Die letzten Schweizermeistertitel der Saison 2026 in den Elitekategorien gehen an Paula Gross, Bigna Hotz und Julia Jakob sowie Jonas Niedermann, Joel Schweizer und Daniel Hubmann. Die Zürcherinnen und die Ostschweizer absolvierten das Team-OL Massenstart im Zürcher Unterland am schnellsten.
Mit der Team-OL-Schweizermeisterschaft warteten auf die rund 380 Teams nicht nur ein prächtiger Herbsttag im Zürcher Unterland, sondern auch spannende und anspruchsvolle Bahnen, welche die Teams vor taktische Herausforderungen stellten. In den Elitekategorien wurde die Ausgangslage durch das Massenstartformat zusätzlich erschwert. Die Teams mussten zwei grössere Runden absolvieren, ehe eine kürzere Schlussschlaufe das Rennen entscheiden sollte.
Favoritensieg im Damenrennen
Im Damenrennen zeichnete sich schon bald ein Zweikampf mit unterschiedlichen Taktiken um den Sieg ab. Die Zürcherinnen konnten sich bereits auf der ersten Runde einen Vorsprung von zwei Minuten auf die verfolgenden Thunerinnen erarbeiten. «Wir hatten alle drei einen sehr guten Lauf. Dass wir bei der ersten Übergabe fast vergessen haben, die SI-Card zu übergeben, war unser einziges Malheur», erklärte Paula Gross im Ziel.
Mit ihrer Taktik, die Strecke möglichst gleichmässig untereinander aufzuteilen, konnten sie ihren Vorsprung auf der zweiten Runde noch etwas ausbauen und sich am Ende mit 2:42 Minuten Vorsprung den Sieg sichern.
Auf dem zweiten Platz folgte mit der OLG Thun in der Besetzung Samira Meier, Corina Hüni und Judith Wyder ein ähnlich aufgestelltes Team: eine Juniorin, eine ehemalige Kaderläuferin und eine aktive Kaderläuferin. Die Teams unterschieden sich jedoch vor allem in ihrer Taktik. Während die Zürcherinnen versuchten, die Strecke möglichst gleichmässig untereinander aufzuteilen, absolvierten bei den Thunerinnen vor allem Judith Wyder und Corina Hüni den Lauf mehrheitlich gemeinsam. «Ich habe die Karte gelesen und Judith hat die Posten angelaufen. Wir hatten das Gefühl, dass dies für uns die schnellste und sicherste Taktik war», erklärte Corina Hüni nach dem Lauf.
Die Bronzemedaille sicherten sich die Titelverteidigerinnen der OL Regio Wil mit Marcia Mürner, Nina Hubmann und Lisa Hubmann.
Spannendes Rennen bei den Herren
Bei den Herren blieb das Rennen länger ausgeglichen. So lagen nach der ersten Runde noch zehn Teams innerhalb von drei Minuten und kämpften um die Medaillen.
Dass sich am Ende die OL Regio Wil durchsetzen konnte, mag nicht überraschen. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass die Ostschweizer nicht in ihrer stärksten Besetzung antreten konnten. Nach mehreren Ausfällen in den letzten Wochen mussten sie ihr Team mehrfach umstellen und liefen schliesslich in der Besetzung Jonas Niedermann, Joel Schweizer und Daniel Hubmann. «Dass wir mit der klubinternen Nummer 5 und 6 diesen Titel holen konnten, ist auch für uns überraschend, freut mich aber besonders fest», erzählte Daniel Hubmann nach dem Lauf.
Stets an der Spitze mit dabei, konnten die Wiler das Rennen am viertletzten Posten mit einer ausgeklügelten Taktik für sich entscheiden. Joel Schweizer hatte genügend Zeit, sich den Posten 43 bereits im Vorfeld genauer anzuschauen. «Ich habe Reto Egger vor mir gesehen, als ich die SI-Card übernommen habe. Da ich genau wusste, wo der Posten stand, merkte ich, wie Reto zu weit lief und den Posten suchte», erklärte der junge Ostschweizer die entscheidende Szene.
Das liess auch einen Routinier wie Daniel Hubmann nicht kalt. «Als ich merkte, wie gut wir am Schluss im Rennen lagen, wurde ich ganz nervös beim Warten», erklärte Hubmann.
So sicherten sie die OL Regio Wil die Goldmedaille mit 1:28 Minuten Vorsprung auf den OLK Rafzerfeld mit Reto Egger, David Rüedlinger und Andreas Rüedlinger.
Die Bronzemedaille ging an ol.biel.seeland mit Fabian Aebersold, Sven Hellmüller und Silvan Ullmann mit 2:13 Minuten Rückstand.
Die ganzen Ranglisten gibt es hier.
(Text: Severin Müller, Fotos: Orienteeringfocus)


