Regen, rutschige Hänge und dichtes Grün prägten die Schweizer Meisterschaften im Nacht-OL am Samstagabend in Winterthur. Bei den 624 Teilnehmenden setzten sich Simona Aebersold und Tino Polsini in der Elite sowie Leonie Mathis und Loïc Berger bei den Junior*innen durch.

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HE: Polsini vor Egger und Rancan.


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DE: Aebersold vor Hubmann und Müller.


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D20: Mathis vor Waldner und Wipfli.


H20
H20: Berger vor Bührer und Böhi.

 

In der Elite der Männer sicherte sich Tino Polsini den Schweizer Meistertitel. Auf der 13,1 Kilometer langen Bahn im Eschenberg gewann er in 1:26:02 Stunden. Reto Egger folgte mit 1:17 Minuten Rückstand, Riccardo Rancan nur sieben Sekunden hinter Egger auf Rang drei.

Für Polsini war es ein körperlich forderndes Rennen. Zwischen fünf- und zehnmal sei er im nassen Wald gestürzt, schätzte er im Ziel. Dennoch sprach er von einem schönen OL-Erlebnis. Besonders fasziniert ihn die Atmosphäre bei Nacht: «Es ist etwas Spezielles. Es ist mystisch.» Das Rennen sei hart und etwas länger als erwartet gewesen, aber ein gelungener Abschluss der nationalen Saison.

Simona Aebersold trotz Müdigkeit mit deutlichem Vorsprung

Bei den Frauen verteidigte Simona Aebersold ihren Titel mit 14:22 Minuten Vorsprung auf Lisa Hubmann. Katrin Müller wurde Dritte. Für Aebersold war der deutliche Sieg eine positive Überraschung. Nach dem Trainingslager in Ungarn hatte sie sich während der Woche so erschöpft gefühlt, dass sie am Donnerstag ein Intervalltraining abbrechen musste.

Im Eschenberg machten ihr besonders die steilen, rutschigen Hänge zu schaffen. Mehrfach verlor sie den Halt und entschied sich deshalb für Routen, auf denen sie weniger steil ab- und wieder aufsteigen musste. Auch die Orientierung verlangte Aufmerksamkeit. Die Bahn habe zunächst einfach gewirkt, erzählte sie. Doch gerade nachts könne das trügerisch sein: Mehrfach sei sie deutlich von der Richtung abgekommen. Obwohl sie Nacht-OL nicht zu ihren Lieblingsdisziplinen zählt, habe ihr das Rennen unterwegs viel Spass gemacht.

Bei den Juniorinnen entscheiden 37 Sekunden

Das knappste Titelrennen der vier Grand-Slam-Kategorien lieferten sich die Juniorinnen. Leonie Mathis gewann in 1:05:01 Stunden, nur 37 Sekunden vor Coralie Waldner. Laura Wipfli belegte Rang drei. «Es ist sehr grün und ich bin 1000 Mal auf dem Boden gelegen, aber es hat mega Spass gemacht», sagte die strahlende Mathis nach ihrem Sieg. Wegen des dichten Bewuchses wich sie häufig auf Wege aus.

Bei den Junioren setzte sich Loïc Berger mit 3:52 Minuten Vorsprung auf Titelverteidiger Matthieu Bührer durch. Gratian Böhi wurde Dritter. Berger war von Beginn weg offensiv unterwegs und blieb ohne grössere Fehler. Im grünen Gelände sei es allerdings schwierig gewesen, einen guten Laufrhythmus zu finden. Entscheidend war für ihn, das hohe Tempo mit kontrollierter Kartenarbeit zu verbinden.

Positive Bilanz trotz Regen

Die Nacht-OL-SM bildete den vierten und letzten Qualifikationslauf für den Swiss Orienteering Grand Slam presented by EGK. Das Finale findet am 14. November in Rapperswil statt. Die definitive Liste der Finalist*innen wird nachgereicht.

Auch die Laufleiter Roland Spörri und Toni Patscheider vom OLC Winterthur zogen eine positive Bilanz. Trotz des Regens hätten sie viele zufriedene Gesichter gesehen. Besonders erfreulich seien die Rückmeldungen zu den offenen Kategorien und zum Stirnlampenverleih gewesen. Das Angebot habe auch Läufer*innen angesprochen, die schon länger keinen Nacht-OL mehr bestritten hatten.

Die beiden Laufleiter betonten das grosse Engagement des gesamten OK-Teams. Erfahrene Verantwortliche an Start und Ziel, Bahnleger Fabian Hertner und zahlreiche weitere Helfer*innen hätten wesentlich zum Gelingen des Anlasses beigetragen. Selbst die kurzfristig benötigten zusätzlichen Zelte, die im Wald wie grosse Leuchtwürmli leuchteten, konnten noch organisiert werden.

Wir danken dem OLC Winterthur, dem gesamten OK-Team und allen Helfer*innen herzlich für die tolle Organisation und ihren grossen Einsatz.

