Im vielfältigen Langdistanz-Wald von Blankenburg zeigt die Schweizer Delegation am europäischen Junioren-Cup eine starke Teamleistung. Obenaus schwingt Pascal Schärrer mit einer Goldmedaille. Rosa Bieri und Joschi Schmid (beide Silber) und Inès Berger (Bronze) laufen auch aufs Podest.

Besonders eindrücklich war die Schweizer Teamleistung bei den unter 20-Jährigen: Die Frauen belegten die Ränge drei bis sieben und bei den Männern klassierten sich gleich fünf Läufer unter den ersten zehn. Zur grossen Figur avancierte Pascal Schärer. Der Zürcher gewann die Königsdisziplin im für seine Sandhöhlen bekannten Gelände. Anspruchsvoll waren bei der diesjährigen JEC-Langdistanz vor allem die vielen Geländewechsel. Von felsigen Gebieten gingen die Routen in Dühnenlandschaften über, hin zu Kieferwäldern mit weiter Sicht. Technisch besonders anspruchsvoll: Die Sandsteingebiete, wie sie sonst aus Tschechien bekannt sind.

"Ich wusste, dass es zu Beginn etwas anspruchsvoller wird", sagte Pascal Schärer nach seinem Sieg. Er nahm etwas Tempo raus und fokussierte sich zunächst aufs Technische. Bis auf einen kleinen Fehler im Steilhang bei einer Sandsteinhöhle konnte er seinen Plan perfekt umsetzen. Auch auf der schwierigen Schlussschlaufe, was notwendig war: Der Däne Oscar Brom Jensen verlor in der Endabrechnung bloss 15 Sekunden auf Schärer.

Zwei Aufholjagden werden belohnt

Wie Schärer wollte auch Rosa Bieri (D18) mit einer gewissen Sicherheit in den Lauf starten. Doch dies missriet der Aargauerin. "Ich unterschätzte die ersten beiden Kompass-Posten", sagte sie. Bei der ersten Zwischenzeit lag Bieri fast zwei Minuten zurück - dann aber, holte sie allmählich Zeit auf. "Es ist cool, dass ich noch so viel gutmachen konnte", sagte Bieri. Am Ende fehlten ihr gar bloss drei Sekunden zu Gold. Einzig Salla Isoherranen hatte ihre perfekte Aufholjagd gebremst. Besonders herausfordernd sei es gewesen, von Gelände zu Gelände jeweils die Taktik anzupassen. 

Wie Bieri lief auch Joschi Schmid in der Kategorie der unter 18-Jährigen zu Silber. "Ich war vom Start weg gut auf der Karte, konnte so grosse Fehler vermeiden." Die Taktik bezahlte sich aus, weshalb er im engen Rennen im Sandwich zwischen einem Schweden und einem Dänen auf den zweiten Platz lief.

Die Neuenburgerin Inès Berger holte für die Schweiz in der D20-Konkurrenz die vierte Medaille des Tages. "Weil ich wusste, dass meine Physis in diesem Herbst gut ist, versuchte ich mich auf das technische zu konzentrieren", sagte sie nach ihrem Bronze-Lauf. Auch sie beklagte zu Beginn fast zwei Minuten Fehler, blieb danach aber in Tuchfühlung mit der Spitze. Unmittelbar hinter Berger klassierten sich die Teamkolleginnen gleich reihenweise. Die starke Teamleistung verspricht im Hinblick auf die Staffel vom Montag einiges. (Text: Yann Schlegel)

Die Staffel-Teams gehen wie folgt an den Start:
Frauen:
Sui1: Vera Moser, Lilly Graber, Sanna Hotz
Sui2: Annick Meister, Inès Berger, Alina Niggli
Sui3: Lisa Hubmann, Leonie Benz, Rosa Bieri
Sui4: Seline Sannwald, Kati Hotz, Justine Hamel

Männer:
Sui1: Benjamin Wey, Pascal Schärer, Florian Freuler
Sui2: Joschi Schmid, Elia Ren, Dominic Müller
Sui3: Janis Hutzli, Elia Gartmann, Simon Hamel
Sui4: Matteo Bertozzi, Florian Nagel, David Baumberger

Zu den Resultaten der Langdistanz.

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