In einer technisch sehr anspruchsvollen Mitteldistanz sorgten Julia Jakob und Andreas Kyburz für Schweizer Topresultate. Sabine Hauswirth sammelte als Fünfte wichtige Punkte für den Gesamtweltcup.

 

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Hubmann's Fehler beim ersten Posten


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Schnelle Herrenumlaufroute zu Posten 19


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Jakob's Zeitverlust zum letzten Posten

Die Mitteldistanz in einem mit unzähligen Standsteinformationen versehenen Wald hielt, was sie versprach. Extrem detaillierte Postenstandorte, schwer einzuschätzende Routenwahlen und ein kniffliges Reliefbild forderten die Athleten von Start bis ins Ziel. Viele steile Aufstiege sorgten zusätzlich für müde Beine.

Für die grosse Überraschung im Schweizer Team sorgte Andreas Kyburz. Der Bruder des Gesamtweltcupführenden Matthias legte einen sehr kontrollierten Lauf hin und musste sich nur dem Tschechen Milos Nykodym geschlagen geben. „Das Gelände war traumhaft schön mit den unzähligen Steinformationen. Teilweise hatte ich wohl auch etwas Glück einen anderen Läufer oder Kameramann bei den Posten zu sehen, denn ich konnte die sehr detaillierten Postenumgebungen nicht immer vollständig verstehen auf der Karte. Als ich gegen Schluss einige vor mir gestartete Athleten aufholte gab mir das zusätzliche Kraft", berichtet ein sehr zufriedener Kyburz. Die Umlaufroute Posten 19, welche deutlich schneller gewesen wäre, habe er indes nicht gesehen während dem Wettkampf. Für den Fricktaler, der mit Bronze in der Sprintdistanz dieses Jahr seine erste WM-Medaille gewann, war die heutige Silbermedaille das beste Weltcupresultat seiner Kariere.

Nicht wie gewünscht lief es für die beiden Führenden des Gesamtweltcups, Matthias Kyburz und Daniel Hubmann. Hubmann verlor beim ersten Posten in einem detaillierten Sandsteingebiet über eine Minute Zeit, wodurch der nach ihm gestartete Kyburz sogleich zu ihm aufschliessen konnte. Somit geht der Fricktaler Kyburz morgen mit der besseren Ausgangslage ins letzte Weltcuprennen dieser Saison. Mit insgesamt fünf Schweizern in den ersten Zwölf gelang den Herren ein grossartiges Teamresultat.

Bei den Frauen gelang Julia Jakob ein technisch fast fehlerfreier Lauf, was im schwierigen Sandsteingelände der Schlüssel zum Erfolg war. Am Ende lag nur die Schwedin Karolin Ohlsson vor ihr. „Ich versuchte das Laufkonzept, welches unsere Trainerin Vroni König-Salmi bei ihrem Silbermedaillenlauf in der Mitteldistanz an der WM 2008 in Tschechien angewendet hatte, zu kopieren. So nahm ich mir immer die Zeit ganz sicher zu gehen, welchen Felsspalt ich runter muss zu meinem Posten. Auch wenn ich zum letzten Posten eine Minute verliere, weil ich mich für die schlechtere Routenvariante entschied, bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung", so Jakob. Der zweite Rang ist ein weiteres Topergebnis der Staffel-Weltmeisterin, welche an der Heim-EM im Tessin bereits mit einer Bronzemedaille über die Langdistanz sehr gut in diese Saison gestartet war. Ein fünfter Rang und damit weitere wichtige Punkte für den Gesamtweltcup verbuchte Sabine Hauswirth.

Wegen Magenproblemen nicht an den Start ging Judith Wyder, die bei den ersten beiden Einsätzen in Tschechien ungeschlagen blieb. Sie hofft, für den abschliessenden Sprint von morgen wieder fit zu sein. Text: Raffael Huber

 

Resultate Mitteldistanz, Prag, 06.10.2018

Herren, 4.3km, 360m Steigung, 22 Posten
1. Milos Nykodym (CZE): 35:17
2. Andreas Kyburz: +0:51
3. Ymsen Kerschbaumer Gernot (AUT): +1:17
4. Pavel Kubat (CZE): +1:26
5. Gustav Bergman (SWE): +1:41
6. Frederic Tranchand (FRA): +2:07

9. Matthias Kyburz: +2:43
10. Florian Howald: +2:54
11. Joey Hadorn: +3:01
12. Jonas Egger: +3:44
13: Olav Lundanes (NOR): +4:03

Damen, 3.7km, 305m Steigung, 17 Posten
1. Karolin Ohlsson (SWE): 38:30
2. Julia Jakob: +1:10
3. Lina Strans (SWE): +1:11
4. Kamilla Oloussen (NOR): +1:54
5. Sabine Hauswirth: +2:21
6. Natalia Gemperle (RUS): +2:25

10. Tove Alexandersson (SWE): +3:24
12. Martina Ruch: +4:23
15. Paula Gross: +5:14

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