicher Bahnlänge schon einen kräftigen Qualitätsverlust....

(Ich bin habe mich darum an der LOM H45 angemeldet. Dort hatten H45 und H50 schliesslich dieselbe Bahn, die übergrosse 1:7500 der H50 war richtig schlecht v.a. für die langen Routenwahlen; vergrösserte Karten sind unübersichtlich und geben Unterschiede in der Steilheit des Geländes deutlich schlechter wieder; man kann Karten nicht beliebig vergrössern, sondern müsste separate 1:7.5K Karten mit ca. 4 m Äquidistanz aufnehmen)





 
Letzte Änderung: 4 Tage 18 Stunden her von Martin Lerjen (FG Karten). Begründung: attachments doppelt eingesetzt.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Ladezeit der Seite: 0.157 Sekunden
Powered by Kunena Forum