Resultate

Elite und Junior*innen – Podestplätze

DE – 10,7 km, 29 Posten: 1. Simona Aebersold (ol.biel.seeland), 1:20:26; 2. Lisa Hubmann (OL Regio Wil), 1:34:48; 3. Katrin Müller (OLG Rymenzburg), 1:38:43.

HE – 13,1 km, 32 Posten: 1. Tino Polsini (OLV Baselland), 1:26:02; 2. Reto Egger (OLK Rafzerfeld), 1:27:19; 3. Riccardo Rancan (OLG Pfäffikon), 1:27:26.

D20 – 7,7 km, 22 Posten: 1. Leonie Mathis (OLG Nidwalden+Obwalden), 1:05:01; 2. Coralie Waldner (OLG Pfäffikon), 1:05:38; 3. Laura Wipfli (OLG Goldau), 1:16:25.

H20 – 10,4 km, 25 Posten: 1. Loïc Berger (ANCO), 1:09:14; 2. Matthieu Bührer (CA Rosé), 1:13:06; 3. Gratian Böhi (OL Zimmerberg), 1:15:22.

Weitere Kategorien – Sieger*innen

D14: Malia Del Don (ASCO Lugano), 4,7 km, 12 Posten, 45:36; D16: Minna Gmür (OL Regio Olten), 5,3 km, 16 Posten, 47:19; D18: Lotta Lüthi (OLG Biberist SO), 6,8 km, 16 Posten, 54:58; DAL: Sina Tommer (OLG Welsikon), 6,5 km, 18 Posten, 1:07:12; DAM: Amelie Krompass (Bucheggberger OL), 5,1 km, 15 Posten, 56:37; DAK: Rahel Vogel (OLG Schaffhausen), 3,0 km, 11 Posten, 45:33; DB: Anita Gasser (OL Zimmerberg), 4,0 km, 10 Posten, 55:27; D35: Carole Pauli (OLC Kapreolo), 5,0 km, 15 Posten, 1:05:53; D40: Yvonne Schneebeli (OLK Rafzerfeld), 5,7 km, 15 Posten, 1:24:59; D45: Lea Keller (OLC Winterthur), 5,7 km, 15 Posten, 57:57; D50: Susanne Grimm (OLK Argus), 5,4 km, 16 Posten, 59:01; D55: Sandra Frei (OLV Baselland), 4,5 km, 14 Posten, 53:17; D60: Liselotte Freuler (thurgorienta), 4,3 km, 14 Posten, 51:15; D65: Lily Husner (OLK Wiggertal), 3,7 km, 12 Posten, 52:01; D70: Margrit Michel (OLG Welsikon), 3,4 km, 10 Posten, 1:00:00; D75: Yvette Zaugg (OLG Säuliamt), 2,6 km, 9 Posten, 56:38; D80: Erica Huggler (OLG Stäfa), 2,3 km, 9 Posten, 1:10:39.

H14: Ted Rubin (OL Regio Burgdorf), 5,2 km, 15 Posten, 42:58; H16: Lars Niggli (ol norska), 6,1 km, 15 Posten, 43:14; H18: Andrin Meier (OLG Thun), 8,5 km, 23 Posten, 1:07:32; HAL: Archibald Soguel (ANCO), 8,4 km, 22 Posten, 1:04:28; HAM: Miron Rulka (OLG Biberist SO), 5,4 km, 16 Posten, 47:31; HAK: Raphael Neukom (OL Zimmerberg), 4,2 km, 12 Posten, 41:10; HB: Cornelius Harlacher (OLG Basel), 4,3 km, 12 Posten, 41:42; H35: Thomas Röthlisberger (OLG Skandia), 7,0 km, 15 Posten, 50:12; H40: Gianni Guglielmetti (GOLD Savosa), 7,2 km, 19 Posten, 59:48; H45: Renato Winteler (OLG Welsikon), 7,2 km, 16 Posten, 1:03:23; H50: Adrian Moser (thurgorienta), 6,7 km, 17 Posten, 54:49; H55: Roger Vogel (OLC Omström Sense), 6,7 km, 14 Posten, 59:02; H60: Kornel Ulrich (OLG Goldau), 6,1 km, 15 Posten, 58:18; H65: Fritz Aebi (OL Oberaargau), 5,1 km, 15 Posten, 52:16; H70: Hansruedi Kohler (OLG Dachsen), 4,4 km, 13 Posten, 49:59; H75: Ueli Bretscher (OLC Kapreolo), 3,4 km, 12 Posten, 1:01:22; H80: Karl Meier (ol.biel.seeland), 3,0 km, 11 Posten, 1:02:05; H85: Hans Baumann (OLK Wiggertal), 2,3 km, 8 Posten, 59:41. 

Sämtliche Resultate sind unter o-l.ch abrufbar.

Text: Ieva Simmen, Foto: Sandro Anderes