Medaillen für Judith Wyder, Matthias Kyburz und Daniel Hubmann, zusätzlich ein Diplom für Rahel Friederich und Elena Roos und ein Top-Ten-Platz von Martin Hubmann: Das Sprintrennen zum Auftakt der OL-Weltmeisterschaften verlief ganz nach Wunsch der Schweizer.

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Daniel Hubmann, Judith Wyder und Matthias
Kyburz gewinnen eine Medaille zum Auftakt.


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Judith Wyder unterwegs zu Silber.


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Matthias Kyburz verliert nur drei Sekunden.


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Daniel Hubman läuft zu Bronze.


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Rahel Friederich und ...
Den Auftakt zu den diesjährigen OL-Weltmeisterschaften hat am Samstag den Frauen gehört. Sie absolvierten den Sprintwettkampf in Strömstad (Schweden) zuerst, wobei dieser aus Schweizer Sicht erfolgreich verlief. Judith Wyder (Zimmerwald) konnte sich auf der 3,5 Kilometer und mit 80 Höhenmetern bestückten Strecke die Silbermedaille sichern. Sie verlor 25 Sekunden auf die Dänin Maja Alm, die mit einer Laufzeit von 14:27 Minuten ihren WM-Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen konnte. Bronze sicherte sich überraschend die Weissrussin Anastasia  Denisova. Die 23-Jährige nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal an einer Elite-WM teil.

Für Wyder ist der Gewinn von Silber – die achte WM-Medaille ihrer Karriere – eine grosse Genugtuung: «Schneller hätte ich heute nicht sein können», sagte die Bernerin unmittelbar nach ihrem Zieleinlauf. Damit sprach sie vor allem ihre physische Leistung an. Auch technisch hatte die 28-jährige Bernerin keine grösseren Probleme zu verzeichnen und lag bis zu Posten 6 vor der späteren Gewinnerin Maja Alm. Da Wyder jedoch die langsamere Route wählte, konnte Alm fortan die Führung in der Höhe von wenigen Sekunden übernehmen und bis zum Schluss auf 25 Sekunden ausbauen.

Neben der Medaille von Wyder konnten die Schweizer OL-Frauen noch zwei weitere Auszeichnungen feiern: Rahel Friederich (Winterthur) auf dem fünften und Elena Roos (Cugnasco) auf dem sechsten Rang sicherten sich je ein Diplom, wobei die beiden Athletinnen im Klassement nur eine Sekunde auseinanderliegen und 1:25 respektive 1:26 Minute hinter der Weltmeisterin zurückliegen.

Die gebürtige Baslerin Friederich hatte sich in den letzten Jahren immer mehr auf die Sprintdisziplin fokussiert, nicht zuletzt weil sie darin auch ihre besten Resultate landen konnte. Ihr fünfter Rang bestätigt den siebten Rang aus dem letzten Jahr und den sechsten Rang von 2014. Friederich hatte laut eigenen Aussagen zwei kleine Fehler zu verzeichnen: «Ich war unsicher nach dem Start, hatte bei der Zuschauerpassage ein Black-out und wusste einen Moment gar nicht mehr wo ich bin», sagte die 30-Jährige. Die Sprintbahn sei derweil abwechslungsreich gewesen: «Technische Herausforderungen gab es jedoch wenig.» Das Gelände führte durch das Städtchen von Strömstad, wobei auch kleinere Parkanlagen und Felsplatten mit Bodenbewuchs zu überqueren waren.

Für Elena Roos ist der Gewinn eines WM-Diploms die Bestätigung für ihre Leistungen in den vergangenen Monaten: Die Tessinerin hatte bereits an den EM im Mai mit einem sechsten Rang überzeugt und konnte sich nachher innerhalb des Swiss Orienteering Teams erstmals für eine WM empfehlen. Nur zu Posten 13 hatte sie eine kleine Unsicherheit zu beklagen, ansonsten zeigte sich sehr zufrieden: «Besser kann es eigentlich gar nicht sein», so die Tessinerin, als sie den Gewinn des Diploms bestätigt erhielt.

Dass sich alle drei Schweizerinnen in den Top 6 klassieren konnte, freute auch Frauentrainerin Vroni König-Salmi: «Wir wussten, dass wir im Sprint stark sind und drei Läuferinnen haben, die vorne dabei sein können. Wir sind super zufrieden.»

20. WM-Medaille für Hubmann
Mit ihrer Leistung zufrieden sein, konnten auch die Schweizer Männer. Gleich zwei Medaillen gab es für das Männerteam zu feiern: Matthias Kyburz (Möhlin) gewann in einem äusserst knappen Rennen die Silbermedaille, Daniel Hubmann (Herrenschwanden) lief zu Bronze. Die beiden verlieren knapp drei respektive acht Sekunden auf den Sieger Jerker Lysell, der mit einer Laufzeit von 14:28 Minuten dem Gastgeberland Schweden die erste Medaille, und sich selbst das erste WM-Gold sichern konnte.

