Im Mitteldistanz-Final der Senioren-WM in Polen können die Schweizerinnen und Schweizer wie erwartet gegenüber dem Sprint-OL weniger punkten. Johanna Purrer und Mario Ammann gewinnen die Bronzemedaille. Martin Schaffner und Ernst Moos gehen als Vierte leer aus. Das meist sehr flache und abgesehen von grünen Zonen eher detailarme Gelände ist für viele Startende ungewohnt und verleitet zu Fehlern. An beiden Tagen von Qualifikation und Final herrschen gute äussere Bedingungen.


Überzeugten mit Rang 3:
Johanna Purrer und Mario Ammann


Ernst Moos verpasst als Vierter die
Medaille knapp

Wie im Bericht über den Sprint-OL vom Wochenende angekündigt, hatten sich mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen Start an den Wettkämpfen im Wald angemeldet. 2611 Namen – ein Plus von 191 gegenüber dem Sprint – standen auf der Startliste zur «Forest Qualification» vom Dienstag. Am meisten Neue kamen aus Schweden. Sie und alle Bisherigen erlebten bei der Qualifikation vom Dienstag und beim Mitteldistanz-Final vom Mittwoch, die beide im gleichen Gebiet mit identischer Arena ausgetragen wurden, ein eher ungewohntes Gelände. Ein siegreicher Däne verglich es mit jenem aus seinem Land. Ein Schwede sagte vor dem Start zur Qualifikation, man werde im ganzen Laufgebiet keinen einzigen Stein finden. Er hatte Recht. Das Gebiet war grossmehrheitlich sehr flach. Abgesehen von kleineren Hügeln waren die wenigen Höhenkurven auf der Karte bei 2.5 m Äquidistanz im Gelände nicht einfach zu erkennen. Grosse Teilgebiete waren nicht nur auf der Karte weiss. Kompasslaufen wäre Pflicht gewesen. Bei allgemein guter Belaufbarkeit waren hohe Tempi möglich. Das verleitete auch arrivierte Läuferinnen und Läufer zu Fehlern.

Zwei Medaillen nach gewohnt ansprechender Qualifikation

Bei der Qualifikation überzeugten in erster Linie: 1. Liselotte Freuler (W60); 2. Christian Biland (M70); 3. Martin Sacher (M65); 4. Daniel Kobel (M65), Monika Ammann und Priska Gautschi (W65); 5. Ernst Moos (M90); 7. Mario Ammann (M70); 9. Johanna Purrer (W60); 10. Martin Schaffner (M60). Alle sechs Medaillengewinner*innen vom Sprint schafften somit eine Top-10-Rangierung in ihren Heats. Von diesen konnten sich in erster Linie Johanna Purrer und Mario Ammann steigern und jeweils Rang 3 erkämpfen. Für Johanna Purrer ist es die erste Wald-Medaille. Mario Ammann hat bereits eine Silbermedaille vom Mitteldistanz-OL 2021 in Ungarn in seiner Sammlung. Auch Martin Schaffner lief als Vierter wiederum sehr stark. Er verpasste die Bronzemedaille nur um 24 Sekunden. Nach seinem guten Lauf meinte er, zweimal je 10 Sekunden verschenkt zu haben. Gegen den entfesselten Sieger aus Finnland war allerdings kein Kraut gewachsen. Kommt die Chance nun noch über die Langdistanz? Ernst Moos wurde wie schon beim Sprint Vierter. Dort war er allerdings näher an der Medaille. Jetzt fehlten 3 Minuten. Wiederum eine ausgezeichnete Leistung zeigte Christian Biland mit Rang 5. Er freute sich, endlich wieder einmal zwei Läufe in Folge gut gemeistert zu haben. Er konnte seine Routine voll zur Geltung bringen.

Langdistanz als Höhepunkt

Auch bei den Seniorinnen und Senioren ist die Langdistanz die «Königsdisziplin». Sie bildet am Freitag den Abschluss der diesjährigen WM. Nach wenig Steigung bisher sind die Anforderungen diesbezüglich dann markant höher. Bereits bei der Wald-Qualifikation liessen die Medaillenanwärter bei den Routenwahlen ihre Präferenzen durchblicken. Man wird sehen, wie sie dieses Detail am Freitag anpacken werden.

Rangierungen

3. Johanna Purrer, W60, + 2:01

4. Martin Schaffner, M60, + 1:38

10. Daniel Kobel, M65, + 3:53

3. Mario Ammann , M70, + 3:10

5. Christian Biland, M70, + 4:24

4. Ernst Moos, M90, + 3:57

Veranstalterwebsite: https://wmoc2026.pl 

 (Text und Bilder: Mario Ammann)