Matthias Kyburz gewinnt den Langdistanz-Lauf in Norwegen. Daniel Hubmann klassiert sich knapp neben dem Podest auf Rang vier. Beste Schweizerin ist Julia Gross auf dem 10. Platz.

Matthias Kyburz hat auf eindrückliche Art und Weise seine Führung im Gesamtweltcup ausgebaut. Im
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Matthias Kyburz unterwegs zum dritten Weltcup-
Sieg der Saison


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Daniel Hubmann schaffte den Sprung aufs Podest
für einmal knapp nicht


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Julia Gross - die beste Schweizerin auf Rang 10


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Das Podest der Männer...


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...und dasjenige der Frauen
Langdistanz-Rennen in der Nähe von Halden, Norwegen, war der 25-Jährige eine Klasse für sich. Bereits auf dem Weg zum sechsten von insgesamt 25 Posten holte Kyburz den zwei Minuten vor ihm gestarteten und späteren Zweitklassierten Thierry Gueorgiou auf. In der Folge liefen der Schweizer und der 12-fache Weltmeister aus Frankreich meistens zusammen - bis ins Ziel. Weil er bereits an der ersten Weltcup-Runde in Tasmanien zwei von drei Rennnen für sich entschied, ist Kyburz nun alleiniger Weltcup-Gesamtleader. Vor dem Wettkampf in Norwegen hatte er sich diesen Platz noch mit Daniel Hubmann geteilt. Dieser verpasste als Vierter das Podest knapp. Beste Schweizerin war Julia Gross auf Rang 10. Judith Wyder erwischte keinen guten Tag. Die Bernerin war angeschlagen in den Wettkampf gestiegen und leistete sich einige Fehler zu viel, um vorne mitzureden. Für die dreifache Weltmeisterin von 2014 resultierte der 18. Rang. Zwischen Gross und Wyder klassierte sich Sabine Hauswirth auf dem 15. Platz.

Für Matthias Kyburz ist der Weltcup-Sieg etwas Besonderes, weil er in Norwegen und über die Langdistanz zu Stande gekommen ist. Er habe in der letzten Zeit seinen Fokus vermehrt auf die Königsdisziplin gelegt, sagt der Sprint-Weltmeister von 2012. "Jetzt ist es in Skandinavien, der Heimat des OL-Sports aufgegangen. Das ist doppelt schön."
Den Läuferinnen und Läufern wurden in typisch skandinavischem Gelände durch einen Mix aus kurzen, technisch anspruchsvollen Teilstrecken und langen Abschnitten mit Routenwahlproblemen gefordert. Bei den Männern erwies sich dabei die Teilstrecke zum zweiten Posten als entscheidend. "Recht unsicher" sei er bei Entscheidung gewesen, sagt Matthias Kyburz. "Ich habe einen langen Umweg in Kauf genommen, um dafür auf einer Strasse schnell vorwärts zu kommen." Das zahlte sich aus. Auf Geuorgiou, der direkter, aber eben auch viel quer lief, machte er auf dieser Strecke über eine Minute gut. Daniel Hubmann verlor sogar fast zwei Minuten. Der Thurgauer war im Ziel denn auch etwas ratlos. Er sei "nicht schlecht" gelaufen, habe nur ein paar kleine Fehler im Postenraum gemacht und auch physisch habe er sich gut gefühlt.

Julia Gross sprach im Ziel von einem guten Lauf. Vor allem im zweiten Teil sei sie "mit mehr Zug" gelaufen und habe ihre Routen besser umgesetzt. "Ich fand es aber recht schwierig, am Anfang in den Rhythmus zu kommen", sagte die Zürcherin auch. Grosse Fehler konnte sie aber vermeiden, weshalb sie sich "im Gesamten zufrieden" zeigte - "vor allem mit dem Rang." Bei den Frauen entschied die Dänin Ida Bobach den Wettkampf für sich. Tove Alexandersson (Schweden) wurde mit etwas mehr als einer Minute Rückstand Zweite. Diese zwei Läuferinnen waren eine Klasse für sich. Die Drittplatzierte, immerhin die amtierende Weltmeisterin Svetlana Mironova, verlor fast fünfeinhalb Minuten auf Bobach.

Mit der Langdistanz ist der Auftakt zum Weltcup-Block in Norwegen und Schweden gemacht. Nach einem Ruhetag wird er mit der Sprint-Staffel am Freitag in Halden (No) fortgesetzt.

Resultate

Prestebakke (No). Weltcup. Langdistanz. Männer (14,4km/520m HD/25 Posten)
1. Matthias Kyburz (Sz) 1:29:57. 2. Thierry Gueorgiou (Fr) 1:31:56. 3. Gustav Bergman (Sd) 1:32:30. 4. Daniel Hubmann (Sz) 1:33:36. Ferner: 11. Martin Hubmann (Sz) 1:36:58. 18. Fabian Hertner (Sz) 1:38:33. 23. Andreas Kyburz (Sz) 1:40:04. 41. Andreas Rüedlinger (Sz) 1:45:12. 50. Baptiste Rollier (Sz) 1:46:36. 59. Florian Howald (Sz) 1:49:44.

Frauen (9,2/255/16)
1. Ida Bobach (Dk) 1:07:17. 2. Tove Alexandersson (Sd) 1:08:22. 3. Svetlana Mironova (Ru) 1:12:45. Ferner: 10. Julia Gross (Sz) 1:15:52. 15. Sabine Hauswirth (Sz) 1:16:46. 18. Judith Wyder (Sz) 1:17:30. 19. Sara Lüscher (Sz) 1:17:32. 28. Rahel Friederich (Sz) 1:18:57. 40. Sarina Jenzer (Sz) 1:22:23. 45. Elena Roos (Sz) 1:22:57. 60. Lilly Gross (Sz) 1:29:04. 64. Lisa Holer (Sz) 1:30:48.

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(Text und Fotos Jonas Mathys)
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