Mit einem weiteren Sieg von Simona Aebersold und einer Silbermedaille für Benjamin Wey im Sprint gehen die 53. OL-Weltmeisterschaften des internationalen Militärsportverbands CISM in der Zentralschweiz zu Ende. Sämtliche Schweizer Athlet*innen klassieren sich im abschliessenden Rennen in den Top Ten. Auch die Teamwertungen gehen an die Schweiz.
Winterliche Temperaturen und Schnee bis in tiefe Lagen begleiteten den abschliessenden Sprint am Samstag in Sarnen. Die abwechslungsreichen Bahnen forderten zunächst vor allem die Technik. Zahlreiche Sperrgebiete und schnelle Richtungsentscheidungen verlangten volle Konzentration. Gegen Ende wurde es zunehmend physisch, insbesondere auf der Männerbahn mit ihrem Schlussteil durch Parkanlagen und das Leichtathletikstadion.
Drittes Gold für Simona Aebersold
Simona Aebersold gewinnt auch das letzte Rennen der Militär-WM. In 14:48 Minuten setzt sie sich mit 55 Sekunden Vorsprung auf die Polin Aleksandra Hornik durch. Bronze geht an Florence Hanauer aus Frankreich. Nach ihren Siegen in der Langdistanz und der Staffel ist es für Aebersold bereits die dritte Goldmedaille dieser Weltmeisterschaften.
«Irgendwie war die Energie Ende Saison etwas draussen und ich konnte im Wald nicht so guten OL zeigen, wie ich wollte», blickt Aebersold zurück. Umso zufriedener ist sie mit ihrem Sprint: «Vielleicht bin ich doch eher eine Sprinterin», meint sie schmunzelnd. Besonders freut sie sich über ihre bisher makellose CISM-Bilanz: Noch nie hat sie an einer Militär-WM ein Rennen verloren.
Auch die übrigen Schweizerinnen klassieren sich in den Top Ten. Lilly Graber wird Vierte, Paula Gross Sechste, Seline Sannwald Siebte, Anna Gasser Achte und Annick Meister Zehnte.
Äusserst knappe Entscheidung bei den Männern
Bei den Männern entscheidet eine einzige Sekunde über die Medaillen. Der Finne Akseli Ruohola gewinnt in 14:38 Minuten. Benjamin Wey und der Tscheche Tomáš Křivda teilen sich mit nur einer Sekunde Rückstand den zweiten Platz.
Wey gelingt ein technisch weitgehend sauberer Lauf. Einzig beim Kartenwechsel im Dorfkern wird er kurz unsicher. «Es ist ein super Gefühl, gerade zum Saisonende nochmals ein solches Resultat zu erzielen», sagt Wey. Besonders freut ihn der Vergleich mit Křivda, einem der schnellsten Sprinter der Welt. «Dass ich mit ihm mithalten kann, zeigt mir, dass es im Sprint auch nach einer langen Waldsaison noch gut läuft. Das motiviert mich für das Wintertraining.»
Fabian Aebersold verpasst als Vierter das Podest um neun Sekunden. Trotz Atemproblemen ist er mit seinem Rennen zufrieden. Riccardo Rancan folgt auf Rang fünf, Tino Polsini auf Rang sechs, Reto Egger auf Rang neun und Pascal Schärer auf Rang zehn.
Erfolgreiche Heim-WM für die Schweiz
Mit den Sprintmedaillen endet für die Schweizer Delegation eine erfolgreiche Heim-WM. Bereits in der Langdistanz hatte sie vier Medaillen gewonnen, darunter Gold für Simona Aebersold. In den Staffeln folgten zwei weitere Weltmeistertitel. Dazu kommen die Siege in den Teamwertungen.
Für Benjamin Wey fällt die persönliche Bilanz besonders erfreulich aus. Ursprünglich hatte er sich eine Teammedaille zum Ziel gesetzt, nun reist er mit drei Medaillen nach Hause.
Auch Fabian Aebersold blickt trotz eines schwierigen Staffelrennens zufrieden auf die Militär-WM zurück. Mit seinen Leistungen in der Langdistanz und im Sprint ist er zufrieden. Besonders positiv beurteilt er die Organisation und die Qualität der Bahnen. Die beiden Waldwettkämpfe hätten den Athlet*innen abwechslungsreiche und technisch fordernde Aufgaben geboten. Auch der Sprint sei schwieriger gewesen als erwartet. «Sie haben das sehr gut gemacht», lobt Aebersold die Organisatoren.
Resultate Militär-WM Sprint, 24. Oktober 2026, Sarnen
Frauen: 3,8 km, 69 Klassierte. 1. Simona Aebersold (SUI) 14:48.0; 2. Aleksandra Hornik (POL) 15:43.2; 3. Florence Hanauer (FRA) 15:46.4; 4. Lilly Graber (SUI) 16:15.0; 6. Paula Gross (SUI) 16:23.4; 7. Seline Sannwald (SUI) 16:46.0; 8. Anna Gasser (SUI) 17:01.2; 10. Annick Meister (SUI) 17:06.4.
Männer: ca. 4,0 km, 134 Klassierte. 1. Akseli Ruohola (FIN) 14:38.8; 2. Tomáš Křivda (CZE) und Benjamin Wey (SUI) je 14:39.0; 4. Fabian Aebersold (SUI) 14:48.9; 5. Riccardo Rancan (SUI) 14:57.6; 6. Tino Polsini (SUI) 15:04.4; 9. Reto Egger (SUI) 15:23.9; 10. Pascal Schärer (SUI) 15:30.1.
Text: Ieva Simmen und Severin Müller; Foto: Silvan Schletti