Für Kyburz ist der Triumph im Sprintwettkampf vom Samstag das zweite WM-Einzel-Edelmetall seiner Karriere. 2012 hatte er in dieser Disziplin an den Heim-WM in Lausanne die Goldmedaille geholt. «Wenn du nur drei Sekunden verlierst, hast du nicht viel falsch gemacht», kommentierte der Fricktaler seinen Lauf. Lediglich zum zweiten Posten sei er mit seinem Lauf nicht ganz zufrieden: «Ansonsten ist es wohl der perfekte Start einer WM-Woche. Nun sei es wichtig, sich im Kopf auf die Walddisziplinen vorzubereiten: «Das wird nochmals eine Challenge», sagte der 26-Jährige.

Für Daniel Hubmann bedeutet die Bronzemedaille vom Samstag die insgesamt 20. WM-Medaille seiner Karriere. So sagte der gebürtige Thurgauer an der Medienkonferenz mit einem Lachen: «Dank dieser Auszeichnung feiere ich heute ein Jubiläum.» Der 33-Jährige zeigte sich zufrieden mit seiner Leistung, auch weil er im vergangenen Jahr das Sprint-Podest knapp verpasst hatte: «Ich hatte einen guten Rhythmus und der kleine Rückstand zeigt, dass man in dieser Disziplin wirklich fehlerfrei bleiben muss, um ganz nach vorne zu laufen.» Hubmann hat einen technisch schwierigeren Sprintwettkampf erwartet: «Ich dachte, wir bekommen es noch mit künstlichen Barrieren zu tun.» So habe man sich aber einfach von Posten zu Posten für eine Route entscheiden müssen. «Und dann musste man nur noch volles Tempo geben.»

Schliesslich darf auch der Jüngere der beiden Hubmann-Brüder zufrieden sein. Martin Hubmann (Eschlikon) lief auf den neunten Rang und verlor dabei nur 20 Sekunden auf einen Podestplatz. Der letztjährige Silbermedaillengewinner hatte eine turbulente WM-Vorbereitung hinter sich. Bei einem Sprinttraining im Engadin wurde er von einem Auto angefahren. Glücklicherweise musste er in der Folge «nur» mit einer Wadenprellung kämpfen, wobei er erst letzte Woche wieder schmerzfrei laufen konnte: «Zu Beginn habe ich um meine WM-Teilnahme gezweifelt», sagte Martin Hubmann. 

Der Sprint-Wettkampf wurde zum Auftakt der diesjährigen OL-Weltmeisterschaften in Strömstad durchgeführt. Auf ihrer rund 3,5 Kilometer respektive 4,1 Kilometer langen Strecke hatten die Frauen und Männer auch zwischen 80 und 100 Höhenmeter zu überwinden. Das Gelände befand
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…Elena Roos sichern sich ein Diplom.


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Martin Hubmann läuft in die Top Ten.
sich dabei im Städtchen von Strömstad, mit Zielgelände direkt am Hafen und damit am Meer. Das Sprintrennen erwies sich vor allem als sehr physische Angelegenheit und bot technisch keine Überraschungen.

Das Städtchen Strömstad mit rund 6000 Einwohnern ist der Austragungsort der WM und liegt an der Westküste von Schweden, rund zwei Autostunden  nördlich von Göteborg. Am Sonntag wird das WM-Wettkampfprogramm mit der Sprintstaffel fortgesetzt. Für die Schweiz treten dann um 17 Uhr Rahel Friederich, Florian Howald, Martin Hubmann und Judith Wyder an.
(Text: Severin Furter; Bilder: Rémy Steinegger/steineggerpix.com)

Resultate
Strömstad (SWE). Weltmeisterschaften. Sprintdistanz Final. 
Männer  (4,1 km/ 100 Hm/ 22 Posten): 1.  Jerker Lysell (SWE), 14:28 Minuten; 2. Matthias Kyburz (Möhlin), +00:03 zurück; 3. Daniel Hubmann (Herrenschwanden), +00:08; 4. Kristian Jones (GBR), +00:19; 5. Jonas Leandersson (SWE), +00:22; 6. Vojtech Kral (CZE), +00:24; 9. Martin Hubmann (Eschlikon), +00:38.
Frauen (3,6 km/ 80 Hm/ 20 Posten): 1. Maja Alm, 14:27 Minuten; 2. Judith Wyder (Zimmerwald), +00:25 Minuten; 3. Anastasia Denisova (BLR), +00:42; 4. Galina Vinogradova (RUS), +01:13; 5. Rahel Friederich (Winterthur), +01:25; 6. Elena Roos (Cugnasco), +01:26.

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