Die norwegische Sprintstaffel entschied das Weltcuprennen in Locarno überlegen für sich. Das Schweizer Team landete nach einer fulminanten Aufholjagd von Simona Aebersold auf Platz 3.

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Start der Sprintstaffel


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Simona Aebersold im Überlauf. 


OWC Locarno Relay SilvanSchletti 2
Freude über den dritten Rang

Der Langdistanz-Weltmeister Kasper Harlem Fosser war der prägende Läufer der Sprintstaffel um die Piazza Grande von Locarno. Auf der dritten Strecke lief er allen davon und holte einen Vorsprung heraus, den seine Teamkollegin Pia Young Vik am Schluss sicher nach Hause brachte. Beim ersten Schweizer Team war es ein stetes Auf und Ab mit Happy End: Simona Aebersold erkämpfte sich für ihr Team noch einen Podestplatz.

Die Sprintstaffel führte durch mehrheitlich flaches Gelände rund um die Piazza Grande. Die Bahnleger Francesco «Checo» Guglielmetti und Domenico Lepori konzipierten eine mehrfach gegabelte Bahn, die durch einen Park sowie ein für die Läuferinnen und Läufer neues Gebiet führte, das bislang für OL nicht zugänglich war. Nach dem Zuschauerposten im Zielgelände ging es noch für eine kurze Schlaufe durch die Altstadt. «Wir wollten den Athletinnen und Athleten einen abwechslungsreichen Lauf mit vielen Routenwahlen und Überraschungen anbieten», sagt Guglielmetti.

Nach der ersten Ablösung führte überraschenderweise das Team von Dänemark 2 mit Hedvig Valbjorn Gydesen, fünf Sekunden vor der gestrigen Siegerin Hanna Lundberg für Schweden 1. Natalia Gemperle vom ersten Schweizer Team folgte mit 15 Sekunden Rückstand auf Platz 7. Sie machte auf der Zusatzschlaufe durch die Altstadt einen kleinen Fehler, sagte aber: «Der Lauf war viel einfacher als ich mir vorgestellt hatte, fast wie auf einer Leichtathletikbahn.»

Timo Suter auf der zweiten Strecke startete eine erste Aufholjagd. Er beendete das Rennen auf Platz 2, knapp hinter Schweden 2. «Ich fand gleich zu Beginn einen super Rhythmus», sagte der Schweizer Läufer, er sei sich seiner Sache auf dem ganzen Weg sicher gewesen.

Auf der dritten Strecke zog der Norweger Kasper Harlem Fosser dann allen davon. Der Lebenspartner von Simona Aebersold lief kartentechnisch fehlerlos und physisch überaus stark. Fabian Aebersold folgte ihm im ersten Drittel dicht auf den Fersen, machte danach aber einen grösseren Fehler zu Posten 10 und fiel auf Platz sechs zurück. Er sagte: «Von da an war es schwierig, an den starken Läufern vor mir dranzubleiben. Aber ich versuchte, nicht zu viel Zeit zu verlieren, weil nach mir ja meine Schwester kam, die sehr gute Beine hat.»

Es war tatsächlich das erste Mal, dass Fabian und Simona Aebersold zusammen in der gleichen Weltcupstaffel liefen. Und die Schwester enttäuschte die Erwartungen des Bruders nicht: Rang für Rang kämpfte sie sich wieder an die Spitze heran, lief auf der steilen Zusatzschlaufe durch Locarnos Altstadt sogar um Rang zwei mit. Auf dem Weg zum letzten Posten musste sie aber gleich zwei schwedische Läuferinnen wieder an sich vorbeiziehen lassen – wurde aber trotzdem Dritte, weil nur das beste Team einer Nation für die offizielle Schlussrangliste gewertet klassiert wird.

«Ich liebe es, wenn ich andere jagen kann», sagte Simona Aebersold im Ziel. Und sprach von einem coolen Rennen, weil sie sich viel besser gefühlt hatte als am Vortag:  «Aber am Schluss war ich total blau von der Aufholjagd. Und lief aus Versehen gar in eine Hauswand, weil ich einen Durchgang nicht sah. Ich bin super glücklich, dass es doch noch fürs Podest reichte.»

Als zweitbestes Team überquert Schweiz 2 an zwölfter Position die Ziellinie, wird aber in der Schlussrangliste nicht gezählt. Schweiz 3 läuft auf den inoffiziellen 17. Rang. Schweiz 4 läuft an 26. Stelle ins Ziel.

Der Weltcup in Locarno findet morgen seinen Abschluss mit dem Knockout-Sprint. Die 36 besten Athletinnen und Athleten des gestrigen Sprints messen sich dabei vom Viertelfinal über den Halbfinal bis zum Final der besten Sechs. Live-Resultate, GPS und weitere Informationen gibt es hier: ol-weltcup.app/live

Resultate

Locarno. Orientierungslauf-Weltcup. Sprintstaffel. Strecke 1 & 4 (3,6 km, 40 HM, 17 Po.), Strecke 2 & 3 (4,1 km, 40 HM, 19 Po.): Norwegen (Andrine Benjaminsen, Eirik Langedal Breivik, Kasper Harlem Fosser, Pia Young Vik) 53:22 Min. 2. Schweden (Hanna Lundberg, Emil Svensk, Isac von Krusenstierna, Sanna Fast) 00:45 Min. zurück. 3. Schweiz (Natalia Gemperle, Timo Suter, Fabian Aebersold, Simona Aebersold) 01:01. 4. Frankreich (Maëlle Beauvir, Adrien Delenne, Mathias Barros Vallet, Cécile Calandry) 01:03. 5. Finnland (Veera Klemettinen, Teemu Oksanen, Tuomas Heikkilä, Inka Nurminen) 01:21. 6. Tschechien (Jana Pekarova, Jakub Glonek, Tomáš Křivda, Tereza Rauturier) 01:54.

Live-Resultate, GPS und weitere Informationen gibt es hier: ol-weltcup.app/live

Das Weltcup-Programm in der Übersicht:

  • Freitag, 24. April 2026: Sprint-OL, 13:30 bis 18 Uhr
  • Samstag, 25. April 2026: Sprintstaffel, 16 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 26. April: Knock-out Sprint, 11 bis 15:15 Uhr

Alle Wettkämpfe sind live auf SRF und RSI zu sehen

  • Freitag, 24.4.: Einzelsprint
    • 15:25-18:00h SRF zwei / LA2
  • Samstag, 25.4.: Sprintstaffel
    • 15:55-17:30h: SRF zwei / LA2
  • Sonntag, 26.4.: Knockout-Sprint
    • 12:55-15:00h: SRF info, RSI Play
    • 16:30-18:00h: LA2

Offizielle Kanäle des Swiss Orienteering Teams

Offizielle Kanäle des Orienteering World Cup 2026 in Locarno Ascona

(Text: Matthias Lerf & Annalena Schmid, Fotos: Silvan Schletti & Simon Buser)