Beim Langdistanz-Wettkampf als Finale der Senioren-WM in Polen gibt es keine Medaillen für Schweizerinnen und Schweizer. Als Bestklassierter und Vierter kann Mario Ammann dennoch die Heimreise gut gelaunt antreten. Ernst Moos, Martin Schaffner, Markus Schweizer und schliesslich Priska Gautschi klassieren sich mit den Rängen 5, 6, 7 und 10 ebenfalls in den Top-10. Nach den beiden Wettkämpfen im Wald in einem sehr flachen und schnellen Gelände stellen allgemein viele Höhenmeter mit Gräben – also Schweizer Verhältnisse – die Läuferinnen und Läufer auf eine harte Probe. Die Senioren-WM 2027 findet in Japan statt.


Mario Ammann

Nicht das erste Mal geht die Schweiz im Langdistanz-Finale leer aus. «Einer ist immer der Beste, der Schnellste …», sagte sich Mario Ammann, nachdem alle Kategorienersten feststanden und er mit den Rängen 2, 3 und 4 die beste Gesamtbilanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz an der diesjährigen Senioren-WM aufweisen konnte. Der vierte Rang ist für den Ostschweizer eine starke Leistung. Er hatte als Dritter der Mitteldistanz einen optimalen Platz auf der Startliste. Nicht erst die Letztstartenden hatten aus der «Gerüchteküche» schon das eine oder andere gehört. Posten teilweise im Grünen; ruppig; happig … Ammann war über mehrere Teilstrecken mit dem zwei Minuten nach ihm gestarteten Schweden unterwegs. Dieser lag beim 7. von 10 Posten noch in Führung. Diese musste er bei Posten 8 abgeben. Nach Rang 2 über die Mitteldistanz wurde er am Freitag schliesslich Dritter. Auch Mario Ammann verlor bei Posten 8 zwei Ränge. Mit der schnellsten Zeit auf den letzten 10 Minuten konnte er wieder auf Rang 4 vorrücken. Sein Rückstand auf den Sieger beträgt 2:20, auf den Bronze-Rang 1:29.

Schwieriges Navigieren im teils «mannshohen» Grünen

WMOC 2026 Long
Martin Schweizer

Viele Kategorien hatten vor allem im Anfangsteil Postenstandorte zumindest am Rande von grünen Objekten. Bei diesen Posten war es erst recht schwierig, den Überblick zu behalten. Die meisten Schweizer Kandidatinnen und Kandidaten auf eine Spitzenplatzierung hatten dort ihre liebe Mühe und verloren so viel Zeit, die später auch mit sehr guten Teilabschnitten nicht mehr wettzumachen war. Das gilt vor allem für Martin Schaffner (M60), der sich auf den 6. Rang verbessern konnte. Er war 6 Sekunden schneller als Markus Schweizer, der mit regelmässigen Abschnittsleistungen auf Rang 7 lief. Die beiden benötigten 5 Minuten mehr als der Sieger. Auch Priska Gautschi (W65) erwischte einen suboptimalen Start. Der Rückstand bei Posten 1 hätte zwar noch wettgemacht werden können. Dazu wäre aber eine Parforceleistung nötig gewesen. Als 10. erreichte die Fricktalerin die beste Damenplatzierung. Bei der W60-Entscheidung nicht mitreden konnten Liselotte Freuler (Rang 12) und Johanna Purrer (Rang 13). Letztere war bei Posten 5 noch in Führung, verlor aber beim nächsten Posten über 7 Minuten. Später folgte noch einmal ein schlechter, wenn auch kürzerer Abschnitt mit weniger Zeitverlust. Doch jede Sekunde zählt: die beiden Schweizerinnen trennte im Ziel eine einzige Sekunde. Ernst Moos (M90) wurde Fünfter. Für einen Medaillenrang fehlten am Schlusstag 3:35 Minuten. Der Zuger war vorher zweimal Vierter geworden.

Neue Gefilde auch im nächsten Jahr

Wie im ersten Bericht über den Sprint-OL erwähnt, steht Polen als OL-Destination kaum auf vielen Listen. Die Wettkämpfe waren gut organisiert und technisch anspruchsvoll. Sprint-OL ist immer Geschmacksache. Weniger schnelle Läuferinnen und Läufer mögen es lieber möglichst «tricky». Eine solche Ausgangslage konnten die beiden Austragungsorte Przeworsk (Qualifikation) und Rzeszow (Final) nicht bieten. Die Laufgebiete im Wald hätten fast nicht kontrastreicher sein können. Zuerst teilweise parkähnliche Verhältnisse und endlich einmal Kompasslaufen! Was wäre gewesen, wenn am Schlusstag nicht nur Markus Schweizer, sondern alle Herren und Damen aus der Schweiz, unwissend über den Standort mit der Quizfrage im Wald ausgesetzt worden wäre, wo um Himmels Willen er/sie sich denn befinde? Vielleicht in einem «Krachen» in der Schweiz. Das dürfte im kommenden Jahr anders ausschauen. Denn die Senioren-WM ist 2027 über den Monatswechsel Mai/Juni in Japan. Sie kommt ein Jahr später wieder nach Europa zurück. Aber in die Türkei mit Austragungszeitpunkt Ende Oktober/anfangs November. Eines auf jeden Fall bleibt bei den drei Ländern gleich: man versteht kein Wort und für viele bedeutet es OL-Neuland!

Rangierungen:                       4.           Mario Ammann , M70                  + 2:20

                                            5.           Ernst Moos, M90                         + 9:31

                                            6.           Martin Schaffner, M60                 + 4:55

                                            7.           Markus Schweizer, M60               + 5:01

                                           10.          Priska Gautschi, W65                  + 7:29

Veranstalterwebsite:                    https://wmoc2026.pl 

(Text und Fotos: Mario Ammann)