Über Ostern fand im englischen Lake District das "JK Festival of Orienteering" statt. Mit dabei waren einige Schweizer Kaderläuferinnen und -läufer, die sich an den drei hochkarätig besetzten World Ranking Events bestens in Szene setzten.

JK - der Name ist gleichbedeutend mit den Initialen des Schweden Jan Kjellström. Kjellström (geboren 1940,
jk hertner
Fabian Hertner zeigte am JK
starke Leistungen


jk staffel
Sabine Hauswirth, Judith Wyder und Catherine
Taylor (GBR) waren vor dem Start zur Staffel in
guter Stimmung
gestorben 1967 bei einem Autounfall) spielte in der Entwicklung des OL-Sports in Grossbritannien eine entscheidende Rolle, weswegen ihm zu Ehren seit 1967 jedes Jahr ein "International Festival of Orienteering" durchgeführt wird. Neben dem schottischen 6-Tage-OL ist der "JK" der grösste und wichtigste OL-Event im Vereinnigten Königreich. Die Ausgabe 2015 fand im Lake District statt und lockte über 2000 Teilnehmende an, darunter viele internationale Spitzenläuferinnen und -läufer, welche sich auf die Weltmeisterschaften in Schottland vorbereiten. So nutzten auch einige Schweizer Kadermitglieder die Gelegenheit, im Rahmen eines Stützpunkt-Trainingslagers Wettkampferfahrungen in relevantem Gelände auf der britischen Insel zu sammeln. Sie erwartete mit einem Sprint am Freitag, einer Mitteldistanz am Samstag, der Langdistanz am Sonntag sowie einer Staffel am Montag ein anspruchsvolles Programm. Sämtliche Einzelläufe zählen zu den World Ranking Events, was die Wettkämpfe zusätzlich aufwertete und sie zu einer Art frühen WM-Hauptprobe machten.

Die Schweizer meisterten diese mit Bravour. Matthias Kyburz stellte seine starke Frühform einmal mehr unter Beweis. Er gewann den Sprint (ex-aequo mit Scott Fraser, GBR) sowie die Mitteldistanz und beendete das Langdistanzrennen als Dritter ebenfalls auf dem Podest. Sein grosser Bruder Andreas lief auch konstant stark: Seine Ausbeute waren ein dritter (Sprint), sowie zwei vierte Plätze (Mittel- und Langdistanz). Noch erfolgreicher verlief das Osterwochenende für Fabian Hertner. Der 30-Jährige lief hinter Weltmeister Thierry Gueorgiou auf Rang zwei über die Langdistanz und wurde Dritter über die Mitteldistanz. Damit deutete Hertner seine Ambitionen für die WM an, nachdem er am Weltcup-Auftakt Anfang Jahr in Tasmanien wegen einer Verletzung noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte gewesen war. Andreas Rüedlinger (7. Rang, Sprint) und Baptiste Rollier (8. Rang, Mitteldistanz) sorgten für weitere Schweizer Top 10 - Klassierungen in den mit jeweils über 130 Gestarteten riesigen Elite-Feldern der Männer.

Auch die Frauen erzielten starke Resultate. Allen voran Julia Gross. Die frischgebackene Nacht-OL-Schweizermeisterin steigerte sich übers Wochenende stetig: Auf einen vierten Rang im Sprint folgten ein dritter Platz über die Mitteldistanz und ein zweiter Rang über die Langdistanz. Sara Lüscher zeigte mit den Rängen fünf (Sprint), sieben (Mitteldistanz) und neun (Langdistanz) Konstanz auf hohem Niveau. Ebenso Sabine Hauswirth (4. Rang Langdistanz, 9. Rang Sprint, 10. Rang Mitteldistanz). Sarina Jenzer (8. Rang, Sprint) und Judith Wyder (10. Rang, Langdistanz) steuerten weitere Top 10 - Plätze zur ausgezeichneten Einzellauf-Bilanz der Schweizer bei.

Die Staffeln am Ostermontag waren ebenfalls fest in Schweizer Hand. Während sich das Herrenteam mit Andreas Kyburz, Matthias Kyburz und Schlussläufer Fabian Hertner vor einer tschechischen Equipe durchsetzte, gab es bei den Damen sogar einen Schweizer Doppelsieg. Das Team mit Sabine Hauswirth, Sarina Jenzer und Sara Lüscher verwies Judith Wyder, Elena Roos und Julia Gross aus den zweiten Platz.

Es scheint, dass die Schweizerinnen und Schweizer das britische Gelände bestens im Griff haben. Das sind beste Voraussetzungen für die Weltmeisterschaften von Anfang August.

Link zu den Resultaten

(Fotos Robert Lines, Text Jonas Mathys)
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