Das Schweizer Team brilliert im abschliessenden Staffel-Rennen der Junior*innen-WM in Italien. Die Juniorinnen Henriette Radzikowski, Kati Hotz und Seline Sannwald gewinnen Gold, die Junioren David Baumberger, Corsin Müller und Loïc Berger laufen zu Silber.

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Zieleinlauf der Schweizerinnen


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Freude über Silber bei den Junioren

Zum Abschluss der Junior*innen-WM 2025 standen die Entscheidungen in der Staffel an. Im selben Gelände wie der gestrigen Mitteldistanz galt es erneut die OL-Technik den variierenden Geländetypen anzupassen. Das offene Gelände mit guter Sichtbarkeit erlaubte hohes Tempo, das jedoch im diffusen, «grünen» Teil gedrosselt und der Kompass gut eingesetzt werden musste.

Bei den Junioren stand das Schweizer Team als amtierende Weltmeister am Start. Startläufer für Schweiz 1, David Baumberger, übernahm früh die Führung und bildete gemeinsam mit Norwegen 1 und Tschechien 2 ein Spitzentrio. Bis zum Überlauf konnten sie ihren Vorsprung auf die restlichen Teams auf über 1 Minute vergrössern. Am Ende schickte David Baumberger Corsin Müller mit 10 Sekunden Rückstand auf Tschechien 2 auf die zweite Strecke, direkt vor Norwegen 1 – mit rund 40 Sekunden Vorsprung auf die weiteren Teams. «Ich konnte eine sehr gute Startstrecke zeigen», freut sich David.

Die Teams hinter dem Führungstrio drückten auf der zweiten Ablösung aufs Tempo und konnten den Rückstand kontinuierlich verringern. Unterschiedliche Gabelungen führten die Teams wieder näher zusammen, am Ende übergab Norwegen 1 an der Spitze, wenige Sekunden vor Schweden 1, Schweiz 1 und Tschechien 2. «Ich habe versucht mich von den anderen Läufern nicht ablenken zu lassen, das ist mir sehr gut gelungen und ich bin ohne Fehler durchgekommen», so Corsin.

Loïc Berger auf der Schlussstrecke zeigte einen schnellen Start, schloss rasch die kleine Lücke zu Norwegen und Schweden. Während Schweden und Schweiz an der Spitze davonzogen, liess Norwegen den 9. Posten aus und wurde am Ende nicht klassiert. Zwar konnte Loïc durch ein höheres Lauftempo und eine kürzere Gabelung zwischenzeitlich einen Vorsprung herauslaufen, ein Fehler zu Posten 17 liess Schwedens Schlussläufer Hannes Mogensen jedoch wieder aufschliessen. Der Schwede wählte direktere Weglaufrichtungen weg vom drittletzten und zweitletzten und konnte so einen hauchdünnen Vorsprung herauslaufen, am Ende fehlten der Schweiz zwei Sekunden auf Gold. Es resultierte damit die Silbermedaille, mit 2:39 Min. Vorsprung auf Bronze, das Tschechien gewinnt. «Ich hatte einen sehr guten Start, konnte rasch aufschliessen und eine Lücke herauslaufen. Schade ist mir dann noch ein Fehler unterlaufen und reichte es knapp nicht für Gold, aber es ist trotzdem ein super Teamergebnis auf das wir stolz sein können», so Loïc nach dem Lauf.

Schweiz 2 mit Leander Wylenmann, Jonas Vogel und Gratian Böhi beendeten das Rennen auf dem inoffiziellen 10. Rang.

Überlegener Sieg für die Schweizer Juniorinnen

Die favorisierten Tschechinnen schlugen schon zu Beginn ein hohes Tempo an, bereits die Startläuferin lief eine Lücke auf ihre Konkurrentinnen heraus, liess jedoch einen Posten aus und das Team wurde deshalb disqualifiziert. Rahel Good für Schweiz 2 zeigte eine starke Ablösung und lief nur wenige Sekunden dahinter ins Ziel. Nach der Disqualifikation von Tschechien 1 lag somit Schweiz 2 in Führung. Henriette Radzikowski hatte etwas längere Gabelungen, mit einem Rückstand von 1:17 Minuten übergab sie hinter ihrer Landsfrau an Position 3 respektive auf dem offiziell 2. Rang. "Es ging sehr schnell los, ich fand dann aber gut ins Rennen. Nach einer Gabelung war ich plötzlich alleine unterwegs und versuchte bis am Ende voll zu pushen", so Henriette. 

Auf der zweiten Ablösung kam es zu mehreren Führungswechseln, Kati Hotz liess sich davon aber nicht beeinflussen und übernahm mit einem kontrollierten Lauf die Führung, am Ende konnte sie Seline Sannwald mit einem Vorsprung von 1:32 Minuten auf die zweitrangierte Schwedin auf die Schlussstrecke schicken. Schweiz 2 mit Coralie Waldner übergab an Position 3. "Physisch war es heute sehr hart, ich konzentrierte mich deshalb auf den technischen Aspekt, das ist mir gut gelungen und konnte so Seline an einer guten Position übergeben", erzählt Kati nach dem Lauf. 

Seline Sannwald bewahrte von Anfang bis Ende einen kühlen Kopf, lief Posten für Posten ruhig an und sicherte so den Schweizerinnen die Goldmedaille. Fehler von verschiedenen Läuferinnen sorgten für Drama um die weiteren Podestränge. Am Ende gewinnen die Schwedinnen mit 2:54 Min. Rückstand Silber, Bronze ging an das zweite tschechische Team. Schweiz 2 schliesst das Rennen auf dem starken 5. Rang ab – zählt aber für die offizielle Rangliste nicht. "Ich versuchte auszublenden, dass wir in Führung lagen und lief jeden Posten sorgfältig an, investierte teilweise auch bewusst mehr Zeit und nahm sichere Umlaufrouten, um Fehler zu vermeiden. Mit dem Team dann als Siegerinnen einzulaufen, war ein sehr cooles Gefühl", freut sich Seline. 

Damit Enden für das Schweizer Team höchst erfolgreiche Titelkämpfe, an welchen es insgesamt sechs Medaillen gewinnen konnte.

Weitere Infos: https://www.jwoc2025.it/en/live-center-jwoc-2025/

Text: Annalena Schmid, Fotos: Eszter Kocsik