Flurin Schnyder erfuhr sich an der U23-WM in der Mitteldistanz mit ein wenig Rennglück die Bronzemedaille, während Noah Rieder im Weltcup mit einem furiosen Schlussteil bis auf Rang vier vorstiess. Namentlich das Schweizer Herrenteam überzeugte mit einer klaren Leistungssteigerung gegenüber dem gestrigen Sprint.

Der junge Berner Flurin Schnyder zeigte Moral und verbesserte sich gegenüber dem Sprint vom Freitag um zwei entscheidende Positionen, sicherte er sich doch damit verdient die Bronzemedaille in der Mitteldistanz in Ungarn. Dabei spielte ihm heute auch das Rennglück ein wenig in die Karten, Glück, welches ihm im gestrigen Sekundenkrimi noch gefehlt hatte. Rund zehn Minuten vor Rennende lag der gestrige Silbermedaillengewinner Armel Berthaud noch satte drei Minuten vor Schnyder, doch mehrere Fehler im Schlussabschnitt warfen den Franzosen weit zurück. Damit profitierte Schnyder von Berthauds Missgeschick und fuhr zum wiederholten Mal in den letzten Jahren aufs Podest, sei es als Jugend-, Junioren- oder U23-Fahrer.

An der Spitze dominierte wie auch im Sprint erneut Hannes Hnilica. Der Österreicher, welcher wie gestern auch bei der Elite den zweiten Rang erreichte, gewann das U23-WM Rennen in überlegener Manier und unterstrich damit seine Ausnahmestellung.

Neben Schnyder präsentierte sich auch der Rest des Schweizer Herrenteams deutlich verbessert und in guter Form. Besonders Noah Rieder überzeugte mit einem engagierten und kämpferischen Auftritt. Nach einem Fehler im Mittelteil fiel er zwischenzeitlich zwar bis auf Rang neun zurück, liess sich davon jedoch nicht beirren. Mit einer der schnellsten Zeiten im Schlussabschnitt kämpfte er sich eindrucksvoll wieder nach vorne und verpasste als Vierter das Podest nur knapp.

Einen ähnlichen Rennverlauf zeigte Adrian Jäggi. Auch er verlor bis zur zweiten Zwischenzeit wertvolle Zeit, konnte im Finale jedoch nicht in gleicher Manier zulegen wie Rieder. Dennoch resultierte mit Rang acht ein starkes Top-Ten Ergebnis.

Für eine sehr erfreuliche Steigerung sorgte auch Silas Hotz. Nach dem für ihn doch leicht enttäuschenden 26. Rang im Sprint fand er heute deutlich besser ins Rennen. Wie seine Teamkollegen büsste er im Mittelteil Zeit ein, zeigte aber ebenfalls einen soliden Schlussabschnitt und belegte am Ende Rang 13, ein Resultat, auf welchem sich aufbauen lässt.

Mit Rang 21 verpasste Flurin Schnyder heute zwar die Top-20, angesichts seines WM-Podestplatzes dürfte er dies aber verkraften können.

Bei den Damen war Celine Wellenreiter heute erneut die beste Schweizerin. Lange hielt sie Kontakt zur Spitze und lag vor dem Schlussabschnitt nur 35 Sekunden hinter Rang vier. Im Gegensatz zu ihren direkten Konkurrentinnen verlor sie im Schlussteil jedoch etwas zu viel Zeit und fiel auf den dennoch starken siebten Platz zurück.

Jana Lüscher Alemany gelang nach der Enttäuschung im Sprint eine klare Steigerung. Ging sie gestern noch wie die Feuerwehr los und lag vor ihren entscheidenden Fehlern zu Posten 5 und 6 noch ganz mit an der Spitze, steigerte sie sich heute nach verhaltenem Start kontinuierlich und belegte am Ende Rang 14. Ursina Jäggi hingegen dürfte mit ihrem 24. Rang nicht ganz zufrieden sein: Nach solidem Beginn und Rang neun bei der ersten Zwischenzeit verlor sie im weiteren Rennverlauf an Boden und konnte sich in der Folge nicht mehr entscheidend nach vorne arbeiten.

Mit der Langdistanz geht die U23-WM sowie die Weltcuprunde morgen zu Ende. Gelingt der Schweizer Delegation erneut eine solche Leistungssteigerung, darf man dem Abschlussrennen mit berechtigter Spannung entgegenblicken.

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(Text: Thomas Bossi)