Natalia Gemperle und Daniel Hubmann heissen die neuen Schweizer Meisterin, beziehungsweise der neue Schweizer Meister über die Langdistanz. Der schnellste Junior war Loïc Berger, bei den Juniorinnen lief Leonie Mathis auf den ersten Rang. Ausgetragen wurde die Meisterschaft in Rheinfelden.
Der Rheinfelderberg, ein für den Tafeljura typischer Wald, zeigte sich heute mit seinem dichten Wegnetz, zahlreichen kleineren und grösseren Gräben und gut belaufbaren Partien als Schauplatz der Langdistanz-Schweizer-Meisterschaft. Besonders wichtig war dabei, die Route konsequent umzusetzen und zwischen den Wegen die schnellen Partien zu nutzen.
«Es ist immer etwas Tolles, eine Schweizer Meisterschaft zu gewinnen.»
Der frisch gekürte Schweizer Meister, Daniel Hubmann, strahlt übers ganze Gesicht: «Es war ein toller Wettkampf. Ich habe jeden Posten getroffen, gute Routen geplant und umgesetzt und konnte viel querfeldein laufen.» Sein Plan war es, möglichst wenig Weg zurückzulegen, wo möglich zu schneiden und nur die tiefen Gräben zu umlaufen. «So konnte ich immer im selben Rhythmus, mit gleichem Tempo laufen. Das macht mir richtig Spass. Natürlich ist es auch immer etwas Tolles, eine Schweizer Meisterschaft zu gewinnen.» Für die knapp 15 Kilometer mit 590 Metern Steigung brauchte der zweifache Langdistanz-Weltmeister gut 1 Stunde und 24 Minuten. Er war damit eine Minute schneller als Fabian Aebersold, der auf den zweiten Rang lief. Tino Polsini lief wiederum drei Minuten später auf den dritten Rang.
Die neue Schweizer Meisterin heisst Natalia Gemperle. Knapp eineinhalb Minuten beträgt der Vorsprung auf die Zweitplatzierte Lilly Graber. Gemperle ist mit ihrer Leistung zufrieden und blickt sofort auch in die Zukunft an die EM, die in rund drei Wochen ansteht: «Technisch ist es mir gut gelaufen. Es war auch eine gute Vorbereitung auf die EM. Aufgrund des Sprint-Fokus bin ich mir nicht mehr ganz so gewohnt, so lange durch den Wald zu rennen. Das war ein guter Test!» In der Schweizer-Meisterschafts-Wertung auf den dritten Rang lief Sofie Bachmann. Die drittschnellste Zeit lief die Slowakin Tereza Smelikova.
In der Kategorie D20 konnte Leonie Mathis ihren Titel vom Vorjahr verteidigen. Auf sie hatte es jedoch keinen Einfluss, als amtierende Meisterin am Start zu stehen: «Ich habe mich sowieso sehr auf die Langdistanz gefreut. Dass ich letztes Jahr gewonnen hatte, war mir gar nicht mehr so präsent.» Mathis wusste, ihre physische Stärke richtig einzusetzen: «Gegen Ende habe ich mich eher für die Wegrouten entschieden. Ich wusste, dass es sich für mich auszahlen würde, anstatt quer durch den Wald, einige Meter zu sparen.» Bei einer Laufzeit von über 68 Minuten lief Coralie Waldner mit lediglich zehn Sekunden Rückstand auf Rang zwei. Dritte wurde Rahel Good.
Der beste Junior war Loïc Berger. Ihm gelang es, seine Taktik während des Laufs anzupassen: «Der Wald war ziemlich schnell belaufbar. Die beste Routenwahl war nicht immer die Wegroute. Das habe ich schnell verstanden und konnte es umsetzen. Das war cool!» Er gewann mit einem beeindruckenden Vorsprung von über sechs Minuten vor dem Tessiner Liam Malnati. Auf den dritten Rang lief Gratian Böhi.
Selektionslauf für Militär-WM
Der heutige Wettkampf diente gleichzeitig als Selektionslauf für die CISM vom 19. bis 25. Oktober in Stans. Am Dienstag, 15. September, wird die Schweizer Delegation bekanntgegeben.
Zweiter Lauf des Swiss Orienteering Grand Slam presented by EGK
Auch dieses Jahr zählen für die Elite-Athlet*innen sowie die Läufer*innen der Kategorien D/H20 die vier Einzel-Schweizer-Meisterschaften zum Swiss Orienteering Grand Slam presented by EGK. An allen vier Läufen können die Athletinnen und Athleten dank der grosszügigen Unterstützung der EGK Gesundheitskasse und Neutrass attraktive Preisgelder gewinnen. Zudem sammeln sie Punkte, um sich für den Final am 14. November 2026 in Knies Kinderzoo in Rapperswil zu qualifizieren.
Resultate Langdistanz-SM
Rheinfelden (Ranglisten). Schweizer Meisterschaft im Orientierungslauf. Langdistanz. Männer (14,9 km, 590 HM, 31 Po.): 1. Daniel Hubmann (Bremgarten b. Bern) 84:29 Min. 2. Fabian Aebersold (Brügg BE) 01:03 Min. zurück. 3. Tino Polsini (Gelterkinden) 03:21. 4. Benjamin Wey (Zürich) 04:36. 5. Martin Hubmann (Eschlikon TG) 06:56. 6. Reto Egger (Rafz) 07:08.
Frauen (12,3 km, 505 HM, 24 Po.): 1. Natalia Gemperle (Hallwil) 88:30 Min. 2. Lilly Graber (Einsiedeln) 01:20 zurück. 3. Sofie Bachmann (Liebefeld) 02:09. 4. Katrin Müller (Zürich) 08:28. 5. Lisa Hubmann (Märwil) 09:14. 6. Inès Berger (Cormondrèche) 09:29.
Fotos allgemein
(Text: Sina Tommer, Fotos: Silvan Schletti)




