Die 32. EFOL (Europäische Forst-OL-Meisterschaften) fanden in der ersten Augustwoche im ungarischen Veszprém statt, wo nächstes Jahr die OL-Weltmeisterschaften der Elite angesetzt sind. Rund 350 Läuferinnen und Läufer aus 15 Nationen nahmen teil. Mit dabei auch fünf aus der Schweiz und dies erfreulich erfolgreich: viermal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze.
Veszprém ist eine der ältesten und historisch bedeutsamsten Städte Ungarns. 2023 trug sie den Titel Kulturhauptstadt Europas, auch erkennbar an den herausgeputzten Bürgerhäusern und barocken Bauten. Das historische Burgviertel thront auf einem Felsen. Mit seinen engen Gassen und Durchgängen ideal für den Sprint. Bei D65 wurde der Doppelsieg vom Vorjahr durch Ruth Humbel und Regina Neukom wiederholt. Bei H60 holte Joseph Brügger Gold, bei H35 Andreas Gabriel Silber und bei H70 Otti Bisang Bronze.
Für die beiden Waldwettbewerbe stand der Trainingswald für die WOC 2027 Tekeres-Völgy westlich Veszprém zur Verfügung. Es handelt sich um einen überwiegend gut begehbaren Hagebuchen- und Buchenwald mit einzelnen Tälern. Die Sichtverhältnisse waren gut. Rund ums Wettkampfzentrum war schnell belaufbares Offenland durchsetzt mit Buschgruppen. Die Temperaturen von bis zu 38°C forderte alle Teilnehmenden. Andreas Gabriel holte bei H35 über die Mitteldistanz Gold; Ruth Humbel und Regina Neukom wiederholten ihren Doppelsieg.
Der dritte Wettkampf wurde als Staffel ausgetragen. Das einzige reine Schweizer Team wurde bei H195 (mit zwei Damen und einem Herrn) leider nicht klassiert, da Otti Bisang in der (Brut-)Hitze des Gefechts einen Posten ausgelassen hat. Andreas Gabriel machte es in seinem Mixed Team mit zwei italienischen Läufern besser: Das Team wurde Dritte.
Die EFOL sind aber immer mehr als reine OL-Wettkämpfe: Mit verschiedenen Rahmenveranstaltungen wie Forst-Seminar, Eröffnungszeremonie und Bankett sowie den am Ruhetag angebotenen Exkursionen zu Forstwirtschaft oder kulturellem Bezug auch lehrreich, interessant und bieten hervorragende Möglichkeiten, sich mit OL-Läuferinnen und -Läufern aus ganz Europa auszutauschen. EFOL-Präsident Mārtiņš Gaigals aus Lettland gedachte in seiner Eröffnungsrede auch an die auf zwei Paneelen namentlich erwähnten 29 OL-Läufer und 194 Forstangestellte, welche als Soldaten der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland bereits umgekommen sind.
Am EFOL Annual Meeting wurden im Weiteren die nächsten Austragungen bestätigt resp. vergeben: 2027 Roskilde/Dänemark (31.7-4.8.) EFOL 2027 - 33th European Foresters Orienteering Championships, 2028 in Kuusamo/Finnland, 2029 Zvolen/Slowakei und 2030 voraussichtlich in Norwegen. Startberechtigt sind Personen mit Berufsbezug zur Forstwirtschaft sowie Waldbesitzende und deren Familienmitglieder.
(Text und FOtti: Otti Bisang)

