Zum Auftakt der Ski-OL-WM in Japan zeigte das Schweizer Team über die Sprint-Distanz ein starkes Ergebnis. Historisches gelingt Delia Giezendanner: die Bündnerin gewinnt als Dritte die erste WM-Einzelmedaille im Ski-OL bei den Frauen.
Während wir alle noch tief und fest schliefen, starteten heute die Ski-OL-Weltmeisterschaften im japanischen Rusutsu. Der Saisonhöhepunkt und wahrscheinlich auch das Karrierehighlight vieler Mitglieder der Schweizer Delegation steht bevor. Die Athletinnen und Athleten haben sich lange auf diese Tage vorbereitet und darauf hingefiebert. Das Schweizer Team ist dementsprechend gut vorbereitet und kann mit Top-Resultaten glänzen. Anstatt des typisch japanischen Pulverschnees zeigt sich der Untergrund eher als grosse Eisfläche, wo viel quer gelaufen werden kann. Dies entspricht dem Schweizer Team, da solche Bedingungen auch hierzulande oft anzutreffen sind.
Delia Giezendanner schafft Historisches
Im Rennen der Frauen gelingt Delia Giezendanner ein Exploit und sie läuft als erste Schweizer Frau überhaupt bei einer Ski-OL-WM als Dritte aufs Podest. Auch Stunden danach kann die Bündnerin es noch nicht ganz glauben. Sie sei eher zurückhaltend gestartet, da das Rennen mit einer für einen Sprint ungewöhnlich langen Routenwahl quer über die ganze Karte begonnen hat. Unterwegs holte die spätere Gewinnerin Anna Ulvensoen Giezendanner ein und sie konnte bis ins Ziel an der Norwegerin dranbleiben. Diese erreichte das Ziel nach 17:33 Minuten, auf dem zweiten Platz klassierte sich Linda Lindkvist aus Schweden mit einem Rückstand von 1:10 Minuten. Zeitgleich mit der Schweizerin erreichte Anna Magdalena Olsson (SWE) mit 1:14 min Rückstand den dritten Platz.
Auch die weiteren Athletinnen Eliane Deininger und Flurina Müller trugen zu einem grandiosen Teamergebnis bei. Deininger belegte den sechsten Platz, 1:37 Minuten hinter der Siegerin. Sie erzählt zufrieden von einem tollen Rennen mit einer falschen Routenwahl. Müller klassierte sich als Achte (+2:02). Sie habe ihr eigenes Rennen gut durchgezogen, auch wenn der Start mit der langen Routenwahl herausfordernd gewesen sei.
Solides Teamergebnis der Männer
Die Medaillen bei den Männern gehen nach Norwegen und Finnland. Den ersten Rang belegt Jørgen Baklid aus Norwegen mit einer Laufzeit von 16:18 min, dahinter klassiert sich sein Landsmann Styrk Kamsvåg mit 18 Sekunden Rückstand. Dritter wird der Finne Niklas Ekström (+0,20). Das beste Schweizer Resultat erreicht Nicola Müller als Siebter (+0,44). Sein Lauf war technisch sauber und physisch stark, allerdings hat er zwei Routenwahlen nicht ideal getroffen, was ihn den Sprung aufs Podest gekostet hat. Corsin Müller klassiert sich auf dem zwölften Platz, 1:15 Minuten hinter dem Sieger. Er ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freut sich über die gute Ausgangslage für die Verfolgung am nächsten Tag. Gion Schnyder belegt den guten 14. Rang (+1,21). Der Routinier zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden, möchte beim morgigen Wettkampf aber noch mehr sein eigenes Konzept umsetzen können. Gian-Andri Müller erreicht den 22. Platz (+1:51), wobei er ausdrücklich auf die perfekt gewachsten Ski des gesamten Teams aufmerksam machen möchte. Jan Lauenstein platziert sich direkt hinter ihm (+1:55). Corsin Boos klassiert sich auf dem 25. Rang (+2.00) und Andri Jordi auf dem 27. (+2.05). Daniel Grätzer erreicht den 35. Rang (+3.35).
Ausgangslage für die morgige Verfolgung
Als nächster Wettkampf steht morgen die Verfolgung an. Gestartet wird mit den Rückständen vom heutigen Sprint bei den Männern um 10:00 Uhr (2:00 Uhr MEZ) und bei den Damen um 11:00 Uhr (3:00 Uhr MEZ). Die Ausgangslage für das Schweizer Team sieht vielversprechend aus.
Die weiteren Wettkämpfe sind: Donnerstag: Mitteldistanz und Freitag: Sprint-Staffel. Diese können Nachteulen live auf https://orienteering.sport/event/world-ski-orienteering-championships-2026/live/ und Langschläfer*innen auch danach verfolgen.
(Text: Flurina Bieri, Fotos: WSOC 2026)
